Kunterbunt

Greenpeace kritisiert Skigebiet in der Wüste

Das Königreich Saudi-Arabien den Zuschlag für die asiatischen Winterspiele 2029 erhalten.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat den Bau dieses „gefährlichen“ Skigebiets in Saudi-Arabien angeprangert.

Die Warnung kommt wenige Tage, nachdem das Wüstenkönigreich den Zuschlag für die Ausrichtung der Asiatischen Winterspiele 2029 erhalten hat.

Die saudischen Behörden behaupten, dass das neue Skigebiet Trojena im Nordwesten des Landes mit „nachhaltiger Infrastruktur“ und erneuerbarer Energie betrieben werden soll.

Doch Greenpeace-Aktivisten haben die Umweltverträglichkeit des Projekts in Frage gestellt.

„Man verändert ein natürliches Ökosystem, was sich gegenseitig verstärkende Auswirkungen haben kann„, sagt Ahmed El Droubi, regionaler Kampagnenleiter von Greenpeace.

Wenn man etwas an einem Ort verändert, kann das etwas anderes an einem anderen Ort verändern, und so weiter, und das kann Auswirkungen auf benachbarte Ökosysteme haben.“

„Ich weiss nicht einmal, ob wir in der Lage sind, solche Auswirkungen vorherzusagen und zu modellieren, und es ist eine sehr gefährliche Sache, Ökosysteme auf diese Weise massiv zu verändern.

Das Resort wird in den Sarawat-Bergen liegen, nur 50 Kilometer landeinwärts vom Roten Meer. Das Gebiet ist etwa 10 Grad kühler als der Rest der Region, aber der Schnee wird dennoch vollständig von Menschenhand gemacht sein.

Das Golf-Königreich war das einzige Land, das sich um die Ausrichtung der Spiele 2029 beworben hat.

Das Skigebiet – das erste Outdoor-Skigebiet des Landes – ist Teil des futuristischen 500 Milliarden Dollar (500 Milliarden Euro) teuren Neom-Projekts.

Laut Nadhmi al-Nasr, dem Geschäftsführer von Neom, wird es das ganze Jahr über für Skifahrer geöffnet sein.

Trojena wird über eine geeignete Infrastruktur verfügen, um eine winterliche Atmosphäre im Herzen der Wüste zu schaffen und die Winterspiele zu einem beispiellosen globalen Ereignis zu machen„, sagte er.

Die Bergstadt wird auch einen riesigen künstlichen See und ein „vertikales Dorf“ umfassen, eine Ansammlung von Gebäuden hoher Dichte.

Neom soll völlig kohlenstoffneutral sein und zu 100 % mit erneuerbarer Energie betrieben werden.

Aktivisten haben jedoch die Umweltauswirkungen des Projekts kritisiert. Ahmed El Droubi verweist auf den See als ein Beispiel.

Er muss ständig mit Wasser gespeist werden und wird daher auf lange Sicht grosse Mengen an Energie verbrauchen. Selbst wenn er mit erneuerbaren Energien betrieben wird, ist das eine Energieverschwendung„, sagte er.

Nur weil etwas mit erneuerbaren Energien betrieben wird, ist es noch lange nicht nachhaltig oder umweltfreundlich… Es gibt noch viele andere Faktoren.“

Warum baut Saudi-Arabien eine „grüne“ Stadt in der Wüste?

Die Entwicklung von Neom ist Teil der Bemühungen des Golfstaates, sich vom Erdöl abzuwenden. Das Königreich ist derzeit der grösste Erdölexporteur der Welt.

Die geplante Stadt umfasst einen 160 km langen „horizontalen Wolkenkratzer„, der als „The Line“ bekannt ist. Mit einer Breite von nur 200 Metern könnte dieses futuristische Projekt angeblich bis zu 9 Millionen Menschen beherbergen.

El Droubi warnte jedoch davor, dass das Projekt vor allem den Superreichen zugute kommen würde.

Meine Frage ist: Besteht dafür ein Bedarf? Besteht in dieser Stadt ein Bedarf an wirklich teuren Luxuswohnungen?“, sagte er.

Wer braucht schon Wohnraum in der Region? Es gibt ein Überangebot an Immobilien für die reiche Elite“.

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