Kunterbunt

Schlachthöfe: Corona-Hotspot – Es ist Zeit, Fleisch zu verbannen

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
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Immer mehr Schlachthöfe in Deutschland entpuppen sich wegen ausbeuterischer Arbeitsbedingungen als Corona-Hotspots. Am Mittwoch stellte das Kabinett Pläne vor, wonach Werkverträge und Arbeitnehmerüberlassungen in dieser Branche verboten werden sollen.

Doch das gravierende Leid der Tiere wurde von der Bundesregierung abermals nicht thematisiert. Mit einer Anzeigenserie in mehreren überregionalen und lokalen Tageszeitungen fordert PETA Bürger und Politik nun auf, nachhaltige und humane Massnahmen zu ergreifen: Am vergangenen Samstag stach den Lesern der Pforzheimer Zeitung und der Allgemeine Zeitung Coesfeld ein grosses blutiges Beil mit dem Text „Schliesst die Schlachthöfe“ ins Auge, um für eine dauerhafte Schliessung der Corona-Hotspot-Schlachthäuser in Birkenfeld und Coesfeld zu werben. Die Segeberger Zeitung lehnte den Druck der Anzeige, die sich gegen den Schlachthof in Bad Bramstedt richtete, hingegen ab. Abgedruckt wurde das Motiv dafür am 21. Mai in den Lübecker Nachrichten. Zwei ganzseitige Anzeigen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung am vergangenen Wochenende sowie am morgigen Samstag in der Süddeutschen Zeitung zeigen den Lesern das angsterfüllte Gesicht einer Kuh in einem deutschen Schlachthof, der ein Bolzenschussgerät an den Kopf gehalten wird. Unter der Überschrift „Es ist Zeit, Fleisch zu verbannen“ informiert PETA die Leser über das Leid und die Umweltfolgen für Mensch und Tier, die mit dem Fleischkonsum einhergehen.

Schlachthöfe: Corona-Hotspot - Es ist Zeit, Fleisch zu verbannen

„Schlachthöfe sind Tierhöllen. Die Fleischindustrie ist politisch so gut vernetzt, dass sie nicht einmal Strafen für die Ausbeutung von Menschen fürchten muss. In einer zivilisierten Gesellschaft haben solche Geschäftszweige keinen Platz, deshalb appellieren wir an alle Menschen, Fleisch und anderen tierischen Produkten den Rücken zu kehren“, so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei PETA.

Fleisch und Infektionskrankheiten

Bevor den Tieren wegen der oft unzureichenden Betäubung hunderttausendfach bei vollem Bewusstsein die Kehlen aufgeschlitzt werden, fristen sie ein Dasein auf engstem Raum inmitten ihrer eigenen Exkremente. Tierställe können regelrechte Brutstätten für tödliche Keime sein, und diese Umstände begünstigen die Entstehung und Verbreitung von Krankheitserregern auch in den Schlachthöfen. 75 Prozent – somit drei von vier aller neu auftretenden Infektionskrankheiten – wurden vom Tier auf den Menschen übertragen, sind also Zoonosen. Bereits 2004 nannte die Weltgesundheitsorganisation WHO die steigende Nachfrage von tierischen Produkten als eine der Hauptursachen für die Entstehung von Zoonosen. COVID-19, die Vogelgrippe H5N1, die SARS-Pandemie, das MERS-CoV, das gefährliche Ebolafieber, unzählige Opfer durch multiresistente Keime und sogar Aids haben einen gemeinsamen Nenner: die Gier der Menschen nach Fleisch.

Fleisch und Umwelt/Gesundheit

Durch die globale Tierwirtschaft entstehen mehr Treibhausgase als durch den gesamten Verkehrssektor. Die UNO erklärte 2018, dass der Fleischkonsum um bis zu 90 Prozent gesenkt werden muss, damit wir die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels vermeiden können. Eine 2019 veröffentlichte Studie der Universität Oxford zeigt, dass eine vegane Lebensweise zwei Tonnen Treibhausgase pro Person und Jahr einspart. Die hohen Mengen an Cholesterin und gesättigten Fettsäuren wirken sich in ihrer Zusammensetzung ungünstig auf die Gesundheit aus – der zu hohe Konsum ist ein wesentlicher Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes sowie verschiedene Krebserkrankungen.

Was Sie tun können

Bitte sehen Sie von der Unterstützung dieser skrupellosen Industrie und der damit verbundenen Ausbeutung von Arbeitern und Tieren ab. Greifen Sie beim Einkauf stets zu pflanzlichen Produkten. Mit jedem Kauf tierischer Produkte wird eine Reihe von Ereignissen in Gang gesetzt, die möglicherweise die nächste Zoonose auslösen könnte. Helfen Sie mit, das Risiko einer weiteren Pandemie zu vermindern. Melden Sie sich noch heute für unser kostenloses und unverbindliches Veganstart-Programm an und machen Sie einen Unterschied.

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Die Artikel auf der Website der IG Wild beim Wild sind von und mit den Mitarbeitern von der IG und weiteren Co-Autoren als auch von Dritten.

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