Kunterbunt

Vietnam verbietet Jagd und Handel mit Wildtieren

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Vietnam will den Wildtier-Handel beenden: Künftig sind sowohl der Import bedrohter Arten wie Pangoline (Schuppentiere) und Zibetkatzen verboten als auch der Handel auf Wildtier-Märkten.

Regierungschef Nguyen Xuan Phuc habe ein entsprechendes Dekret erlassen, teilten Tierschutzorganisationen in dem südostasiatischen Land mit. «Dies ist das erste Mal, dass die Regierung Dutzende von Ministerien und Behörden mobilisiert hat, um das Problem des Wildtierhandels aktiv anzugehen», schrieb die Umwelt-NGO WildAid.

In einer kürzlich von WWF und GlobeScan durchgeführten Umfrage stimmten fast drei Viertel der Menschen in Vietnam zu, dass eine Schliessung von Märkten, auf denen Wildtiere verkauft werden, und die Schliessung illegaler und nicht regulierter Wildtierrestaurants eine Pandemie in Zukunft wirksam verhindern würden. In Vietnam haben 15 Prozent der Befragten jemanden gekauft oder kennen jemanden, der in den letzten 12 Monaten Wildtierprodukte auf einem offenen Wildtiermarkt gekauft hat. Zusammen mit Thailand ist dies das höchste unter allen fünf untersuchten asiatischen Ländern. Diese Käufer kauften hauptsächlich Schildkröten (48 %), Zibetkatzen (28 %), lebende Vögel (23 %) und Schuppenflechte (16 %).

Der Handel habe verheerende Auswirkungen gehabt und bereite seit Jahren Sorgen, «so zuletzt, als die Covid-19-Pandemie erneut Hinweise auf die Übertragung von Infektionskrankheiten zwischen Wildtieren und Menschen geliefert hat», sagte WildAid-Experte Hoang Thi Minh Hong.

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From @wildaid: Breaking News! Vietnam’s Prime Minister Nguyen Xuan Phuc today issued a new directive with urgent and powerful measures to restrict #wildlifetrade and consumption, and reduce further pandemic risk. With immediate effect, the directive (29/CT-TTg) bans imports of live wild #animals and wildlife products, strictly eliminates any wildlife markets, and prohibits any hunting, transporting, slaughtering, selling, buying, storing, consuming, or advertising of wildlife, including online sales. “Vietnam’s government shows strong leadership with this comprehensive action and focus on stopping imports, closing all wildlife markets and prohibiting any consumption, buying, and advertising. These actions will help save many species while also protecting global health. We will work with our partners to help make this a success,” said John Baker, Chief Program Officer at WildAid. “This provides a great example to other members of the Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) on how to address the threat of the wildlife trade to economic security and public health.” In the next few weeks, CHANGE, WildAid, the Pangolin Crisis Fund, and other partner organizations will continue to carry out a series of activities that will promote the Prime Minister’s instructions, raise awareness, and ultimately change wildlife consumption behavior, especially around wildlife sold in markets and restaurants. Activities will include: producing videos and media messages, mobilizing business leaders, organizing wildlife journalism awards, training journalists in wildlife trade and consumption hot spots, and campaigning to remove wild meat from restaurant menus. At the same time, these conservation organizations will work with relevant authorities and assist with activities designed to strengthen law enforcement, helping to strictly enforce violations on wildlife trade and strengthen monitoring of wildlife farming activities, in an effort to ensure products are not laundered into trade. This is huge for both the protection of wildlife and ourselves. We must end the trade. #EndTheTrade#WhenTheBuyingStopsTheKillingCanToo#WorthMoreAlive Photo Credit: @paulhiltonphoto

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Wirtschaftsführer in Vietnam haben ebenfalls dazu beigetragen, mit gutem Beispiel voranzugehen. Über 40 CEO’s von Vietnams Top-Unternehmen sowie Führungskräfte mehrerer internationaler Handelskammern haben sich verpflichtet , keine Wildtierprodukte zu kaufen, zu konsumieren oder zu verschenken, und die Regierung aufgefordert, den Handel und den Konsum von Wildtieren zu beenden. 

Ab sofort sind in Vietnam somit die Einfuhr von Wildtieren und Wildtier-Produkten sowie die Jagd, der Transport, der Verzehr und der Verkauf verboten – und zwar sowohl auf Märkten als auch im Internet. Zahlreiche Umweltorganisationen forderten seit Jahren entsprechende Massnahmen.

15 Prozent der Vietnamesen hätten in den vergangenen zwölf Monaten selbst Wildtiere gekauft oder würden jemanden kennen, der Wildtierprodukte auf einem Markt erstanden habe, schrieb WildAid unter Berufung auf Umfragen. Zusammen mit Thailand sei das Land am Mekong damit der Spitzenreiter in der Region. Hauptsächlich wurde mit Schildkröten, Zibetkatzen, lebenden Vögeln und Pangolinen gehandelt

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Die Artikel auf der Website der IG Wild beim Wild sind von und mit den Mitarbeitern von der IG und weiteren Co-Autoren als auch von Dritten.

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