Kunterbunt

USA: Die Jagd verliert dramatisch an Popularität

Der Gruppendruck steigt, während über die Jagd gesprochen wird. Mit dem Aufkommen der sozialen Medien wird die Jagd und die damit verbundenen Barbareien und Tierquälereien einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert.

Jemand der auf die Jagd geht, gilt zunehmend als schlechter Mensch. Auf immer mehr Websiten ist es verboten, Erlegerbilder der Hobby-Jäger zu veröffentlichen, da dies gegen die gute Sitte von Moral und Anstand verstosse. WalMart hat verboten, Jagdvideos in den Geschäft zu zeigen oder zu verkaufen und das ist gut so.

Nach den zahlreichen Massenerschiessung in den USA hat die Warenhauskette Walmart alle Schilder oder Displays die Gewalt darstellen, aus seinen Läden entfernt. Walmart beschäftigt weltweit über zwei Millionen Angestellte und ist damit der grösste private Arbeitgeber der Welt.

Die Mitarbeiter wurden angewiesen, Marketingmaterial zu entfernen, das gewalttätige Bilder enthält und Videospielkonsolen, die gewalttätige Spiele enthalten, zu entfernen. Ausserdem sollen die Mitarbeiter darauf achten, dass auf den Bildschirmen der elektronischen Abteilungen keine Gewalt oder aggressives Verhalten, wie zum Beispiel auf Jagd-Videos zu sehen ist.

Elektronik-Abteilung Walmart

Walmart verkauft keine Sturmgewehre – dies wurde 2015 eingestellt. Das Unternehmen verkauft jedoch immer noch andere Waffen. Steht unter Druck, den Verkauf von Schusswaffen gänzlich einzustellen und ein Teil dieses Drucks ist auch intern.

Einige Politiker behaupteten, die moderne Epidemie der Massenerschiessungen sei mit zunehmender Gewalt in Videospielen und praktizierten Gewaltakten wie zum Beispiel sinnfreie Jagdausflüge verbunden.

Schweizer Studie

Jugendliche, die schon einmal Tiere gequält haben, begehen dreimal häufiger gewalttätige Delikte als tierliebende Knaben und Mädchen.

Zu diesem Schluss kommt eine Befragung von über 3600 Schülerinnen und Schülern aus zwanzig Schweizer Kantone. Die Kriminologen Martin Killias von der Universität Zürich und Sonia Lucia von der Universität Genf werteten die Schweizer Daten einer internationalen Delinquenz-Studie aus.

Wie die Forscher im Fachmagazin «Psychology of Violence» berichten, verglichen sie die Angaben zur Tierquälerei mit den Antworten der Jugendlichen zu begangenen Delikten. Die Resultate waren eindeutig: Tierquälerei ist verknüpft mit allen möglichen Straftaten, insbesondere mit Vandalismus und gravierenden Gewalttaten.

Tierquälerei gehe einher mit Wut- und Gewaltdelikten, schreiben die Forscher. Vielleicht sei sie ein Indikator dafür, wer später auch gegen Menschen gewalttätig werde. Weil die Befragten nicht angeben mussten, wann sie ihre Taten begingen, kann die Studie aber nicht zweifelsfrei belegen, dass Tierquälerei ein Vorbote anderer Delikte war.

  • Als aktive Tierquälerei wird das Quälen, Misshandeln oder unnötige Töten von Tieren bezeichnet.
  • Als passive Tierquälerei gelten die Vernachlässigung oder Verwahrlosung von Tieren.

Hobby-Jäger haben keine pädagogische Berufung. Die missgebildete Vision der Wildtierkiller zur Natur hat nichts mit Biologie, Ökologie usw. oder Schutz der Wildtiere zu tun – ganz im Gegenteil! Hobby-Jäger töten aus Leidenschaft. Dadurch kann eine Neutralität nicht gegeben sein. Deshalb muss man die Wildtierkiller auch von den Schulen und Kindern fernhalten.

Tierquälerei als Symptom einer Störung

Jagd ohne Tierquälerei gibt es nicht und wird als Symptom der Störung des Sozialverhaltens beschrieben. Tierquälerei ist bei Gewalttätern häufig bereits im Kindes- und Jugendalter zu beobachten. Ebenso besteht ein Zusammenhang zwischen Gewalt gegen Tiere und zwischenmenschlicher Gewalt.

