Kunterbunt

Vom Matriarchat zum Patriarchat

Darstellungen der Muttergottheit spiegeln in der Kunstgeschichte die frauenfreundlichen Strömungen, die bis in älteste Zeiten zurückreicht.

Kunstvoll geschaffene Statuen zum Beispiel aus Ton von Muttergöttinnen finden sich weltweit in den archäologischen Überresten steinzeitlicher Sammler- und Jägerkulturen. Sie belegen einen weitverbreiteten Muttergöttinnen und Fruchtbarkeitskult, der in engem Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Organisation damaliger Kulturen steht.

Dieses alte Substrat Kunstkultur ist charakterisiert durch besondere Anerkennung der Frau und Verehrung der durch die Frau repräsentierten Mütterlichkeit und Fruchtbarkeit.

Der Mutterkult hat sich entwickelt aus den Lebensbedingungen der steinzeitlichen Sammler- und Jägerkulturen. Den auf der Suche nach essbaren Wildpflanzen und jagdbaren Wildtieren umherstreifenden menschlichen Sippen jener Frühzeit waren Viehhaltung und Ackerbau noch fremd. Sie kannten keine nennenswerte Vorratswirtschaft, keine Überproduktion von Nahrungsmitteln und folglich auch kein Eigentum an Grund und Boden oder Ernteerträge. Es fehlte also die ökonomische Basis für irgendwelche Abhängigkeitsverhältnisse zwischen den Geschlechtern.

Was den Nahrungserwerb angeht, so war das Sammeln von Wildpflanzen, Nüssen, Früchte usw. die Aufgabe der Frauen. Sie schafften damit die Ernährungsgrundlage, die zum Überleben notwendig war. Die Männer versuchten ihr Glück auf der Jagd und beim Fischfang. Wegen der natürlichen körperlichen Überlegenheit des Tieres über den Menschen blieb jedoch der Erfolg oft aus. Die Sicherheit der Existenz wurde also letztlich von den Frauen gewährleistet.

Die Bevölkerung der steinzeitlichen Sammler- und Jägerkulturen war aufgeteilt in vereinzelte Sippen, die, um sich nicht gegenseitig die Nahrung wegzunehmen, in grosser räumlicher Entfernung voneinander sammelten und jagden.

Die Verwandschaft dieser Sippen wurde durch Mutterfolge, “matrilinear”, das heisst, über die Linie der Mutter, bestimmt. Die Rolle des Mannes bei der Erzeugung von Nachwuchs war anfangs wohl noch gar nicht bekannt. Und auch nachdem man über die biologischen Zusammenhänge Bescheid wusste, stand bei der für die damalige Zeit vorauszusetzenden Promiskuität zwar zweifelsfrei die Mutter, nicht aber unbedingt auch der Vater fest. Deshalb war eine andere Bestimmung der Verwandschaft als über die Mutter auch gar nicht möglich.

Es war also die Frau, die das Leben hervorbrachte und damit den Fortbestand der Sippe sicherstellte. Die Frau als Gebärerin wurde mit dem Prinzip der Fruchtbarkeit überhaupt in Verbindung gebracht. Die stabilisierende Rolle der Frau bei der Sicherung des Nahrungserwerbs, ihre Funktion als Hüterin und Erzieherin der Kinder, als Beschützerin der zur Jagd nicht fähigen Kranken und Schwachen, ihre für das Überleben der Sippe notwendige Fruchtbarkeit und ihre Rolle als Trägerin des Lebens: all dies führte zur Entstehung von Mutter- und Fruchtbarkeitskulten.

Viehhaltung und Ackerbau

Das Alte Testament ist die Basis aller drei monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) und bereits patriarchalisch verfälscht. “Gott” ist plötzlich rein männlich attributiert – und auch sein “Sohn” und der “Heilige Geist”.

In den Schulbüchern findet sich heute immer noch kaum etwas zu Frauen in Kunst, Religion, Litertur, Philosophie, Musik, Geschichte oder Naturwissenschaften.

Mit der Domestizierung bestimmter Wildtierarten und dem Ackerbau wurde das Patriarchat erst möglich: Unterdrückung, Macht, Gewalt-Herrschaft, Kriege, Folter, Terror, Habgier, Hass, Rache, Ausbeutung, Zerstörung, Hirarchie, Grössenwahn, Ruhm, Ehre, Diktatur, Propaganda erlebten mit dem Patriarchat eine Art entfesselte Verbreitung. Frauen, Kinder und Tiere wurden entwertet und rechtlos.

Nicht Anatomie macht Männer zu scheinbaren Herren über die Frauen, die Tiere und die Erde – sondern die Gewalt. Im Patriarchat wird alles umgekehrt und pervertiert, was im Matriarchat galt. Das absolut Böse war geboren!

Auch Hobby-Jäger ordnen sich die Natur mit abwegigen und egozentrischen Vorstellungen zurecht. Die Jagd ist längst nicht mehr, was sie früher war. Sie ähnelt heute schon der Viehzucht. Die für Hobby-Jäger interessanten Arten werden gefüttert und gemästet. Wildtiere sind 100-prozentig kontrolliert und unterjocht. Es stehen jede Menge Wildkameras im Wald herum, nebst vielen anderen technischen Hilfsmittel, damit Hobby-Jäger genau wissen, wann, wo und wie sich Wildtiere bewegen. Vielleicht auch, damit der Hobby-Jäger noch bequemer in die Natur gehen kann. Dies hat jedoch mit ursprünglicher Jagd nichts zu tun. Ein Charakteristikum der ursprünglichen Jagd ist, dass sie nicht planbar ist. 

Jagd ist immer auch eine Form von Krieg, der nur die negativen Eigenschaften im Menschen aufleben und kultivieren lässt.

IG Wild beim Wild