Law & Order

Sperber in Schnappfalle gefangen

PETA erstattet Strafanzeige gegen Taubenzüchter aus dem Kreis Bad Segeberg.
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In die illegale Falle gegangen: Ein Taubenzüchter aus dem Landkreis Bad Segeberg hat Mitte März bei den Mülltonnen seines Wohnhauses eine Greifvogelfalle installiert.

Als Köder diente eine tote Taube. Bereits wenige Tage später, am 19. März, schnappte die Falle über einem Sperber zusammen. Was mit dem gefangenen Vogel danach geschah, ist unklar. Augenzeugen riefen die Polizei, die das Fanggerät jedoch offenbar nicht sicherstellte: Dem Vernehmen nach soll der Taubenzüchter gegenüber der Polizei erklärt haben, den Greifvogel in einiger Entfernung freigelassen zu haben. PETA hat Ende März Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Kiel gegen den Mann erstattet, wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz sowie das Tierschutzgesetz. Die Tierrechtsorganisation fordert darüber hinaus ein grundsätzliches Verbot von Taubenwettflügen sowie Taubenzucht.

Greifvögel sind streng geschützt, sie dürfen nicht gefangen werden. In der selbst gebauten Schnappfalle wurde der Sperber zwischen zwei Gittern eingeklemmt und dabei vermutlich verletzt. Taubenzüchter sind außerdem nicht dafür bekannt, illegal gefangene Greifvögel wieder freizulassen. Wir gehen davon aus, dass das Tier getötet wurde.

Peter Höffken, Fachreferent bei PETA

Die Tat sei kein Einzelfall. Seit 2010 seien in Schleswig-Holstein mindestens 40 Fälle von illegaler Greifvogelverfolgung mit 53 Opfern angezeigt worden. Betroffen waren unter anderem Seeadler, Habichte, Bussarde. Erst im Sommer 2019 wurden im Kreis Segeberg in Norddeutschland sehr seltene Rotmilane vergiftet.

Taubenzüchter gegen Greifvögel

Immer wieder kommt es zu rechtswidrigen Tötungen von Greifvögeln in Deutschland. Bei vielen Taubenzüchtern sind die Tiere verhasst. Insbesondere bei Taubenwettflügen über mehrere Hundert Kilometer stellen die erschöpften Vögel eine leicht zugängliche Nahrungsquelle für Greifvögel dar. Aufgrund der Domestizierung ist ihr natürlicher Fluchtinstinkt kaum ausgeprägt. Dennoch nehmen in Deutschland rund 25.000 der knapp 50.000 Brieftaubenzüchter an Wettflügen teil – und schicken damit viele ihrer Tiere in den sicheren Tod: Aufgrund von Erschöpfung, Desorientierung, Hunger oder Beutegreifern liegen die Verlustraten im hohen zweistelligen Prozentbereich. In einer Studie beziffern Veterinärwissenschaftler bei Taubenwettflügen Raten von durchschnittlich 53 Prozent verlorener Tiere pro Saison. Einer Studie des Schweizer Tierschutzes zufolge liegen die Verlustraten bei untersuchten Wettflügen in der Schweiz sogar bei rund 75 Prozent.

Taubenzucht und Wettflüge erhöhen die Population in Städten

Viele Tauben verirren sich zudem in Städte, wo die domestizierten und an Spezialnahrung gewöhnten Vögel schlechte Überlebenschancen haben. Die Tiere sind dort zahlreichen Gefahren ausgesetzt und führen oft ein Leben am Rande des Hungertodes. Die hohe Fortpflanzungsrate wurde ihnen angezüchtet. Die städtischen Taubenpopulationen wachsen stetig durch immer neue Tiere aus Wettflügen und deren Nachkommen. PETA fordert, das Taubenmanagement der Stadtverwaltungen neben der Errichtung betreuter Taubenschläge unbedingt auf ein Verbot von Wettflügen zu erweitern.

1 Kommentar

  1. Es ist nicht richtig dass PETA sich nur einseitig in eine Richtung bewegt. Sie sollten zuerst schauen dass die Agragwirtschaft mehr Natur zulässt (mehr Sträucher, mehr kleine Biotope, mehr Bäume, mehr Rückzugsorte und vorallem weniger Gift….) dann wird sich jeder Sperber gern auf Wachteln und andere Tiere kümmern als notgedrungen in der Nähe der Menschen auf Haustiere (nicht nur Tauben, sogar Katzen und kleine Hunde…) stürzt.

    Auch das sollte mal geschrieben werden. Ein Lob an den Taubenzüchter der den Falken nicht einfach umgebracht hat sondern wieder ausgewildert hat!

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