Kunterbunt

Vietnam: „This is not Vietnam“-Kampagne soll den grausamen Hunde- und Katzenfleischhandel beenden

Die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hat mit «This is not Vietnam» eine neue Kampagne ins Leben gerufen, die zeigen soll, dass die Mehrheit der Vietnames:innen gegen den grausamen und barbarischen Handel sind, bei dem Hunde und Katzen für ihr Fleisch getötet werden.

Die Kampagne fordert die Öffentlichkeit unter anderem auf, eine kurze Nachricht via E-Mail oder über andere Wege an den stellvertretenden Premierminister von Vietnam, Seine Exzellenz Vu Duc Dam, zu senden. Diese soll die gegenwärtige Stimmung in der Bevölkerung für ein Ende des Hunde- und Katzenfleischhandels deutlich machen.

Jedes Jahr werden in Vietnam, Kambodscha und Indonesien rund zehn Millionen Hunde und Katzen eingefangen, transportiert und für ihr Fleisch getötet. Der Grossteil der Tiere im Hunde- und Katzenfleischhandel sind gestohlene Haustiere und Streuner. Die Ausmasse dieses grausamen Handels machen ihn zu einem der massivsten Tierschutzprobleme für Heimtiere in Asien.

Eine Anfang 2021 durchgeführte Umfrage hat ergeben, dass die Mehrheit der vietnamesischen Bevölkerung die Regierung auffordert, tätig zu werden. 91 % sind dafür, den Hunde- und Katzenfleischhandel einzuschränken oder zu verbieten. 88 % der Personen beantworteten die Frage, ob sie ein Verbot des Handels unterstützen würden, mit ja. Weiter gaben 95 % der Befragten an, der Konsum von Hunde- und Katzenfleisch sei ihrer Meinung nach kein Bestandteil der vietnamesischen Kultur.

Diese Kampagne kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt in der Geschichte des Landes, denn die Wahrnehmung und der Ruf Vietnams in Bezug auf den Handel mit Hunde- und Katzenfleisch ändern sich gerade und die Regierung hat jetzt die Chance zu handeln. Eine neue Generation vietnamesischer Bürger:innen fordert gemeinsam mit uns, mit der Vergangenheit zu brechen und dafür zu sorgen, dass der Tierschutz im Mittelpunkt des Wandels steht, den Vietnam gerade vollzieht.

Obwohl der Fortschritt langsam erscheinen mag, gibt es in Vietnam bereits viele Veränderungen. Erst diesen Monat hat sich dank der Zusammenarbeit der lokalen Behörden die erste Stadt in Vietnam, Hoi An, dazu verpflichtet, den Handel mit Hunde- und Katzenfleisch zu beenden.

Es gibt jedoch auch weiterhin viel zu tun. Unser Ziel ist es, dass strengere Tierschutzgesetze eingeführt und durchgesetzt werden, um diesem brutalen Handel ein Ende zu setzen. Dadurch werden nicht nur Tiere, sondern auch Menschen geschützt. Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, wie gefährlich der Handel mit lebenden Tieren, einschliesslich Hunden und Katzen für die Fleischgewinnung, ist. „Indem wir die Tiere schützen, schützen wir auch die öffentliche Gesundheit. Prävention ist der Schlüssel dafür», sagt Dr. Karan Kukreja, Leiter der VIER PFOTEN Heimtierkampagnen in Südostasien.

Eine aktuelle VIER PFOTEN Petition, die an die Regierungen von Vietnam, Indonesien und Kambodscha gerichtet ist und das Ende des Hunde- und Katzenfleischhandels fordert, wurde bereits über 1,4 Millionen mal unterschrieben. Fast 250‘000 Unterschriften stammen aus Vietnam.

Durch die Zusammenarbeit mit Regierungen, die Unterstützung von lokalen Streunerhilfeprojekten, die Schliessung von Hunde- und Katzenschlachthäusern und Rettung der dortigen Tiere sowie mit Aufklärungsmassnahmen zu den Gefahren des Handels, will VIER PFOTEN den Hunde- und Katzenfleischhandel ein für alle mal beenden.

1 Kommentar

  1. sharina senna Reply

    »Die Tiere sind unsere Brüder, die großen wie die kleinen. Erst in dieser Erkenntnis gelangen wir zum wahren Menschentum. Diese Bruderschaft zwischen Mensch und Kreatur hat der heilige Franziskus von Assisi (1182 bis 1226) erkannt. Aber die Menschen verstanden es nicht. Sie meinten, es sei Poesie. Es ist aber die Wahrheit. Die Religion und die Philosophie müssen es anerkennen. Vergebens haben sie sich dagegen gewehrt.

    Fortschritt: wenn das Elend aufgesucht wird.« Albert Schweitzer

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