Nach Kritik an der Trassenführung des Zauns zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Nationalpark Unteres Odertal wird der dortige Festzaun wie angekündigt teilweise verlegt.

Mit der Verlegung des Zauns reagieren die verantwortlichen Behörden auf Funde von verletzten und verendeten Wildtieren am ASP-Zaun infolge des Oder-Hochwassers zu Beginn des Jahres. Der westliche Zaun des Schutzkorridors entlang der Grenze zu Polen wird nun im überwiegenden Teil des Polders A nach Westen verschoben. Damit erhalten Wildtiere genügend Fläche, um sich aus den regelmässig von Hochwasser betroffenen Auenflächen zurückziehen zu können. Der Umbau wird umgehend beginnen.

Anna Heyer-Stuffer: „Die Bilder von verendeten Wildtieren am ASP-Zaun haben uns alle betroffen gemacht. Ich bin überzeugt, dass wir mit der nun gefundenen Lösung einen guten Kompromiss zwischen Tier- und Naturschutz, Hochwasserschutz sowie der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest haben. Ich danke allen Beteiligten für die schnelle und konstruktive Zusammenarbeit. Kein Verständnis habe ich für das mutwillige Zerstören der Zäune. Das ist falsch verstandener Tierschutz. Die Erfolge im Kampf gegen die hoch gefährliche ASP dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden. Sie dienen auch dem Tierschutz der Wild- und Hausschweine.

Anja Boudon: „Wir sind uns einig, dass unnötiges Tierleid am ASP-Zaun jetzt und in Zukunft vermieden werden muss. Unter Berücksichtigung von erforderlicher Seuchenbekämpfung sowie rechtlich verankertem Natur-, Tier- und Hochwasserschutz haben wir mit dem geplanten Zaunverlauf einen Kompromiss im Nationalpark Unteres Odertal gefunden und schaffen Ausweichflächen für die Tiere. Der Zaunumbau muss jetzt beginnen, damit die Maßnahmen noch vor dem Frühjahrshochwasser greifen. In und an FFH-Gebieten müssen Verträglichkeitsprüfungen in Zusammenhang mit dem Bau von ASP-Zäunen stattfinden.“

Karina Dörk: „Seit Monaten setzen wir die notwendigen Schritte zur Bekämpfung der ASP im Landkreis Uckermark konsequent um. Nach Bekanntwerden der Bilder verendeter Rehe zu Jahresbeginn haben wir mit Sofortmaßnahmen schnell Abhilfe geschaffen. Die ersten Bilder zeigen, dass diese Maßnahmen nachweislich greifen. Mit der Zaunversetzung schaffen wir eine Lösung, die sowohl den Belangen des Seuchen- als auch des Tierschutzes Rechnung trägt. Dass die ASP aus Westpolen derzeit nachweislich nach Norden wandert, sehen wir an frischen ASP-Funden auch im Bereich des Nationalparks.“

Sofortmassnahmen des Landkreises zeigen Wirkung

Anfang des Jahres waren vermehrt verletzte und verendete Wildtiere am ASP-Zaun im Nationalpark Unteres Odertal gefunden worden. Offensichtlich konnten die Tiere wegen des Hochwassers nicht wie sonst üblich den 1,20 Meter hohen Zaun überspringen. Der Landkreis Uckermark hatte mit Sofortmaßnahmen wie dem zeitweiligen Öffnen von Toren, Zaunabsenkungen auf 80 Zentimeter, Reh-Durchlässen und dem Bau von Kleintierrampen umgehend auf die aktuelle Situation reagiert. Die Evaluation dieser Massnahmen zeigt erste Erfolge, so konnten Wildkameras Rehe aufnehmen, wie sie die Öffnungen nutzen. Der nun vereinbarte Zaunumbau soll die Situation der Wildtiere weiter verbessern und gleichzeitig die Belange des Nationalparks noch stärker berücksichtigen.

Feste Zäune sind die wichtigste Massnahme im Kampf gegen die hoch gefährliche Afrikanische Schweinepest. Brandenburg ist derzeit mit Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern das Bollwerk gegen eine ungebremste Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest Richtung Westen.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine ansteckende Allgemeinerkrankung der Schweine (Haus- und Wildschweine), die fast immer tödlich verläuft und unheilbar ist. Es gibt keine Möglichkeit, die Schweine durch eine vorbeugende Impfung zu schützen. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände (Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge) und Futter in andere Gebiete durch den Menschen übertragen werden. Für den Menschen und andere Tierarten ist die ASP nicht ansteckend oder gefährlich.

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