Der noch unbekannte Wolf wurde in Tamins im Verkehr auf der Hauptstrasse von einem Auto erfasst und getötet.  Der Wolf, ein Rüde, sei nach der Kollision mit einem Personenwagen sofort tot gewesen, sagte der Bündner Jagdinspektor Adrian Arquint. Arquint vermutet, dass es sich um einen Wolf des Calanda-Rudels handeln könnte. Untersuchungen zur Ermittlung der Identität des Tieres wurden eingeleitet.

Stark befahrener Streckenabschnitt

Der zeitweise stark befahrene Streckenabschnitt in Richtung Flims, der dem Wolf zum Verhängnis wurde, wird häufig auch überquert von Hirschen und Rehen, die in tieferen Lagen nach Futter suchen. Diese Tiere werden ebenfalls relativ oft in Unfälle verwickelt, obschon eine Anlage die Verkehrsteilnehmer dort vor Wildtieren warnt.

Für Wildtiere bedeuteten Strassen ein Hindernis und eine Gefahr, betonte der Bündner Jagdinspektor, der die Zahl der Wölfe in Graubünden auf derzeit 30 schätzt. Der am Sonntag getötete Wolf ist bereits der vierte, welcher dieses Jahr im Gebirgskanton eine Strassenüberquerung mit dem Leben bezahlen musste.

Update: 30.12.2019

In der Nacht vom 26. Dezember auf den 27. Dezember wurden in der Surselva zwei Wölfe überfahren. Bei Brigels hatte eine Jungwölfin den Zusammenprall mit einem Zug nicht überlebt. Zwischen Trin und Tamins wurde eine weitere Wölfin im Verkehr von einem Auto erfasst und getötet. 

Die Jungwölfin aus dem diesjährigen Wurf, welche bei Brigels gegen 23:00 Uhr von einem Zug überfahren wurde, gehörte vermutlich zum Valgronda Rudel. Dieses ist in der Region zwischen Ilanz, der Val Sumvitg und der Val Lumnezia beheimatet und hatte in diesem Jahr zum ersten Mal Nachwuchs.

Bei der zweiten Wölfin, welche in derselben Nacht überfahren wurde, handelt es sich wahrscheinlich um ein letztjähriges Weibchen vom Calanda Rudel. Die Kollision wurde umgehend gemeldet. Da am Unfallort nur ein paar Haare zu finden waren, musste die Wildhut eine Nachsuche durchführen. Das Tier wurde tot aufgefunden. Beide Wölfe werden nun zur genauen Identifizierung ins Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin der Universität Bern überführt.

Insgesamt sechs Wölfe bei Verkehrsunfällen getötet

Der letzte Wolf, der in Graubünden auf der Strasse getötet wurde, war vor zwei Wochen bei Tamins im Rückreiseverkehr der Wintersportler von einem Auto überfahren worden. Es war der vierte Wolf, der in Graubünden eine Strassenüberquerung mit dem Leben bezahlen musste. Somit sind dieses Jahr im Gebirgskanton sechs Wölfe bei Verkehrsunfällen getötet worden.

Im Kanton Graubünden sterben Jahr für Jahr mehrere hundert Wildtiere bei Unfällen. Die Statistik der Kantonspolizei weist im letzten Jahr 865 Wildunfälle aus, die zwei Jahre davor waren es jeweils fast 900 Tiere, die bei Unfällen getötet wurden.

Dein Kommentar: