Liechtenstein-Prinz Emanuel erlegt auf peinlicher Pirsch falschen Braunbär als Trophäe.

Die Braunbären sind in ganz Europa streng geschützt – auch in ­Rumänien. Doch mit Geld können sich reiche Ausländer trotzdem eine Abschussbewilligung erkaufen. So zum Beispiel Prinz Emanuel von und zu Liechtenstein. Er ging laut rumänischen Behörden am 12. März in den Karpaten auf Bärenjagd. Einen Tag später schoss der Hobby-Jäger gemäss der rumänischen Umweltorganisation Agent Green den «grössten Bären Europas» ab – Braunbär «Arthur». Das Wildtier galt seiner Grösse wegen als Nationalstolz vieler Rumänen.

Die Abschussbewilligung habe jedoch einem anderen, jungen Bären (ein weibliches, eher kleines Tier), gegolten, der als Problembär bekannt war und auf einigen Bauernhöfen Schaden angerichtet hat. „Arthur“ lebte nur in den Tiefen des Waldes und ist nie in die Nähe der Orte gekommen. Eigentlich sollte sich die örtliche Jägerschaft um den Abschuss des Problembären in Ojdula kümmern. Wie kam der Prinz, der in der Steiermark lebt, überhaupt zur Abschussgenehmigung in Rumänien?

Das Wildtier, das 17 Jahre alt und kerngesund war, musste am 12. März sein Leben hergeben.

«Gleich verwerflich wie Elfenbeinhandel»

Wie es zu dieser Abschussbewilligung kam und wie viel er dafür bezahlen musste, will Prinz Emanuel nicht beantworten. Der Verdacht: Der Hobby-Jäger, von Beruf Arzt, schoss „Arthur“ als Trophäe zum Vergnügen ab. «Ich persönlich möchte mich in keiner Weise in die Diskussion einbringen», teilt der Prinz mit. Schriftliche Fragen zum Abschuss lässt er unbeantwortet.

Arthur war 17 Jahre alt und der grösste in Rumänien je beobachtete Bär und wahrscheinlich der grösste in der Europäischen Union. Die Messungen des Kadavers zeigen, dass Arthur 593 von 600 Punkten hatte, was das Maximum ist, das in der Trophäenjagdindustrie möglich ist. Ich habe noch nie von einem solchen Rekord gehört. Es ist klar, dass der Prinz nicht gekommen ist, um das Problem der Einheimischen zu lösen, sondern um den Bären zu töten und die grösste Trophäe mit nach Hause zu nehmen, um ihn an die Wand zu hängen. Wir haben es mit Wilderei zu tun, da er den falschen Bären erschossen hat.

Gabriel Paun, der Präsident von Agent Green

Gabriel Paun, Biologe und Geschäftsführer der rumänischen Umweltorganisa­tion Agent Green, verurteilt die Trophäenjagd und erklärt weiter: «Das ist gleich verwerflich wie der Elfenbeinhandel.» Denn Abschüsse grosser männ­licher Tiere schwächen die Bärenpopulation. Das sei wissenschaftlich bewiesen. Der Umweltschützer fordert deshalb in einer Petition ein totales Verbot der Trophäenjagd für Ausländer.

Das rumänische Ministerium ermittelt nun laut «Kronen Zeitung» gegen den Blaublüter. Denn auch in Rumänien sind die prachtvollen Tiere geschützt, wie Mihai Dragan, Sprecher des rumänischen Umweltministeriums mitteilt. «Ausser es handelt sich um ein Problemtier, das enorme Schäden anrichtet oder Menschen in Lebensgefahr bringt.»

Schweizer im Ausland auf Trophäenjagd

1500 bis 2000 Schweizer Jäger reisen jedes Jahr auf Trophäenjagd ins Ausland. Das schätzt der Schweizer Tierschutz. Speziell beliebt sind afrikanische Länder wie Tansania, Namibia und Südafrika. Für einen Elefanten und einen Löwen zusammen muss ein Jäger schnell einmal 100 000 Franken hinblättern, verrät der Schweizer Safari-Unternehmer Stephan Stamm dem K-Tipp. 

Schweizer Jäger töten jedes Jahr im Ausland rund 50 geschützte Tiere wie Elefanten, Löwen oder ­Krokodile. Die Einfuhr von Jagdtrophäen wird vom Bund bewilligt.

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1 Kommentar

  1. Irena Broermann

    JEDES LEBEN IST EINMALIG UND KOSTBAR… denn ES IST NICHT „nur ein TIER“ ….es ist ein Herz das schlägt, eine Seele…. die ein Leben fühlt, das leben will! …und dann kommt ein „mensch“ und löscht einfach ein LEBEN (!) AUS!!! – Was sind das bloss für gefühllose „menschen“ für die ein LEBEN ANDERER LEBEWESEN ANSCHEINEND NICHTS WERT IST?! – Peter Rosegger (1843-1918, österr. Schriftsteller): „Das Tier hat ein fühlendes Herz wie du, das Tier hat Freude und Schmerz wie du, das Tier hat einen Hang zum Streben wie du, das Tier hat ein Recht zu leben wie du.“

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