Law & Order

Jagdunfall: Zwei Männer angeschossen

PETA fordert Ende der Hobbyjagd in Deutschland
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Bei der Jagd nach Enten in Winterbach in Baden-Württemberg wurden am vergangenen Samstagmorgen zwei Männer angeschossen.

Insgesamt waren 19 Hobby-Jäger an der Entenjagd beteiligt. Einer Polizeimeldung zufolge übersahen die Hobby-Jäger die Männer, die sich am gegenüberliegenden Remsufer befanden, und trafen die beiden 45 und 60 Jahre alten Spaziergänger. Die Identität des Täters oder der Täter ist bisher noch unbekannt. Das Polizeirevier Schondorf ermittelt und nimmt unter 07181 / 2040 sachdienliche Hinweise zur Tat entgegen. PETA weist darauf hin, dass jedes Jahr Hunderttausenden Wildtieren erhebliches Leid durch Fehlschüsse zugefügt wird und Hobbyjäger mehrere Dutzend Menschen töten und verletzen. Die Tierrechtsorganisation fordert ein Verbot der sogenannten Hobbyjagd in Deutschland.

Wie viele Lebewesen müssen noch verletzt werden oder sterben, bevor die Hobbyjagd endlich verboten wird? Jahr für Jahr ereignen sich zahlreiche Tragödien, weil schiesswütige Spassjäger verantwortungslos in der Gegend herumballern. Ein Eingreifen des Gesetzgebers ist längst überfällig.

Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA

Hintergrundinformationen

In den vergangenen Jahren sorgten bereits zahlreiche schwere Jagdunfälle für Empörung. Erst kürzlich wurde in Mecklenburg-Vorpommern ein Hobby-Jäger durch einen Schuss von einem anderen Hobby-Jäger lebensgefährlich verletzt. Im Oktober letzten Jahres schoss ein Hobby-Jäger in Lützkampen ein Pferd an, das er mit einem Wildschwein verwechselt haben soll. Ein Jagdpächter erlitt im August 2019 eine schwere Knieverletzung, nachdem sich versehentlich ein Schuss aus der Waffe seines Begleiters löste. Im Januar 2019 wurde eine 19-Jährige in Ettlingen getötet, als sich ein Schuss aus der Waffe ihres Vaters löste, der zur Jagd aufbrechen wollte. Im November 2018 wurde eine 86-Jährige in Dalberg in ihrem eigenen Garten durch einen verirrten Schuss eines Hobby-Jägers tödlich getroffen. Im Juli 2018 wurde eine Sechsjährige im thüringischen Saara beim Spielen im Garten durch den Schuss eines Hobby-Jägers schwer verletzt. Zwei Tage danach starb ein Mann bei einem Jagdunfall im nordrhein-westfälischen Ochtrup; weitere zwei Tage später kam ein Hobby-Jäger durch einen Schuss bei der Vertreibung von Wildtieren auf einem Feld in Unterwellenborn in Thüringen ums Leben.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Jagd nicht geeignet ist, um Wildpopulationen dauerhaft zu regulieren. Wissenschaftler wiesen nach, dass die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere beispielsweise in bejagten Wildschweinpopulationen früher eintritt, wodurch sich die Geburtenrate erhöht. Demnach bedingt ein hoher Jagddruck, dass in dem Gebiet die Population der betreffenden Wildtiere ansteigt. Auch Prof. Dr. Josef Reichholf, ein namhafter Biologe der TU München, sieht aus wildbiologischer Sicht keine Notwendigkeit in der Jagd: Die nahezu ausgerotteten Wölfe müssen nicht durch menschliche Hobby-Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet.

Den mehr als 380.000 Hobby-Jägern in Deutschland stehen nur etwa 1.000 Berufsjäger, vor allem Forstbeamte, gegenüber. Eine im Auftrag von PETA im vergangenen Jahr durchgeführte repräsentative Forsa-Umfrage bestätigt, dass mit 49 Prozent die Mehrheit der Bundesbürger die Hobbyjagd ebenfalls ablehnt.

1 Kommentar

  1. Ursula Singh

    Hobbyjagd ist absolut unnötig, feige und pervers. Jeder normal intelligente, aufgeklärte und gebildete Mensch wird das bestätigen.

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