Kunterbunt

Ostschweiz: Wolf war krank

In der Nacht auf Dienstag ist im Kanton Thurgau ein kranker Wolf geschossen worden. Das Tier hatte in den letzten Wochen in den Kantonen St. Gallen und Thurgau mehrere Schafe getötet, unter anderem in einem offenen Laufstall.
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Bilder von Fotofallen hätten fehlende Haare an der hinteren Körperhälfte des Tiers gezeigt, teilte die Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau am 18. Februar mit. Deshalb sei von Beginn weg vermutet worden, dass der Wolf in der Ostschweiz von einer Krankheit befallen sei.

Der Wolf, der in den vergangenen Wochen im Grenzgebiet der Kantone Thurgau und St. Gallen in der Ostschweiz bei verschiedenen Angriffen mehrere Schafe getötet hatte – letztmals am 17. Februar in der Region Bischofszell, wo er ein weiteres Schaf in einem offenen Laufstall riss – war krank. Der Verdacht bestand von Beginn weg aufgrund fehlender Haare an der hinteren Körperhälfte, wie die Bilder von Fotofallen zeigten. Der Wolf kehrte bereits vergangene Woche mehrmals zum Hof im Kanton St. Gallen zurück, wo er mehrere Schafe gerissen hatte. Dort gelangen zahlreiche Fotos und Direktbeobachtungen, welche belegen, dass sich der Gesundheitszustand in den letzten Wochen massiv verschlechterte. Zudem deutete auch der immer kleiner werdende Radius seiner Raumnutzung auf ein atypisches Verhalten hin.

Nachdem der kranke Wolf in der vergangenen Nacht wieder zu seinem Riss im Raum Bischofszell zurückgekehrt war, wurde er durch die Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau in Zusammenarbeit mit der St. Galler Wildhut von seinem Leid erlöst. Der Abschussentscheid ist mit der St. Galler Jagdbehörde vorgängig abgesprochen worden. Der Wolf wird nun veterinärmedizinisch untersucht und genetisch identifiziert.

Woher stammt der Wolf in der Ostschweiz?

Der Abschussentscheid wurde mit der St. Galler Jagdbehörde vorgängig abgesprochen. Der einzige Grund dafür sei die Krankheit gewesen, sagt Kistler. Die Anzahl der getöteten Nutztiere habe keinen Einfluss auf den Entscheid gehabt. Der Wolf wäre früher oder später sowieso an seiner Krankheit gestorben, ist der Amtsleiter der Thurgauer Jagd- und Fischereiverwaltung überzeugt.

Ob der Wolf an der Hautkrankheit Räude litt, die aktuell bei Füchsen im Kanton Thurgau weit verbreitet ist, könne er derzeit nicht sagen, erklärt Kistler. Aber es gäbe gewisse Ähnlichkeiten. Das tote Tier wird nun untersucht und genetisch identifiziert. So soll einerseits die Krankheit genau bestimmt und anderseits die Herkunft des Wolfes geklärt werden.

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