Kunterbunt

Game Over für Modehaus Kofler

Kofler hat Innovationskraft vermissen lassen und an alten Mustern festgehalten. Per 31. Januar 2022 ist fertig, dann werden alle sechs Standorte in Luzern, Emmen, Stans und Schwyz geschlossen.
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In der Schweiz gibt es keine Pelzfarmen mehr, allerdings werden immer noch tierquälerisch erzeugte Pelzprodukte in grosser Zahl importiert und verkauft.

Das traditionsreiche Luzerner Modehaus Kofler, war so ein Geschäft, wo Qualpelz verkauft wurde.

Kofler ignorierte in der Vergangenheit Gesetze ebenso wie ethische Werte und Tierschutz – nur der Profit zählte – Kofler beharrte auf Qualpelz. Die Deklarationspflicht hat zum Ziel, die qualvollen Praktiken der Pelzindustrie offenzulegen. Doch Kofler verhindert bis 2020 Transparenz.

Im November 2017 fand der Zürcher Tierschutz in zwei Luzerner Filialen von Kofler bei 25 von 44 Echtpelz-Artikeln (57 %) keinerlei Deklaration zu Tierart, Herkunft und Gewinnungsart und kritisierte diese Gesetzesverstösse.

Nach Hinweisen über Missstände besuchte der Zürcher Tierschutz am 8.12.2018 die Filiale an der Pilatusstrasse. Pikant: Das gewissenlose Modehaus Kofler missachtete das Gesetz weiter. Von 26 Artikeln mit Pelz-Besatz waren 23 ohne Tierart und Herkunft deklariert (88 %)! Überall stand nur «Kann aus Fallenjagd oder Jagd ohne Fallen oder jeder möglichen Haltungsart, insbesondere auch aus Käfighaltung stammen». Dieser Wischi-Waschi-Text verschleiert die grausame Wahrheit. Tierleid interessiert Kofler offenbar nicht: Die drei korrekt deklarierten Pelz-Artikel stammen aus Käfighaltung in China, das für brutalste Tierquälereien und lebendiges Häuten bekannt ist.

Pelzdeklaration

Für die Konsumenten ist die Unterscheidung zwischen Echtpelz und Kunstpelz nicht immer einfach. Eine Pelzdeklaration ist korrekt und vollständig, wenn sie die Angabe «Echtpelz» sowie die Tierart, ihren lateinischen Namen, das Herkunftsland und die Gewinnungsmethode (Jagd und Zucht) enthält. Diese Informationen müssen gut sichtbar am Produkt und leicht leserlich in mindestens einer offiziellen Sprache angebracht sein.

Seit dem Inkrafttreten im Jahr 2013 der Verordnung über die Deklaration von Pelzen und Pelzprodukten (Pelzdeklarationsverordnung), müssen alle Marktteilnehmer, die Pelze und Pelzprodukte in der Schweiz zum Verkauf anbieten, diese Informationen angeben. Die Verordnung betrifft jedoch nicht die Einfuhr, sondern nur den Handel in der Schweiz, auch einschliesslich in Second-Hand-Boutiquen.

Beim Thema Echtpelz ist es oftmals schlichtweg nicht möglich, die komplette Produktionskette lückenlos verfolgen zu können. Lieferanten müssen sich die Pelze auf grossen Verkaufsmärkten besorgen und bekommen oft keine verbindlichen Auskünfte über die jeweiligen Gewinnungsmethoden.

Die Geschäftsleitung der KOFLER AG hat im Herbst 2020 beschlossen, dass in zukünftigen Kollektionen Artikel mit echten Pelzen im Sortiment nicht mehr angeboten werden – leider zu spät.

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