Die Ankündigung der irischen Regierung, lebende Schweine nach China zu fliegen, wird von Tierschutzorganisationen und Politikern heftig kritisiert.

Letzten Monat kündigte Irlands Landwirtschaftsminister Charlie McConalogue die Ausfuhr von hochwertigen Zuchtschweinen nach China als Teil eines umfassenderen Handelsabkommens an.

Die Reise wird einen 11-stündigen Flug mit Luftdruck- und Temperaturschwankungen, Turbulenzen und übermässigem Lärm beinhalten, was für die Schweine extrem stressig sein wird„, sagte Caroline Rowley, Gründerin von Ethical Farming Ireland.

Ebenso besorgniserregend sind laut Rowley die Gefahren, denen die Schweine bei ihrer Ankunft ausgesetzt sind. „Die Tierschutzstandards in China sind sehr schlecht. Auf dem Welttierschutzindex für den Schutz von Nutztieren liegt China auf Platz G, das ist die niedrigste mögliche Bewertung„, sagte sie.

Für Rowley stehen die geplanten irischen Schweineexporte auch im Widerspruch zur Tierschutz- und Klimapolitik des Landes: „Wie passt das mit der irischen Tierschutzstrategie zusammen, die Anfang des Jahres mit grossem Tamtam vorgestellt wurde? Wie passt es zu unserer Klimapolitik, Tausende von Schweinen nach China zu fliegen?

Zumindest, so Rowley, könnte die Regierung andere Methoden der Zuchtförderung in Betracht ziehen. „Es gibt andere Möglichkeiten, die nicht den Export lebender Tiere beinhalten.

So könnten beispielsweise Samen und Embryonen aus Irland exportiert werden, was das Leiden der Tiere verringern würde und einen geringeren Kohlenstoff-Fussabdruck hätte als der Transport lebender Schweine.

Nicht der Weg in die Zukunft

Tilly Metz, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzende der EU-Untersuchung von Tiertransporten, zeigte sich schockiert über die irischen Pläne und sagte, sie sei entsetzt.

Schweine von Irland nach China zu fliegen, ist definitiv nicht der richtige Weg: weder für den Tierschutz noch für das Klima„, so Metz.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Klimaprobleme und der Gespräche über die Verkürzung der Lieferketten, um unser Lebensmittelsystem nachhaltiger zu machen, bin ich ehrlich gesagt entsetzt, dass der irische Landwirtschaftsminister diesen absurden neuen Absatzmarkt für die irische (Über-)Produktion mit Stolz unterstützt.

Tilly Metz

Die Nachricht von McConalogue kommt zu einer Zeit, in der das Vereinigte Königreich ein Verbot des Exports von lebenden Tieren vorbereitet und die EU eine Höchstdauer für den Transport von Tieren festlegen will.

Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer zunehmenden Kontrolle der Lebendtierexporte in der EU nach einem Zwischenfall, bei dem mehr als 1’700 Rinder fast drei Monate lang auf einem Schiff im Mittelmeer gestrandet waren.

In seiner Antwort auf eine Frage zum Wohlergehen von Schweinen im irischen Parlament sagte McConalogue, die Schweine würden gut behandelt werden: „Ich möchte dem Abgeordneten versichern, dass das Ministerium beträchtliche Ressourcen für den Schutz der Tiere während des Transports einsetzt„.

Die Zuchtschweine mit hohem genetischen Wert, die nach China transportiert werden, werden mit allen möglichen Massnahmen transportiert, um das Risiko von Verletzungen und Leiden zu minimieren„, sagte McConalogue.

1 Kommentar

  1. Schweine nach China zu fliegen ist das schrecklichste, was man Tieren antuen kann. Was sollen denn die armen Tiere noch für Qualen erleiden. Gerade China, wo mit den Tieren so grausam verfahren wird. Die Schweine sollten weniger sein und in der Region bleiben. Weniger Schweine, Preise hoch und kein billigfleisch. Regierung muss endlich handeln, damit das tierleid ein Ende hat. Die Bilder von der schweinehaltung ist grauenhaft und es muss sich etwas ändern. K.erker

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