Kunterbunt

Pelztier-Farmen: Niederlande vergast Nerze wegen Corona

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Als erster wurde am Samstag den 6.6.2020 ein Betrieb in Deurne im Osten des Landes mit etwa 1.500 Nerzen und ihren Jungen geräumt, sagte eine Sprecherin der zuständigen Behörde. Mindestens acht Pelztier-Farmen sind betroffen. Sie befinden sich unweit der deutschen Grenze.

Tierschützer hatten versucht, die Räumung mit einer einstweiligen Verfügung zu verhindern. Ein Gericht hatte jedoch am Freitagabend grünes Licht gegeben. Das Ministerium befürchtet, dass die Pelztier-Farmen ein bleibender Infektionsherd sein könnten.

Mindestens zwei Menschen sollen durch Nerze mit dem Coronavirus infiziert worden sein – davon geht zumindest das Landwirtschaftsministerium in Den Haag aus. Deshalb hat es die Räumung der Betriebe beschlossen. Der Grund sei die Sorge, die Farmen könnten ein Corona-Infektionsherd werden.

Ende April war das Coronavirus bei mehreren Nerzen auf niederländischen Pelztier-Farmen festgestellt worden (Niederlanden: Coronavirus auf Nerzfarm entdeckt). Die erkrankten Tiere hätten unter Magen-Darm-Problemen und Atemnot gelitten.

Die Tiere werden mit einem Gas getötet und die Kadaver dann von einem Spezialbetrieb vernichtet. Anschliessend sollten die Ställe desinfiziert werden. Im Laufe der kommenden Tage sollten alle acht betroffenen Betriebe geräumt werden.

In den Niederlanden gibt es noch rund 150 Pelztierfarmen. Ab 2024 ist die Zucht von Nerzen nach einem Gerichtsurteil verboten.

Das Friedrich-Loeffler-Institut meldete Mitte Mai, dass Flughunde und Frettchen empfänglich für eine Sars-CoV-2-Infektion seien, Schweine und Hühner hingegen nicht. Hunde gelten als wenig empfänglich für das Virus, Katzen dagegen schon eher. Aus New York sind Infektionen von Tigern und Löwen bekannt.

Populismus und finanzieller Gewinn als Motivation

Netzbesitzer befürworten das Keulen, da sie derzeit Pelze unter den Kosten verkaufen und Quarantänemassnahmen schwierig sind. Sie hoffen auf Entschädigung. Ihre Motivation ist Geldgewinn.

Die Motivation der Politiker, Nerze zu vergasen, scheint eine populistische Grundlage zu haben: den Geist einer ängstlichen Bevölkerung zu besänftigen, die über die wissenschaftlichen Fakten schlecht informiert ist. 

Die Gesundheitsminister Hugo de Jonge und Carola Schouten von Agriculture sagten, dass die Gemeinden, in denen sich Nerzfarmen befinden, sehr besorgt sind. Dies gilt auch für die Züchter selbst. Diese Bedenken beruhen nicht auf Tatsachen oder rationalen Überlegungen. 

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Die Artikel auf der Website der IG Wild beim Wild sind von und mit den Mitarbeitern von der IG und weiteren Co-Autoren als auch von Dritten.

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