Nur zehn Tage nach der Massentötung von mehr als 1’400 Delfinen wurde gestern Mittwoch, 22. September, auf den Färöer-Inseln neuerlich eine Treibjagd durchgeführt.

Diesmal wurden 52 Grindwale in eine Bucht getrieben und brutal getötet. Die Meeresschutzorganisation OceanCare ruft Regierungen der Europäischen Union und auch die EU-Kommission auf, unverzüglich zu reagieren und sowohl Dänemark als auch die regionale Regierung der Färöer-Inseln dazu zu bewegen, die Treibjagden auf Wale und Delphine umgehend einzustellen.

Die aktuelle Tötung von Grindwalen ist eine unerträgliche Provokation“ sagt Nicolas Entrup, Co-Direktor für Internationale Zusammenarbeit bei OceanCare. Hatte die Autonomie-Regierung der Färöer-Inseln als Reaktion auf den internationalen Aufschrei nach dem Blutbad am 12. September angekündigt, die Rahmenbedingungen der Jagd auf Weissseiten-Delfine zu überprüfen, fielen der aktuellen Jagd eine andere Delfinart zum Opfer. Grindwale sind eine Delfinart, die seitens der EU-Artenschutzgesetzgebung streng geschützt ist. Die zu Dänemark gehörenden Färöer-Inseln sind jedoch kein Teil der Europäischen Union und fühlen sich somit nicht an die Walschutzbestimmungen gebunden.

Die Treibjagd seitens der Färöer, die ganze Delfinschulen vernichtet, untergräbt die Bemühungen der Staaten, die ohnehin durch zahlreichen Gefahren unter Druck stehenden Kleinwale zu schützen. Wer sich über den Verlust der Artenvielfalt sorgt, muss diesen sinnlosen Praktiken ein Ende setzen.

Fabienne McLellan, Sprecherin von OceanCare

OceanCare ruft zum internationalen Protest auf. Eine Online-Petition richtet sich an die EU-Kommission und Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten, um konkrete Schritte gegenüber den Färöer-Inseln einzuleiten.

OceanCare fordert:

  • Offizielle Verurteilung dieser Jagd und Aufnahme bilateraler und internationaler Verhandlungen mit dem Ziel, die Wal- und Delfinjagd ein für allemal zu beenden.
  • Gemeinsame diplomatische Note von EU-Regierungen für ein sofortiges Ende der Treibjagden.
  • Positive Anreize und nötigenfalls Druck durch Dänemark, damit die Färöer die Tötung von Walen und Delphinen einstellen, die ansonsten die Agenda 2030 und die EU-Biodiversitätsstrategie unterminieren.
  • Initiative der EU-Staaten, die Mitglieder der Internationalen Walfangkommission sind, für ein Moratorium auf die Wal- und Delphinjagd in europäischen Gewässern bei der kommenden Vertragsstaatenkonferenz IWC68.

Mehrwert:

Petition: Gemeinsam fordern wir ein Ende der Treibjagd!

1 Kommentar

  1. Basser
    VOR 6 TAGEN
    Bei Tönnies werden nicht einmal im Jahr, sondern pro Tag (!) 20 000 Schweine geschlachtet. Das sind im Jahr 5,5 Millionen Tiere und da reden wir hier nur von den Schweinen und nur von dem einen Schlachtbetrieb. Begrenzt wird das ganze nur durch die Nachfrage und die ist nach wie vor bei Schweinefleisch derart hoch das selbst Industrieschlachthöfe von dieser Größe zeitweise nicht in der Lage sind die durch den Handel nachgefragten Mengen bereit zu stellen. Die von den Färöer Inseln einmal jährlich betriebene Jagd, die eigentlich vor allem auf die Grindwale abzielt, dient eigentlich der Begrenzung eben dieser Jagd, denn sie ist auch auf den Färöer Inseln nur an diesem einen Tag erlaubt. Und eben eine 1000jährige Tradition.
    So, … und wie gehen wir jetzt mit den Schweinschlachtungen in Deutschland um?

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