Der illegale Wildtierhandel im Internet wird durch die Nachfrage nach Wildtierprodukten wie Elfenbein, Hörner von Nashörnern, Felle von Grosskatzen wie auch nach lebenden Haustieren angefacht.

Hierbei spielen auch die sozialen Medien eine unrühmliche Rolle, denn Selfies mit Wildtieren sind sehr beliebt. Der illegale Handel mit Wildtieren, sowohl online als auch offline, dezimiert Populationen wildlebender Arten und trägt zu dem katastrophalen Verlust der biologischen Vielfalt weltweit bei.

Online-Technologiefirmen der Internationalen Koalition zur Beendigung des Wildtierhandels im Internet haben bislang über 11,6 Million Angebote für gefährdete Arten und aus ihnen hergestellte Produkte von ihren Plattformen entfernt bzw. blockiert. Darunter befanden sich Anzeigen für lebende Tiger, Reptilien, Primaten und Vögel sowie Produkte, die aus Körperteilen von Elefanten, Schuppentieren und Meeresschildkröten hergestellt wurden.

Während heute auf dem Weltnaturschutzkongress der IUCN über Probleme wie den internationalen Wildtierhandel diskutiert wird, hat die von IFAW, WWF und Traffic ins Leben gerufene Koalition einen Fortschrittsbericht veröffentlicht. Dieser zeigt die Bedrohung auf, die der Onlinehandel für Wildtierpopulationen darstellt und dokumentiert die Fortschritte, die durch die Zusammenarbeit mit dem Privatsektor in einem branchenweiten Ansatz erzielt wurden.

Neben dem Entfernen und Blockieren von Millionen von Einträgen und Anzeigen haben die Mitgliedsunternehmen der Koalition Aufklärung betrieben über die Gefahren, die der Online-Wildtierhandel mit sich bringt, aber auch darüber, was auf ihren Plattformen verboten ist. Ausserdem wurden User über die Möglichkeit informiert, Verstösse oder verdächtige Angebote zu melden.

Seit der Gründung der Koalition im Jahr 2018 hat sich die Mitgliedszahl von 21 Unternehmen auf 44 im Jahr 2021 verdoppelt. Dazu gehören Unternehmen mit Sitz in Afrika, Asien, Europa und Nord- und Südamerika mit mehr als 11 Milliarden Benutzerkonten weltweit.

Seit der Veröffentlichung unseres letzten Fortschrittsberichts im Jahr 2020 vor 18 Monaten haben die Unternehmen der Koalition weitere 8,3 Millionen Einträge für verbotene Wildtiere entfernt“, so Crawfold Allan, der Senior Direktor von TRAFFIC beim World Wildlife Fund. „Das ist auf die gestiegene Verfügbarkeit von Wildtieren im Internet zurückzuführen wie auch auf die Gegenreaktion der Unternehmen, darunter verbesserte automatisierte Erkennungssysteme. Diese Anzahl ist natürlich nur ein Bruchteil der Wildtiere, die weltweit online erhältlich sind, aber mit Hilfe weiterer engagierter Unternehmen können wir die Effektivität unserer Arbeit steigern.

Die Koalitionsmitglieder haben mithilfe verschiedener Massnahmen zu diesem Fortschritt beigetragen. Darunter sind strengere Wildtierrichtlinien; eine erhöhte Fähigkeit ihrer Mitarbeiter:innen, mögliche illegale Wildtierprodukte und lebende Tiere aufzuspüren; neue Massnahmen gegen verdächtige Anzeigen (die von Wildtierexpert:innen und Freiwillig:innen dank des Wildlife Cyber Spotter Programms der Koalition gemeldet wurden); verbesserte Algorithmen auf Basis neu entdeckter und miteinander geteilter Suchbegriffe; neue Wege verdächtige Anzeigen zu melden wie auch Pop-Up-Warnungen, sodass Benutzer verdächtige Inhalte melden und „best practices“ miteinander austauschen können.

In Deutschland arbeiten wir mit den Koalitionspartnern DeineTierwelt und Quoka zusammen,” so Robert Kless, Leiter des IFAW Deutschland. “Beide Unternehmen haben am Cyberspotter Programm teilgenommen. DeineTierwelt hat als ersten Schritt nach Beitritt der Koalition den Handel mit allen geschützten Arten untersagt und sich kürzlich entschieden, fast alle exotischen Tierarten, also auch die ungeschützten, zu verbieten. Das ist ein großer und mutiger Schritt für die Tiere und wir hoffen, dass viele Plattformbetreiber diesem Beispiel folgen werden.

User können zum Tier- und Artenschutz beitragen, indem sie den Richtlinien der Koalition entnehmen, welche Arten gehandelt werden dürfen. Ausserdem können sie auf verdächtige Anzeigen direkt auf der Plattform des jeweiligen Unternehmens wie auch auf der Online-Meldeseite der Koalition aufmerksam machen.

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