Kunterbunt

Laubhaufen für die Artenvielfalt

Die Stadt Winterthur hat ein Herz für Igel.
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An dutzenden Orten in der Stadt Winterthur lässt Stadtgrün ab diesem Herbst zusätzlich Laub auf Haufen liegen. Die Laubhaufen bieten Kleintieren Unterschlupf und dienen so dem Erhalt der Artenvielfalt.

Die Massnahme ist Teil des Schwerpunkts Ökologie- und Biodiversitätsförderung von Stadtgrün und wird im neuen Konzept «Laubmanagement» festgehalten. Ziel ist es, so wenig Laub wie möglich abzutransportieren und so viel wie möglich von Hand zu arbeiten.

Seit Jahren lässt Stadtgrün Laub auf Beeten, unter Sträuchern und bei Bäumen liegen – wenn möglich in Form von Haufen. Im Rahmen des Schwerpunkts Ökologie- und Biodiversitätsförderung verstärkt Stadtgrün nun die Bestrebungen, mit dem Laub die Biodiversität zu erhalten. So hat Stadtgrün auf Grünflächen, verteilt über die ganze Stadt, dutzende zusätzliche Orte bestimmt, an denen Laub in Haufen liegen gelassen wird.

Die Haufen dienen als Unterschlupf- oder Nahrungsorte besonders für Igel, aber auch für weitere Wildtiere wie Blindschleichen, Kröten, Frösche, Eidechsen, Spitzmäuse, Spinnen und Insekten. Im Innern eines Laubhaufens ist es aufgrund des Verrottungsprozesses wärmer. Zudem bietet er Schutz in einer Zeit, in der Rückzugsorte aufgrund kahler Sträucher und Bäume selten sind.

Die Mitarbeitenden von Stadtgrün regen die Eigentümer von Privat- oder Firmengärten an ebenfalls, wo immer möglich, Laubhaufen liegen zu lassen. Ideal ist ein abgelegener, sonniger Standort. Damit der Wind diese Haufen nicht verweht, können sie mit Ästen und Totholz gesichert werden.

Laub auf Beeten, unter Sträuchern oder rund um frostempfindliche Pflanzen bietet auch einen guten Winterschutz. Zudem hilft Laub, die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten und versorgt die Pflanzen durch das Verrotten mit Nährstoffen. So dient das Laub nicht nur dem Erhalt der Artenvielfalt, es hilft auch die Herausforderungen des Klimawandels besser zu meistern.

Das Laubkonzept regelt grundsätzlich den Umgang mit Laub. Es wird zum Schutz der historischen Parkanlagen von Rasenflächen und Wegen entfernt. Dabei arbeiten die Mitarbeitenden von Stadtgrün wenn immer möglich von Hand. Laubbläser kommen nur zum Einsatz, wenn sie deutlich effizienter und effektiver sind. Wenn möglich wird das Laub zudem vor Ort verwendet, auch zur Isolation der Brunnen beim Stadthaus oder im Stadtgarten. Ist dies nicht möglich, wird das Laub entweder durch Stadtgrün auf dem Friedhofsgelände oder durch Dritte auf einem Biomassehof kompostiert. Der daraus entstandene Kompost verwendet Stadtgrün grösstenteils wieder zur Düngung der eigenen Anlagen.

Igel im Garten

Helfen Sie mit, den Igel zu schützen und gestalten Sie Ihren Garten igelfreundlich. Igel fressen hauptsächlich Insekten, Regenwürmer, Schnecken, Spinnen und Larven. Um ihre Nahrung zu finden, brauchen sie vielfältige Gärten mit dichten Hecken aus heimischen Gehölzen und naturbelassene Wiesen. Der Igel leidet unter dem fortschreitenden Verlust naturbelassener Grünflächen und unter der Zerschneidung seines Lebensraumes. Nebst der grössten Gefahr, den Strassen, verwehren ihm auch immer mehr Mauern und Zäune den Zugang zu Gärten. Oft bleibt er auch in Maschendrahtgewebe, Beeren- und Rebnetzen hängen oder fällt in Schächte und Gruben. Nebst einer naturnahen Bepflanzung ist der Igel aber auch auf ein trockenes Versteck für seinen Winterschlaf angewiesen. Ideale Igelquartiere sind, wie bereits erwähnt, Laubhaufen aber auch Holzstapel, Steinhaufen mit Hohlräumen oder liegengelassene und zu Haufen aufgeschichtete Äste vom Baumschnitt.

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