Naturschutz

Der Amazonas-Regenwald steht am Rande des Zusammenbruchs

Die Fleisch- und Milchindustrie vernichtet Wälder und treibt den Klimawandel voran.

Nach neuen Daten, die vom brasilianischen Nationalen Institut für Weltraumforschung (INPE) veröffentlicht wurden, wurden von Januar bis Juni 2022 im Amazonas-Regenwald 1.539 Quadratmeilen – fünfmal so gross wie New York City – abgeholzt.

Dies ist die höchste Abholzungsrate, die jemals für diesen Sechsmonatszeitraum verzeichnet wurde, und könnte den Amazonas an den Rand des Zusammenbruchs bringen, so Experten von Greenpeace.

Wälder sind im Kampf gegen den Klimawandel von entscheidender Bedeutung, da sie ständig grosse Mengen an Kohlendioxid binden und speichern. Die Abholzung der Wälder ist ein grosses Umweltproblem, das zur massiven Zerstörung dieser wichtigen Kohlenstoffsenken und zum Verlust der lokalen Artenvielfalt führt. Durch das Abholzen oder Abbrennen der Vegetation im Amazonas-Regenwald – dem grössten Regenwald der Welt – um Platz für den Anbau von Feldfrüchten und Viehweiden zu schaffen, gefährden Einzelpersonen und Unternehmen in erheblichem Masse das, was als „die Lunge des Planeten“ bekannt wurde.

83 % der weltweiten Anbauflächen werden für die Viehzucht und den Anbau von Futtermitteln genutzt, aber das erzeugte Fleisch und die Milchprodukte machen nur 18 % der von den Menschen verbrauchten Kalorien aus.

Weltweit werden durch die Verfütterung einwandfreier Ernten an Tiere aus der Massentierhaltung genug Nahrungsmittel verschwendet, um vier Milliarden Menschen zusätzlich zu ernähren.

Den Amazonas zu zerstören, während die Klimakrise wütet, ist so, als würde man mit einem Hammer auf die Klimaanlage in einem Raum einschlagen, in dem es ohnehin schon heisser wird“, kommentiert. Mit jedem Hektar Wald, der abgeholzt wird, bringen wir dieses klimakritische Ökosystem näher an den Rand des Zusammenbruchs und bedrohen gleichzeitig die Rechte der indigenen Völker.

Louisa Casson, Leiterin des Bereichs Wälder bei Greenpeace England

In den letzten drei Jahren unter Präsident Jair Bolsonaro (2019-2021) stieg die Abholzung des Amazonas im Durchschnitt um 52,9 % im Vergleich zu den drei Jahren davor. Laut Greenpeace hat Bolsonaro „radikale Gesetzesvorschläge“ vorgelegt, die Landgrabbing belohnen, die Anforderungen an Umweltlizenzen abschaffen, indigene Territorien untergraben und gleichzeitig die massive Abholzung fördern. „Regierungen und Unternehmen müssen aufhören, das Feuer zu schüren, und Druck auf Bolsonaros Regierung ausüben, damit sie damit aufhört„, sagte Casson.

Brasilien ist jedoch nicht der einzige Schuldige, der die Abholzung im Amazonasgebiet vorantreibt. Verschiedene Länder sind auf die brasilianische Landwirtschaft angewiesen, die durch die Abholzung der Wälder ermöglicht wird, um Produkte wie Kakao, Rindfleisch, Kaffee, Mais, Soja oder Palmöl zu liefern. Obwohl die britische Regierung im Dezember 2021 angekündigt hat, die aus Brasilien stammenden landwirtschaftlichen Produkte einzuschränken, werden diese Massnahmen die „Komplizenschaft des Vereinigten Königreichs bei der Waldzerstörung, die Bolsonaro für legal hält„, wie Greenpeace es ausdrückt, nicht beenden.

„Das von der britischen Regierung vorgeschlagene Gesetz zur Abholzung der Wälder würde kaum eine Delle in diesem Problem verursachen. Wir brauchen einen Null-Toleranz-Ansatz gegen die Zerstörung des Amazonas, oder wir werden alle den Preis dafür zahlen„, schloss Casson.

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