Kunterbunt

Rom will gegen Wildschweine vorgehen

In der ewige Stadt sollen laut dem Bauernverband bis zu 23’000 Wildschweine leben.

In der Umgebung Roms haben sich Wildschweine in den vergangenen Jahren stark vermehrt. Viele von ihnen ernähren sich vom Müll auf den Strassen. Inzwischen sind sie auch in anderen Teilen Italiens ein wachsendes Problem.

Wissenschaftliche Daten zeigen, dass die Vermehrung der Population und die Zunahme von Schäden in der Landwirtschaft und von Verkehrsunfällen auch eine direkte Folge der falschen Bejagung ist.

In der Hauptstadt sind die seit Jahren überfüllten Müllcontainer zu Magneten für Wildschweinrotten auf Nahrungssuche geworden. Da die Tiere die Scheu vor Menschen verloren haben, kommt es immer öfter auch zu gefährlichen Begegnungen. Beim Gang zum Müllcontainer in den späten Abendstunden wurde vergangene Woche eine ältere Frau im Norden Roms von einer Bache die ihre Jungen verteidigte angegriffen und musste mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Mehrerer Wohngebiete im Norden Roms verhängten nach ähnlichen Vorfällen eine „Ausgangssperre“ von 20.30 Uhr bis zur Morgendämmerung.

Dazu muss man wissen, dass die Dreimillionenstadt Rom, die täglich 4.000 bis 5.000 Tonnen Müll produziert, bisher über keine einzige Müllverbrennungsanlage auf ihrem Gemeindegebiet verfügt. Der grösste Teil des Römer Abfalls wird für teures Geld mit Lastwagen und Güterzügen in andere Regionen und ins Ausland exportiert, gerade einmal 2 % des Römer Mülls werden in Rom selbst entsorgt. Der Rest landet auf den Strassen und lockt Heerscharen von Wildschweinen, Möwen und Ratten an.

Jetzt wurde sogar die Schweinepest nachgewiesen. Um die weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest durch Wildschweine zu verhindern, hat die Hauptstadtregion Latium eine „rote Zone“ im Norden von Rom eingerichtet. In dem 500 Hektar grossen Gebiet sind bis auf Weiteres Picknicks in Parks untersagt, auch das Füttern von Wildtieren ist verboten. Um Müllcontainer sollen Zäune errichtet werden.

Der römische Bürgermeister Roberto Gualtieri hat ein Programm zur Reduzierung der Zahl von Wildschweinen durch gezielte Keulungen angekündigt.


1 Kommentar

  1. Es sollte immer andere Möglickeiten als Tötungen infrage kommen.Wenn Menschen nerven werden sie auch nicht getötet sondern es werden Lösungen gesucht.
    Wieso ist das bei Jägern keine Option gibt es keine Ausbildung zum Erhslt von Tier und Mensch?

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