Kunterbunt

Marder machen Jagd auf Kabel und Schläuche

Im Internet werden verschiedene «Hausmittelchen» empfohlen: Ein Drahtgeflecht unter dem Auto, da Marder nicht gerne über Draht gehen, Menschen-, Katzen- oder Hundehaare zur Abschreckung, Toilettensteine, Mottenkugeln oder auch Duftsäckchen, die im Motorraum angebracht werden. Die Wirkung dieser Mittelchen ist allerdings umstritten.

Ab jetzt wird zugebissen: Im Juni beginnt die Paarungszeit der Steinmarder. Die Männchen verteidigen dann heftig ihr Revier. Unsichere Zeiten für Autofahrer. Besonders für alle, die zwischen Orten hin- und herpendeln, an denen unterschiedliche Marder den Motorraum heimsuchen. Die kleinen Raubtiere lieben den engen Platz unter der Motorhaube: Eine kuschelige Höhle zum Wohlfühlen. Allein der Geruch eines vermeintlichen Konkurrenten, der seine Duftmarke hinterlässt, kann ihr Wohlgefühl trüben. In diesem Moment sind wilde Beissattacken vorprogrammiert.

Autofahrer ohne Garage müssen damit rechnen, dass sich Marder zum Beispiel an den Kabeln ihrer Zündkerzen oder an den Brems- und Kühlwasserschläuchen ihrer Pkw vergehen. Das kann, teuer werden. Mehr als 200’000 Fälle verursachten Marder an den Pkw ihrer Kunden im vergangenen Jahr in Deutschland. Der Marder verursacht einen jährlichen Schaden von mehr als 60 Millionen Euro an Kraftfahrzeugen.

Mit einer Länge samt Schwanz von bis zu 90 Zentimeter und rund zwei Kilogramm Gewicht können die neugierigen Räuber auch Eichhörnchen oder Vögel erbeuten. Zu erkennen sind die wieselflinken Steinmarder an dem weissen Kehlfleck im braunen Pelz.

Aber es kann nicht nur teuer, sondern auch gefährlich werden. Oft bleiben die Schäden unentdeckt, da die spitzen, kleinen Zähne der Raubtiere oft nur stecknadelgrosse Einstiche hinterlassen. Während der Fahrt kann es recht schnell zu Folgeschäden, zum Beispiel am Motor, kommen. Ein Blick auf die Temperaturanzeige des Kühlwassers hilft: Geht der Zeiger in den roten Bereich, ist ein Blick unter die Motorhaube unerlässlich. 

Teilkasko-Versicherungen decken Marderbisse in aller Regel ab. Trotzdem lohnt sich ein Blick ins Kleingedruckte, vor allem im Hinblick auf Folgeschäden: Wenn nämlich in der Folge von Marderbissen Sensoren oder andere empfindliche Bauteile in Mitleidenschaft gezogen werden, kann es schnell zu kostspieligen Reparaturen kommen. So ist in manchen Autos beispielsweise das Kabel der Lambda-Sonde sehr gut zugänglich. Wird dieses durch Marderbisse beschädigt, funktioniert die Abgasreinigung nicht mehr richtig. Bei Mardern beliebt sind auch Lenkstangen- oder Gelenkwellenmanschetten. Sind sie beschädigt, kann es vorkommen, dass Gelenke nicht mehr richtig geschmiert werden und Schaden nehmen. 

Hat sich das kleine Raubtier an den Schläuchen und Kabeln von Autos, Campingfahrzeugen oder Krafträdern vergangen, greift natürlich auch die Vollkasko-Versicherung. Allerdings gilt hier: Wer einen Schaden meldet, wird in seinem Schadenfreiheitsrabatt hochgestuft.

Vorbeugen ist besser als reparieren

Ebenfalls ein Schutz gegen Marder bieten Kontaktplatten im Motorraum. Sie geben einen schwachen Stromschlag ab, wie beispielsweise auch Tierzäune, und sollen die Tiere so fernhalten. Eine Batterie versorgt sie mehrere Monate unabhängig vom Bordnetz.

Ein Wundermittel, das den Marder vom Motorraum fernhält, gibt es nicht. Autobesitzer, die sich den ganzen Ärger mit Panne und Reparatur ersparen wollen, können dem Marder das Zubeissen aber zumindest erschweren. Wirkungsvoll und günstig sind stabile Kabelummantelungen für gefährdete Bauteile aus dem Fachhandel. Zudem verderben spezielle Vorrichtungen zum Abschotten des Motorraums – wie sie manche Autofirmen anbieten – dem kleinen Raubtier den Spass mit Kabeln, Dämmmatten und Wasserschläuchen. Auch gelegentliche Motorwäschen sollen helfen. Sie entfernen alle Geruchsspuren aus dem Motorraum, die andere Marder anlocken. Einen zuverlässigen Schutz bietet fast nur die geschlossene Garage.

Verlässlicheren Schutz bieten auch Ultraschallgeräte. Hochwertige Produkte haben eine variable Frequenz (> 20 kHz), eine variable Impulsdauer und Impulsfolge (Zufallsgenerator) sowie einen Schalldruck von mindestens 100 dB. Sie sind zudem resistent gegen Nässe, Vibrationen und Temperaturschwankungen und verbrauchen wenig Strom. Wenn es die Umgebung zulässt, kann auch ein Ultraschallgerät in der Nähe des Autos installiert werden.