Kunterbunt

Wandernde Elefantenherde legt Pause ein

Eine wilde asiatische Elefantenherde verliess Mitte März das Xishuangbanna National Nature Reserve in der südwestchinesischen Provinz Yunnan und begann, nach Norden zu marschieren.

Nachdem sie mehrere Landkreise durchquert und gelegentlich in Dörfer und Städte hineingewandert sind, haben sie in einem Vorort von Kunming City angehalten und eine Rast eingelegt.

In der Herde befinden sich insgesamt 15 Elefanten, darunter drei Kälber. Ein Männchen hat sich abgesondert und ist derzeit den Angaben zufolge etwa vier Kilometer vom Rest der Gruppe entfernt.

Es ist ein ungewöhnlicher Anblick und ein friedlicher dazu: Eng aneinandergeschmiegt liegt eine Gruppe der Herde im Grasland, das kleinste Tier haben sie in ihre Mitte genommen. Aufgenommen wurde das Foto vom chinesischen Staatsfernsehen CCTV in einem Dorf in der Gemeinde Xiyang im Nordosten Chinas – und es zeigt die Elefanten nach monatelanger Wanderung durch das Land.

Was die Herde an dieser Stelle sucht, abgesehen von ein bisschen Schlaf – darüber rätseln Experten: In einer 15 Monate langen Reise haben sich die Elefanten rund 500 Kilometer von ihrem eigentlichen Lebensraum in Südwestchina entfernt. 

Was diese bedrohten Wildtiere dazu gebracht hat, ihren Lebensraum zu verlassen und nach Norden zu marschieren, bleibt ungewiss. Einigen Experten zufolge liegt der Grund dafür wahrscheinlich darin, dass der Umweltschutzprozess in dem Gebiet einen guten Lebensraum für die asiatischen Elefanten geschaffen hat, wodurch sie sich mehr vermehren können. Der Marsch könnte eine Dispersion der Population sein, bei der die Bedingungen es zulassen, dass die Gruppe der Elefanten abwandert und sich neue Lebensräume sucht.

Die lokalen Behörden in den Orten, die die Elefanten besucht haben, haben alle umfassende Antwortpläne durchgeführt, um die Sicherheit von Menschen und Elefanten zu gewährleisten. Sowohl in der Stadt Yuxi als auch in der Stadt Kunming wurden Notfallpläne in die Wege geleitet, unter anderem mit 14 Drohnen, die die Aktivitäten der Elefanten ständig überwachen sollten, und mit Noträumfahrzeugen, die geschickt wurden, um die umliegenden Strassen in das Dorf zu blockieren. Die Menschen wurden schnell organisiert, um zu evakuieren, wo es nötig war, und es wurden auch Lebensmittel eingesetzt, um die Elefanten von den Stadtgebieten wegzuleiten.

Asiatische Elefanten stehen in China unter staatlichem Schutz erster Klasse und werden von der Roten Liste der bedrohten Arten der International Union for Conservation of Nature als gefährdet eingestuft. Die Population wildlebender asiatischer Elefanten ist in China von 180 in den 1980er Jahren auf jetzt etwa 300 angestiegen.

Die Wanderung der wilden Elefanten in China ist bereits ins internationale Rampenlicht getreten. Medien wie TV Asahi, die BBC und die New York Times berichteten über die weitere Reise der Tiere und analysierten die möglichen Gründe für die Wanderung.

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