Psychoanalytiker werten Tierquälerei als Abwehrmechanismus in Form „Verschiebung“. Das Tier verkörpert dabei die Rolle eines Prügelknaben. Häufig werden ehemalige Opfer zu Tätern, die im Akt der Quälerei ihre subjektiv in der Vergangenheit erlebten Qualen am Objekt, dem Tier, reinszenieren und dabei kurzzeitig einen Abbau ihrer aufgestauten inneren Aggressionsspannung erleben.

Jagen und Töten werden der Aggression und dem Dominanzstreben zugeordnet. Dass sich Jagen als „gute“, ja saubere Methode des Tötens empfiehlt, ist nur möglich vor dem Hintergrund einer Komplizenschaft des Schweigens. Verschwiegen wird das Erleben des Tötens. Eine Seelenblindheit, die nur dann ausgesetzt wird, wenn der Jäger das Töten als Blutrausch oder als Erlösung darstellt und es somit wieder zu einem irrealen Event werden lässt. Ein seelischer Ausnahmezustand, dessen Opfer er geworden ist. Dies fällt in den Selbstdarstellungen von Jägern und deren Jagdbeschreibungen auf: Der Jäger überträgt die Verantwortung für sein Tun auf ein autonom in ihm wirkendes Triebgeschehen. Diesem konflikthaften, ja dramatischen Seelenzustand steht die unendliche Leichtigkeit des Tötens gegenüber. Sie wird abgefedert durch eine Pseudo-Logik und Scheinrationalität. Dies sichert, dass Jagen psychisch unauffällig bleibt und Teil der Normalität ist”, wie Frau Dr. phil. Hanna Rheinz erklärt.

Warum interessieren sich in den USA die Jugendlichen nicht mehr für die Jagd?

Es ist kein Geheimnis, dass die Zahl der Hobby-Jäger in Amerika zurückgegangen ist und weniger als 5 % pro Jahr einen Jagdschein erwerben. Seit 1982 ist die Anzahl der Hobby-Jäger gar um 18 Millionen zurückgegangen. In den fünf Jahren von 2011 bis 2016 haben 2,2 Millionen Hobby-Jäger dem blutigen Freizeitspass den Rücken gekehrt. Es gibt dafür gute Gründe. Der offensichtlichste ist, dass junge Generationen den Blut-Sport in rasendem Tempo verlassen.

Es gibt viele neue Freizeit-Programme, welche die Jugend sinnvoll für die Natur begeistern. Natürlich hat es auch eine Verlagerung vom ländlichen zum städtischen Leben gegeben. Anstatt aufs Land zu ziehen, ziehen die Menschen in grösserem Massstab in die Stadt.

Arkansas zum Beispiel hat viel öffentliches Land zum Jagen, aber es ist anders als vor 40 Jahren. Damals konnte man so ziemlich überall jagen, wo man wollte. Man konnte die Erlaubnis zum Jagen erhalten, indem man einfach an die Tür eines Fremden Grundbesitzers klopfte und ihn um Erlaubnis bat. Versuchen sie das heute in Iowa, Kansas oder Illinois. Die Jagd ist ein grosses korruptes Geschäft geworden.

Zerbrochene Familien – Scheidungen und Alleinerziehende haben einen Einfluss auf Jungjäger. Mit ungefähr 50 % der Ehen, die in Scheidung enden, stehen die Chancen gegen eine traditionelle Familie in diesen Tagen schlecht, dass der Papa an seinem Besuchswochenende die Kinder mit auf die Jagd nimmt.

Interessen-Gemeinschaft

Wild beim Wild


Die IG Wild beim Wild ist eine gemeinnützige Interessen-Gemeinschaft, die sich für die nachhaltige und gewaltfreie Verbesserung der Mensch-Tier-Beziehung einsetzt, wobei die IG sich auch auf die rechtlichen Aspekte des Wildtierschutzes spezialisiert hat. Eines unser Hauptanliegen ist, in der Kulturlandschaft ein zeitgemässes und seriöses Wildtiermanagement nach dem Vorbild vom Kanton Genf einzuführen – ohne Hobby-Jäger aber mit integren Wildhütern. Das Gewaltmonopol gehört in die Hände des Staates und nicht an Hobby-Jäger-Banden delegiert.