Kunterbunt

Umwelt- und Tierschutz ist nicht mit Fleischkonsum vereinbar

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

Umwelt- und Tierschutz beginnt auf dem Teller: Heute findet der zweite weltweite Klimastreik statt. Aus diesem Anlass veröffentlicht PETA obiges Video, um engagierte Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass die Ernährung im Hinblick auf die Klimaproblematik eine zentrale Rolle spielt. 

Der Clip stellt Bilder des Engagements von Fridays for Future und Aufnahmen von Tierquälerei, gerodeten Flächen, brennendem Regenwald gegenüber; integrierte Grafiken veranschaulichen die Zusammenhänge zwischen Fleischkonsum, Artenrückgang, Wasserverschmutzung, Bodendegradation und Klimawandel. Mit dem Video erinnert die Tierrechtsorganisation daran, dass die Produktion von Fleisch, Milch und Eiern eine der Hauptursachen für die Umweltprobleme unserer Zeit ist. PETA appelliert an alle Menschen, bei ihrem Engagement für den Umweltschutz auch das eigene Konsumverhalten zu überdenken.

Der Regenwald wird für den Anbau von Tierfutter, das auch nach Deutschland kommt, und für die Haltung von Rindern gerodet und in Brand gesteckt. Diese Tiere werden gewaltsam verladen und durch die halbe Welt gekarrt – oder in Brasilien für Fleisch getötet, das auch in deutschen Supermärkten landet. Das Geschäft ist unethisch und katastrophal für unsere Umwelt. Nur eine vegane Ernährung trägt nachhaltig zum Umweltschutz bei“.

Agrarwissenschaftlerin Lisa Kainz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie.

Produkte tierischer Herkunft sind Klimakiller Nummer eins

Entgegen der weitverbreiteten Annahme werden Regenwälder nicht für Sojaprodukte zerstört, die in veganen Produkten verarbeitet werden. Die Rodung riesiger Regenwaldgebiete erfolgt hauptsächlich für die Tierhaltung und den Futtermittelanbau – hierfür werden teils in der Trockenzeit Feuer gelegt, die sich schnell verbreiten und gefährliche Ausmasse annehmen können. Vergangenes Jahr verschwanden durch die Rodungen zwölf Millionen Hektar Regenwald – dies entspricht circa 30 Fussballfeldern pro Minute. Etwa vier Millionen Tonnen des nach Deutschland importierten Sojas werden für die Fütterung von Hühnern, Schweinen und Rindern verwendet. PETA weist darauf hin, dass der Konsum von Fleisch, Milch und Eiern entscheidend zur gesamten Umwelt- und Klimaproblematik beiträgt – Butter gilt sogar als klimaschädlichstes Produkt. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schreibt der Landwirtschaft 14,5 Prozent der weltweit ausgestossenen Treibhausgase zu – dies ist der offizielle Wert seit 2013. Neuere Studien sprechen von einem Anteil von rund 30 Prozent. Den grössten Teil dieser Treibhausgase verursacht die Tierhaltung. Das ist mehr als der gesamte globale Verkehr.

Tierquälerische Transporte –brasilianisches Fleisch landet auch in deutschen Supermärkten

Einige Rinder werden direkt in Brasilien getötet und ihr Fleisch wird unter anderem in die EU und nach Deutschland importiert. Andere werden teilweise lebendig in weit entfernte Schlachthäuser transportiert. In PETAs Video ist zu sehen, wie Rinder in Brasilien auf überfüllten Lkws in ihren eigenen Exkrementen stehen. Anschliessend werden sie auf Schiffe verladen, die zwei bis drei Wochen lang unterwegs sind – sie konnten bis in den Libanon verfolgt werden. Dort können viele Tiere wegen des kräftezehrenden Transports nicht mehr selbst laufen, sodass sie mit den Vordergliedmassen an einem Kran hängend von den Schiffen auf die Lkws befördert werden. Ausgekugelte Gelenke und Knochenbrüche sind keine Seltenheit. Tote Tiere werden bei Schiffstransporten häufig einfach über Bord geworfen – ebenso die Gülle, die aufgrund der Nährstoffüberversorgung zur Zerstörung der Meere beitragen kann.