Kunterbunt

Schliessung aller Pelzfarmen in Europa

Regierungsbeamte sagten, dass eine Mutation des Virus die Wirksamkeit des Impfstoffs beim Menschen beeinträchtigen könnte
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Auf dänischen Nerzfarmen ist das Coronavirus auf Tiere übergesprungen, mutiert – und könnte so eine neue Gefahr darstellen, gegen die ein Impfstoff nicht hilft. Das Land greift nun drastisch durch.

Aus Sorge vor den Folgen für kommende Impfstoffe gegen das Coronavirus werden in Dänemark alle Nerze getötet. Das gab Ministerpräsidentin Mette Frederiksen auf einer Online-Pressekonferenz in Kopenhagen bekannt.

Dabei geht es um Millionen von Wildtieren. Das Fell der Nerze ist unter anderem für Pelzmäntel beliebt. Das Virus sei unter Nerzen mutiert und wurde auf den Menschen übertragen, sagte die Regierungschefin.

Das State Serum Institute, die offizielle dänische Behörde für Pandemien und Infektionskrankheiten, warnte davor, dass eine Mutation die Wirksamkeit künftiger Impfstoffe beeinträchtigen könnte.

Das Problem ist jedoch nicht auf Dänemark beschränkt. Das Virus verbreitet sich auch in schwedischen und italienischen Betrieben. Bisher reagierten nur die Niederlande mit einem Verbot der Nerzzucht, das zuvor für 2024 geplant war.

Gefangene Nerze können auch Wildtiere infizieren, wenn beispielsweise ein infizierter Nerz einer Farm entkommt. Sobald sich dieses Virus bei Wildtieren etabliert hat, fällt es sehr schwer, es loszuwerden. 

Die gegenwärtigen Umstände zeigen, dass die Pelzzucht nicht nur grausam und unethisch ist, sondern auch ein echtes Risiko für die Gesundheit der europäischen Bürger darstellt. Aus diesem Grund fordern wir die Europäische Kommission auf, die Mitgliedstaaten aufzufordern, dem niederländischen Beispiel zu folgen: alle Nerzfarmen dauerhaft zu schließen. Da leider Millionen von Tieren getötet werden würden, fordern wir die EG auf, zu überwachen, dass dies menschlich und gemäß den Anforderungen der EU-Gesetzgebung erfolgt.

 Reineke Hameleers, CEO der Eurogruppe für Tiere 

Nerze gehören zur Familie der Wiesel, zusammen mit Frettchen, die leicht mit dem Coronavirus infiziert werden können. Frettchen scheinen leichte Symptome zu haben. Nerze, die unter überfüllten Bedingungen gehalten werden, ideal für die Verbreitung eines Virus, können ziemlich krank werden und sterben. Nerze wurden auch in einigen US-Bundesstaaten infiziert. Tausende Nerze wurden in Utah aufgrund eines Coronavirus-Ausbruchs getötet, aber die dortigen Behörden sagten, es sei nicht so, als hätte der Nerz das Virus auf den Menschen übertragen, sondern umgekehrt.

Angst vor Mutation

Bei zwölf Menschen im Norden Jütlands sei bereits eine mutierte Version des Coronavirus Sars-CoV-2 festgestellt worden, sagte Frederiksen. Zugleich warnte sie davor, dass die Mutation sich nicht nur auf weitere Teile Dänemarks, sondern auch im Rest der Welt ausbreiten könnte. Die Nerzzüchter werden entschädigt, wie Lebensmittelminister Mogens Jensen sagte.

Dänemark ist der weltweit grösste Produzent von Nerzfellen. Im Land gibt es derzeit 1139 Zuchtfarmen und etwa 15 bis 17 Millionen Nerze. Nach Angaben der dänischen Behörden sind bereits auf mehr als 200 Farmen Corona-Fälle festgestellt worden. Auf 67 Farmen wurde der Pelztierbestand bereits getötet.

Aus Sorge vor einer Ausbreitung einer bei Nerzen aufgetretenen Mutation des Coronavirus erlässt die dänische Regierung weitreichende Beschränkungen in der Region Nordjütland. In sieben Kommunen wird der öffentliche Nahverkehr eingestellt, die knapp 280’000 Einwohner werden eindringlich aufgefordert, in ihrer jeweils eigenen Kommune zu bleiben. Schüler der fünften bis achten Klasse sollen ab Montag aus der Ferne unterrichtet werden, gleiches gilt für Studenten weiterführender Bildungseinrichtungen, wie die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bekanntgab.

2 Kommentare

  1. Elke Jonas

    Wann lernt der Mensch das Tierquälerei, Massentierhaltung etc, wo Tiere dicht gedrängt stehen, Krankheiten für Mensch und Tier entstehen?

  2. Ilona Fuhrmann

    Bitte beendet das Leid der Tiere ein für allemal !!!
    Die Steinzeit ist um.
    Kein Mensch braucht Fell oder Pelz, um sich zu wärmen

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