Kunterbunt

Scharfe Kritik an Neunkircher Zoo wegen Unterstützung einer Tierqual-Anlage von Hobby-Jägern

Hobby-Jäger haben nicht nur die Lizenz zum Töten, sondern auch noch zum Tierquälen.

Nach Anklageerhebung gegen die Betreiber der Schliefenanlage in Lemgo hat PETA Anfang dieser Woche auch die Verantwortlichen des Deutschen Teckelklub – Gruppe St. Ingbert Saar/Pfalz – als Betreiber der Schliefenanlage in Neunkirchen-Kohlhof bei der Staatsanwaltschaft Saarbrücken angezeigt.

Grund sind mutmaßliche Verstösse gegen das Tierschutzgesetz. Wie in den über 100 anderen Schliefenanlagen in Deutschland werden Füchse dort immer wieder in unterirdische Tunnel getrieben. In diesen versetzen Hunde sie in Todesangst. PETA hat neben den Verantwortlichen dieser Anlage noch über 100 weitere Betreiber im ganzen Bundesgebiet angezeigt, um auf die massiven und andauernden Qualen der Füchse in Schliefenanlagen aufmerksam zu machen. Die Tierrechtsorganisation fordert die Schliessung der Anlage in Kohlhof sowie die Beschlagnahmung der dort möglicherweise noch eingesperrten Füchse. Scharfe Kritik übt PETA auch am Leiter des Neunkircher Zoos, der in der vergangenen Woche bekannt gab, Füchse aus einem neuen Zoogehege für die Nutzung in einer Schliefenanlage zur Verfügung zu stellen.

Nach Information der Obersten Jagdbehörde Saarbrücken, will der Neunkircher Zoo ein Fuchsgehege erstellen lassen, Antrag wäre eingereicht, um dort Füchse zu halten, die dann der Jägerschaft zur Ausbildung ihrer Bauhunde zur Verfügung gestellt werden sollen, in so genannten Schliefanlagen. Wenn so etwas mit der Satzung und Einstellung eines zoologischen Gartens in Einklang zu bringen ist, dann ist das ein Skandal. Der Direktor des Zoos Dr. Fritsch ist selbst Hobby-Jäger.

Füchse haben wie Menschen und alle anderen Tiere ein Recht auf Freiheit – es darf nicht sein, dass sie eingesperrt und zur Jagdhundeausbildung missbraucht werden. Schliefenanlagen sind an Tierschutzwidrigkeit und Grausamkeit kaum zu überbieten. Es ist bezeichnend für Jäger und ihr blutrünstiges ‚Hobby‘, dass sie Füchse ohne Mitgefühl unvorstellbarer Todesangst aussetzen. Dass der Neunkircher Zoo bei dieser skrupellosen Tierausbeutung nun mitmischen will, ist beschämend und inakzeptabel.

Dr. Edmund Haferbeck, Senior-Mitarbeiter im Bereich Special Projects bei PETA

Fuchsjagd ist kontraproduktiv und grausam

Schliefenanlagen sind trotz ihrer klar tierquälerischen Ausrichtung bislang in Deutschland noch nicht verboten, genau wie Baujagden. Dabei verstossen die Betriebe nach Auffassung der Organisation grundsätzlich gegen Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes sowie gegen die einschlägigen Strafrechts- und Ordnungswidrigkeits-Regelungen. Nach Anzeige von PETA gegen die Betreiber einer Schliefenanlage in Lemgo (NRW) ist eine Verhandlung für September 2022 angesetzt. (Az.: 23 Js 200/20 AG Lemgo). Füchse sind in den Anlagen permanent in einem Zustand der Todesangst, denn immer wieder hetzen Jäger Hunde in das Tunnelsystem, das den Fuchsbau simulieren soll. Zwar wird der Fuchs in einen durch Gitter von den Hunden getrennten Kessel gesetzt, um dort aufgespürt zu werden – dennoch muss er so in seinem „Zuhause“ ständig um sein Leben fürchten. Generell bedeuten Gefangenschaft sowie der Kontakt zu Menschen und Hunden für Wildtiere wie Füchse erheblichen Stress. Dabei ist laut PETA nicht nur das „Training“ für die Baujagd, sondern die Jagd an sich sowohl grausam als unnötig.

Tierschützer werfen dem Zoo in Neunkirchen (Saarland) vor, Tierquälerei zu unterstützen. Gegen eine Schliefanlage, in der Hunde zum Training Füchse jagen, wurde jetzt Anzeige erstattet.

Hobby-Jäger stellen Füchsen mit Fallen, Gewehren und der Baujagd nach. Häufig flüchten angeschossene Tiere mit offenen Wunden oder sterben qualvoll und langsam in den Fallen. Im vergangenen Jagdjahr wurden allein im Saarland rund 3.000 Füchse durch Hobby-Jäger getötet, bundesweit fast eine halbe Million Tiere. Füchse dienen Hobby-Jägern hauptsächlich als lebende Zielscheiben, denn weder aus wildbiologischer noch aus gesundheitlicher Sicht besteht ein Grund für ihre massenhafte Bejagung.

Zudem hat die Jagd auf Füchse keinerlei regulierende oder reduzierende Auswirkungen auf die Population, weil Verluste rasch durch Zuwanderung und steigende Geburtenraten ausgeglichen werden. Fuchspopulationen regulieren sich aufgrund von Sozialgefügen, Nahrungsverfügbarkeit und Krankheiten selbst. Aufgrund der Faktenlage ist die Fuchsjagd in Luxemburg bereits seit April 2015 verboten. Ein solches Verbot ist in Deutschland überfällig – daher hat PETA eine entsprechende Petition ins Leben gerufen.

1 Kommentar

  1. Ein weiterer Beweis, dass Zoos nicht wirklich an einem artgerechten Leben der Tiere interessiert sind 🤬.
    Und zu den Jägern kann ich nichts sagen ausser: Ihr seid einfach nur Tierquäler und euer Hobby bringt nur euch etwas (die Geschichten, was ihr alles für die Wildtiere macht, sind lachhaft).

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