Kunterbunt

Freizeitunfälle mit Tieren nehmen zu

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Jährlich ereignen sich rund 40’600 Freizeitunfälle mit Tieren in der Schweiz, Tendenz zunehmend.

Seit 2014 steigen sie deutlich stärker an als die Freizeitunfälle generell. Dies zeigt eine Auswertung der Suva. Bei über der Hälfte dieser Unfälle sind Insekten oder Zecken die Ursache. Am zweithäufigsten sind es Unfälle mit Hunden oder Pferden, gefolgt von den Unfällen mit Katzen. Insgesamt verursachen sie Kosten in der Höhe von rund 105 Millionen Franken.

So lieb uns die tierischen Freunde und Wegbegleiter vielleicht mit Ausnahme der Insekten auch sind – Tiere stellen eine beachtliche Unfallgefahr für den Menschen dar. Über den Dackel gestolpert, vom Pferd geworfen oder vom Büsi gebissen? Solche Unfälle sind schnell passiert. Die Unfallfolgen generieren nicht nur Leid bei den Betroffenen, sondern auch Kosten.

11 % aller Unfälle mit Tieren passieren mit Katzen, das sind rund 4500 pro Jahr. Durchschnittliche Kosten pro Unfall: rund 1800 CHF. Jährlich laufende Kosten: rund 9 Millionen CHF. Art der Verletzung: Mit nahezu 70 % sind offene Wunden die häufigsten Verletzungsarten bei Unfällen mit Katzen, was meist auf Katzenbisse oder -kratzer zurückzuführen ist. Betroffen sind hauptsächlich das Handgelenk, die Hand oder die Finger. UnfallherÜber 70 % der Unfälle mit Katzen geschehen beim Pflegen, Füttern, Streicheln oder Spielen. Dabei wird der Versicherte hauptsächlich von der Katze gebissen. Zu Hause oder im Garten führt auch das Stolpern über eine Katze immer mal wieder zu Unfällen.15 % aller Unfälle mit Tieren passieren mit Pferden, das sind rund 6000 pro Jahr. Durchschnittliche Kosten pro Unfall: rund 5500 CHF. Jährlich laufende Kosten: rund 37 Millionen CHF. Art der Verletzung: Bei Unfällen mit Pferden handelt es sich hauptsächlich um oberflächliche Verletzungen und Prellungen (39 %) und um Verrenkungen, Verstauchungen und Zerrungen (24 %). Betroffen sind vor allem die Unterschenkel, Knöchel und Füsse (20 %). Unfallhergang: Drei Viertel der Pferdeunfälle geschehen beim Pferdesport. Dabei stürzt die versicherte Person meist vom Pferd und verletzt sich. Weitere 21 % der Pferdeunfälle geschehen bei der Pferdehaltung und -pflege. Dies sind hauptsächlich Unfälle, bei welchen das Pferd ausschlägt oder jemandem auf den Fuss tritt.15 % aller Unfälle mit Tieren passieren mit Hunden, das sind rund 6000 pro Jahr. Durchschnittliche Kosten pro Unfall (nur Bisse): rund 1200 CHF. Durchschnittliche Kosten pro Unfall (ohne Bisse): rund 5300 CHF. Jährlich laufende Kosten: rund 24 Millionen CHF. Art der Verletzungen: Bei allen Hundeunfällen sind mit 50 % offene Wunden die häufigste Folgen. Diese kommen vor allem am Handgelenk, an der Hand, den Fingern oder am Unterschenkel, am Knöchel oder Fuss vor. Sie sind hauptsächlich die Folge von Hundebissen. Unfallhergang: Ein Drittel der Unfälle mit Hunden geschieht beim Gassi gehen. Dabei wird die versicherte Person entweder vom eigenen oder von einem fremden Hund gebissen oder der Hund zieht unerwartet an der Leine. Das führt dazu, dass jemand stürtzt oder sich durch die ruckartige Bewegung verletzt. Ein Fünftel (21 %) der Unfälle mit Hunden passieren beim Pflegen, Füttern, Streicheln und Spielen. Hierbei handelt es sich vor allem um Hundebisse und um Zusammenstösse mit dem Hund.53 % aller Unfälle mit Tieren passieren mit Insekten oder Zecken, das sind rund 21 500 pro Jahr. Sie verteilen sich je hälftig auf Insekten und Zecken. Durchschnittliche Kosten pro Unfall:rund 750 CHF. Jährlich laufende Kosten: rund 20 Millionen CHF. Art der Verletzungen: Es handelt sich bei den Verletzungen durch Insekten oder Zecken um Biss- oder Stichverletzungen mit unterschiedlichen Folgen. Bei fast allen Wespen- und Bienenstichen, welche als Unfälle gemeldet werden, kam es zu einer toxischen Wirkung. Das bedeutet, die versicherte Person leidet an Schwellung, Rötung oder Juckreiz. Rund 8 % der Bienen- und 10 % der Wespenstiche haben eine allergische Reaktion zur Folge. Bei 91 % der Zeckenstiche handelt es sich um oberflächliche Verletzungen durch den Stich. 10 % der Zeckenstiche resultieren in einer Borreliose und 1 % in einer Hirnhautentzündung (FSME). Unfallhergang: Unfälle mit Insekten geschehen bei verschiedensten Tätigkeiten im Freien. Oft sind die genauen Gegebenheiten unbekannt. 27 % der Zeckenstiche erfolgen beim Spazieren oder Wandern (exkl. Bergwandern) und dies meist im Wald oder auf Weiden und Feldern. 9 % der Wespenstiche erleidet man beim Essen oder Trinken und 8 % bei Gartenarbeiten.

