Indien hat eine Art Bildungs-Quiz über die dort als heilig verehrten Kühe nach einer Kontroverse um bizarre Behauptungen zu den Tieren im Lernmaterial verschoben.

Rashtriya Kamdhenu Aayog (RKA), die für das Wohl der Kuh eingerichtete Regierungsbehörde, hat angekündigt, am 25. Februar eine landesweite und kostenlose Online-Prüfung zum Thema „Gau Vigyan“ (Kuhwissenschaft) durchzuführen.

Im Mulitple-Choice-Quiz mit rund 100 Fragen in Hindi, English und 12 Regionalsprachen stand, dass das Töten von Kühen Erdbeben verursache und dass Milch von indischen Kühen Spuren von Gold enthalte.

Das einstündige Online-Quiz sollte eigentlich am 25.2.2021 stattfinden. Auch Ausländer sollten teilnehmen können. Für erfolgreiche Prüfungsteilnehmer sollte es einen attraktiven Geldbetrag geben. Auch hiess es im Januar noch in einer Mitteilung des Ministeriums für Tierhaltung und Milchwirtschaft zum Lernmaterial: «Dies wird alle Inder neugierig über Kühe machen und über nicht erschlossenes Potenzial und Geschäftsmöglichkeiten informieren (…).»

Indiens heilige Kühe

In Indien sind Kühe für die hinduistische Bevölkerungsmehrheit heilig. Kuhmilch, Kuh-Urin und Kuhmist gelten laut traditioneller indischer Ayurveda-Medizin als heilend. Viele Bauern setzen alte weibliche Kühe aber aus, wenn sie keine Milch mehr geben und sich deren Haltung finanziell nicht mehr lohnt. Zahlreiche Tiere sterben dann im Strassenverkehr. 

Die amtierende indische Regierung hat Kühe zunehmend politisiert, viel Geld für ihren Schutz und für Kuh-Wissenschaft eingesetzt und das Töten dieser Tiere teilweise verboten.

Die indische Kuh oder Zebu unterscheidet sich von den im Westen bekannten Kuhrassen. Der Zebu, der leicht an seinem großen Schulterhöcker und seiner ausgeprägten Wamme zu erkennen ist, ist hitze- und dürretoleranter und widerstandsfähiger gegen einige Krankheiten, obwohl sie weniger Milch produziert.

Kuhkuschelzentrum

Eine Nichtregierungsorganisation (NGO) kündigte an, am Sonntag, den 28.2.2021 ein Kuhkuschelzentrum in Tauru, Haryana, zu eröffnen.

Laut der NGO ist das Kuscheln mit Kühen in mehreren Ländern weit verbreitet, darunter in den USA, den Niederlanden, der Schweiz und Grossbritannien.

Es heisst, dass die Kuhkuschelmethode das Berühren der Kuhmutter, das Umarmen, das Sitzen, das Streicheln ihres Körpers und das Atmen mit ihr umfasst.

Dadurch werden nicht nur Atemwegserkrankungen, Blutdruck, Rückenschmerzen, Herzprobleme, Depressionen und Tuberkulose geheilt, sondern laut Psychologen werden durch diese medizinische Praxis auch Traurigkeit, Angstzustände, alle Arten von Spannungen geheilt, der Geist wird gesünder und Das Vertrauen der Menschen nimmt zu“, heisst es in einer Pressemitteilung.

Weitere therapeutische Vorteile, die die NGO nach eigenen Angaben beim Kuschelkuh hat, sind: Das Umarmen einer Kuh könnte dazu beitragen, die Atmung zu normalisieren und damit Stress abzubauen. Aufgrund der niedrigen Herzfrequenz der Kuh und der hohen Körpertemperatur fühlt sich eine Person, die die Therapie durchführt, ruhig und gelassen.

Einige Studien haben bewiesen, dass das Kuscheln mit Kühen die Positivität fördern und Stress reduzieren kann, indem es das Oxytocin beim Menschen erhöht, das Hormon, das bei der sozialen Bindung freigesetzt wird. Die beruhigenden Wirkungen des Zusammenseins mit einem Haustier oder einem Tier mit emotionaler Unterstützung scheinen sich beim Kuscheln mit grösseren Säugetieren zu verstärken.

1 Kommentar

  1. Die Kühe führen dort ja ein aussergewöhnlich feudales, gesundes, tierfreundliches Leben! (Ironie aus)

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