Kunterbunt

Südkorea testet „Nasenabdruck“-ID für nationale Haustierregistrierung

Ein südkoreanisches Unternehmen hat ein biometrisches Erkennungssystem entwickelt, mit dem Hunde anhand ihres Nasenabdrucks identifiziert werden können.

Sobald Tierbesitzer das Nasenmuster und die allgemeinen Informationen ihres Hundes in einer App namens „Anipuppy“ registriert haben, können die Informationen durch Scannen des Nasenabdrucks des Hundes leicht abgerufen werden.

„Es handelt sich um einen biometrischen 3D-Algorithmus auf der Grundlage von künstlicher Intelligenz (KI) und tiefem Lernen, den wir jetzt in Smartphones integriert haben, so dass man Fotos von den Nasenmustern machen und sie zur Identifizierung jedes Tieres verwenden kann“, sagte Sujin Choi, Direktor der iSciLab Corporation.

Mit der neuen Technologie, die nach Angaben des Unternehmens eine 99,9-prozentige Genauigkeit aufweist, können Menschen, die entlaufene Hunde finden, schnell und direkt mit ihren Besitzern kommunizieren.

Hunderegistrierung einfacher machen

Derzeit ist es in Südkorea Pflicht, Haustiere mit einem Mikrochip oder einer externen Kennzeichnung zu registrieren. Seit der Einführung des Systems zur Registrierung von Haustieren im Jahr 2007 ist die Zahl der Registrierungen jedoch nicht gestiegen.

Laut einem Bericht des südkoreanischen Ministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und ländliche Angelegenheiten aus dem Jahr 2020 waren nur 38 Prozent der 6 Millionen Haustiere registriert.

Tierschutzexperten sagen, dass die Tierhalter zögern, weil sie sich Sorgen über den mühsamen Prozess und die möglichen gesundheitlichen Probleme der Mikrochip-Implantation machen.

Da kommt die Nasen-ID-Lösung gerade recht – sie ist nicht aufdringlich und viel schneller zu verabreichen als das Einsetzen eines Chips.

iSciLab arbeitet seit 2019 mit der südkoreanischen Regierung zusammen, um seine Nasen-ID-Technologie für die Kommerzialisierung zu entwickeln und zu testen.

Das Projekt soll bis 2024 abgeschlossen sein, damit es als offizielle Methode zur Identifizierung und Registrierung von Hunden in die Datenbank des Landes aufgenommen werden kann.

Das Unternehmen rechnet mit einem Preis von etwa 14 Euro pro Hund.

Nach Angaben des Unternehmens könnte die Technologie in Zukunft auch zur Identifizierung anderer Tiere wie Katzen, Kühe und Rehe eingesetzt werden.

Die biometrische Erkennungstechnologie von iSciLab ist derzeit in Südkorea, aber auch in den Vereinigten Staaten, Europa, Kanada und Japan patentiert.

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