Law & Order

Jagdunfall: Hobby-Jäger schiessen sich selber ab

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Tragischer Jagdunfall in Niedersachsen: Einem Medienbericht zufolge tötete ein Hobby-Jäger am vergangenen Sonntag (22.3.2020) gegen 19 Uhr in der Gemeinde Marklohe einen Kollegen. Dem Bericht zufolge glaubte der 64-Jährige, ein Wildtier zu sehen, feuerte einen Schuss ab und traf den anderen Hobby-Jäger.

Der psychisch Gestörte rief die Polizei, doch bei Eintreffen der Rettungskräfte und der Beamten war der 44-Jährige bereits tot. Gegen den 64-Jährigen wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Die beiden Männer waren am Sonntagabend unabhängig voneinander und ohne Kenntnis über die Pläne des jeweils anderen in einem Waldstück auf der Jagd gewesen. Gegen 19 Uhr habe der 64-Jährige in grösserer Entfernung etwas gesehen, was er in der Dämmerung für ein Stück Wild hielt, und daraufhin unwaidmännisch einen Schuss abgefeuert. Dabei traf er den anderen Wildtierkiller.

Es hätte auch einen normalen Menschen, wie Naturfreund oder Spaziergänger treffen können. Die IG Wild beim Wild weist zudem darauf hin, dass jedes Jahr Hunderttausenden Tieren erhebliches Leid durch Fehlschüsse der Hobby-Jäger zugefügt wird und auch mehrere Dutzend Menschen von Hobby-Jägern getötet und/oder verletzt werden. Wir empfehlen mit Nachdruck ein Verbot der sogenannten Hobby-Jagd.

In der Schweiz gibt es jedes Jahr laut Statistik mehr menschliche Verletzte und Todesopfer durch die Risikogruppe Hobby-Jäger als durch islamische Terroristen, Sekten, Mafia, Wölfe und Rockerbanden zusammen.

Hintergrundinformationen

In den vergangenen Jahren sorgten bereits zahlreiche schwere Jagdunfälle auch in Deutschland für Empörung. Im Oktober letzten Jahres schoss ein Hobby-Jäger in Lützkampen ein Pferd an, das er mit einem Wildschwein verwechselt haben soll. Ein Jagdpächter erlitt im August 2019 eine schwere Knieverletzung, nachdem sich versehentlich ein Schuss aus der Waffe seines Begleiters löste. Im Januar 2019 wurde eine 19-Jährige in Ettlingen getötet, als sich ein Schuss aus der Waffe ihres Vaters löste, der zur Jagd aufbrechen wollte. Im November 2018 wurde eine 86-Jährige in Dalberg in ihrem eigenen Garten durch einen verirrten Schuss eines Hobby-Jägers tödlich getroffen. Im Juli 2018 wurde eine Sechsjährige im thüringischen Saara beim Spielen im Garten durch den Schuss eines Hobby-Jägers schwer verletzt. Zwei Tage danach starb ein Mann bei einem Jagdunfall im nordrhein-westfälischen Ochtrup; weitere zwei Tage später kam ein Hobby-Jäger durch einen Schuss bei der Vertreibung von Wildtieren auf einem Feld in Unterwellenborn in Thüringen ums Leben.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Jagd nicht geeignet ist, um Wildpopulationen dauerhaft zu regulieren. Wissenschaftler wiesen nach, dass die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere beispielsweise in bejagten Wildschweinpopulationen früher eintritt, wodurch sich die Geburtenrate erhöht. [1] Demnach bedingt ein hoher Jagddruck, dass in dem Gebiet die Population der betreffenden Wildtiere ansteigt. Auch Prof. Dr. Josef Reichholf, ein namhafter Biologe der TU München, sieht aus wildbiologischer Sicht keine Notwendigkeit in der Jagd: Die nahezu ausgerotteten Wölfe müssen nicht durch menschliche Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfinden kann.

Da loben wir uns den Kanton Genf mit einem professionellen Wildtiermanagement ohne Hobby-Jäger, aber mit integren Wildhütern. Es werden in Genf keine Füchse, Marder, Dachse, usw. reguliert, nur weil Jagdzeit ist und Fehlgeleitete einem Hobby nachgehen wollen. Dies zeigt sich auch in der eidgenössischen Jagdstatistik. Typische schweizer Werte wie Sicherheit, Tierschutz und Ethik sind die Devise in Genf.

[1] Servanty et al. (2009): Pulsed resources and climate-induced variation in the reproductive traits of wild boar under high hunting pressure. Journal of Animal Ecology. Nr. 78, Issue 6.

4 Kommentare

  1. Herr Meyer

    Welcher „vergangene Sonntag“ ist denn gemeint? (Es war jedenfalls nicht der Ostersonntag letzte Woche.) Schade, dass es durch fehlendes Datum und Quellen wie erfunden wirkt (ist es nämlich gar nicht).

  2. kerstin Herrmann

    Ist doch in Ordnung immer weg mit den Leuten mit Allüren aus der Steinzeitzeit

  3. Ludwig Loew

    Kann mir jemand erklären dass jeder der einen Jagdschein hat auf die Jagt gehen kann wo es ihm passt.Ich dachte das es nur Jagdreviere gibt die den zuständigen Jäger dafür verpachtet werden oder wenn der Wald Eigentum ist Hege und Pflege zu Leiste ist.Und wenn eine Jagt veranstaltet wird ist der Pächter oder der Eigener bei Unfällen dafür verantwortlich da er ja die Leute eingeladen hat.

  4. Heidemarie Rittscher

    SUPER es sollten sich viel mehr erschießen von diesen Drecksäcken

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