Billige Insekten- und teure Pferdeunfälle

Die rund 22’000 Unfälle, verursacht durch Insekten- oder Zeckenstiche, sind dabei die kostengünstigsten: Ein Insektenunfall kostet durchschnittlich rund 800 Franken. Anders sieht es bei den Unfällen mit Pferden aus. Hier kostet ein Unfall im Durchschnitt rund 5500 Franken. Pro Jahr ereignen sich gemäss UVG-Statistik rund 6000 Unfälle mit Pferden. Dadurch entstehen jährlich laufende Kosten von 37 Millionen Franken. Bei rund 60 % der Unfälle mit Pferden fällt die versicherte Person vom Pferd.

Der Sturz vom Pferd ist die häufigste Ursache. Durch die Grösse des Tieres ist der Sturz an sich und die Verletzungen der Betroffenen gravierender. Fast die Hälfte dieser Unfälle haben längerfristige Arbeitsausfälle und somit Taggeldleistungen zur Folge.

Sandra Degen, Statistikexpertin bei der Suva

Bellende Hunde beissen vielleicht doch?

Ebenso viele Unfälle wie mit Pferden ereignen sich im Zusammenhang mit Hunden. Dabei sind Unfälle verursacht durch einen Hundebiss etwas häufiger aber wesentlich günstiger als ohne Biss. Im Durchschnitt kostet ein Unfall, verursacht durch einen Hundebiss, 1200 Franken. Ein Unfall ohne Hundebiss kostet dafür im Durchschnitt 5300 Franken. Hier sind es Verletzungen wie Verrenkungen, Verstauchungen, Zerrungen, aber auch Brüche (23 %) sind dabei. Die jährlichen Kosten verursacht durch Hundeunfälle betragen rund 24 Millionen Franken. Ein Drittel der Unfälle mit Hunden ereignet sich beim «Gassi gehen». Gemäss den Angaben in den Unfallmeldungen kommt es dabei oft zu Bissverletzungen oder der Hund zieht unerwartet an der Leine. «Dies führt dazu, dass die versicherte Person stürzt oder sich durch die ruckartige Bewegung verletzt», bestätigt Degen die Ausführungen der statistisch erfassten Unfallhergänge.

Gefährliches Spielen mit dem Büsi

Unfälle mit Katzen kommen an vierter Stelle. Sie machen rund 11 % aller Unfälle mit Tieren in der Freizeit aus. Katzen scheinen sich besonders in der wärmeren Jahreszeit mit den Menschen anzulegen: Rund 56 % dieser Unfälle ereignen sich in den Monaten Mai bis Oktober. Sie passieren mehrheitlich beim Pflegen, Füttern, Streicheln und Spielen mit den flauschigen Vierbeinern. Ein Katzenunfall kostet durchschnittlich 1800 Franken. Gemäss Statistik sind bei den Unfällen mit Katzen häufiger Frauen involviert (66 %). Rund 7 Prozent der insgesamt 4500 Unfälle mit Katzen ereignen sich im Zusammenhang mit einem Transportmittel (Fahrrad, Roller oder Motorrad u.a.). Aus den Unfallmeldungen geht hervor, dass Katzen dabei unverhofft vor das Transportmittel rennen und es durch das Ausweichmanöver oder die Kollision mit dem Tier zum Unfall kommt.

Die aktuellen Auswertungen der Suva aus ihrer Serie «Unfälle in Zahlen» basieren auf den Ergebnissen aller 29 UVG-Versicherer, die Erwerbstätige obligatorisch gegen Berufs- und Freizeitunfälle sowie gegen Berufskrankheiten versichern.

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,4 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 130’000 Unternehmen bzw. 2,0 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.

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