Kunterbunt

Spanien führt Videoüberwachung in Schlachthöfen ein

In spanischen Schlachthöfen ist nun eine Videoüberwachung vorgeschrieben, die sicherstellt, dass die Tiere vor der Tötung human behandelt werden.

Die Regierung in Moncloa kündigte diese neue Vorschrift am Dienstag den 23.8.2022 an und behauptete, sie sei die erste ihrer Art in der Europäischen Union.

Mit dieser Vorschrift nimmt Spanien in diesem Bereich eine Vorreiterrolle in Europa ein. Sie gewährleistet nicht nur das Wohlergehen der Tiere während ihres Weges durch die Schlachthöfe, sondern verbessert auch die Garantien für die Lebensmittelsicherheit für die Verbraucher.

Minister für Verbraucherfragen, Alberto Garzon

Die Massnahme wurde auf der Kabinettssitzung am Dienstag gebilligt und wird nun zügig dem Parlament zur Genehmigung vorgelegt werden.

Sie sei bereits mit der Industrie abgesprochen, sagte Regierungssprecherin Isabel Rodriguez auf einer Pressekonferenz.

Wir werden das erste Land in der Europäischen Union sein, das ein verpflichtendes Videoüberwachungssystem in Schlachthöfen hat.

Ministerium für Verbraucherangelegenheiten der Linksregierung von Pedro Sanchez

Guillermo Moreno, geschäftsführender Direktor von Equalia, einer Nichtregierungsorganisation, die sich für die Reform eingesetzt hat, erklärte, er sei zufrieden mit dem, was er als „einen notwendigen und wichtigen ersten Schritt zur Anhebung der Tierschutzstandards in Schlachthöfen“ bezeichnete.

Er fügte hinzu, dass England, Schottland und Israel die Massnahme bereits in ihren Schlachthöfen eingeführt hätten.

Die Schlachthofbetreiber müssen Bilder von der Entladung, der Unterbringung in den Buchten, dem Transport zum Betäubungsbereich, der Ruhigstellung, der Betäubung und dem Ausbluten für eventuelle spätere Kontrollen durch die zuständigen Kontrolldienste aufbewahren. Sie müssen auch sicherstellen, dass sie mit der gleichen Qualität wie die Originalaufnahme wiedergegeben, kopiert oder an andere Geräte übertragen werden können.

Nach den jüngsten Daten der spanischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und Ernährung (Aesan) über Tierschutzkontrollen in Schlachthöfen wurden im Jahr 2020 in 645 Schlachthöfen 1’626 Kontrollen durchgeführt, bei denen 680 Verstösse festgestellt wurden.

Grosse Schlachthöfe haben ein Jahr Zeit, um den neuen Standard einzuführen, kleinere Betriebe haben zwei Jahre Zeit, so das Ministerium.

1 Kommentar

  1. Das hat wahrscheinlich auch den Grund, dass Tönnies und einige andere große Schlachtereien nach Spanien ausweichen wollen, da der Schweineexport nach China in der BRD nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest bei deutschen Wildschweinen zum erliegen kam. Bin gespannt wie diese neue Vorschrift bei Tönnies und den anderen Schlachthöfen ankommt.

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