Kunterbunt

Fadenkreuz: Hobby-Jäger sind jetzt selbst im Visier

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Er jagte und erschoss in Südafrika einen Elefanten. Dafür ist ein Trophäenjäger aus Kalifornien (USA) jetzt selbst ins Fadenkreuz geraten – der Peta und der Politik. Nachdem die Tierschutzorganisation ein Video veröffentlicht hatte, das Aaron Raby beim Töten des Dickhäuters zeigt, verabschiedete der kalifornische Senat eine neue Gesetzesverordnung.

Diese (Senat Bill 1175) verbietet Hobby-Jägern, eine Trophäe ihres „Kills“ mit nach Hause zu bringen.

„Es ist Zeit aufzuwachen und zu erkennen, dass wir uns mitten in einem Massensterben befinden“, sagte Senator Henry Stern (D-Canoga Park), der die Gesetzesvorlage schrieb und durch den Senat führte.

Aaron Raby, ein Kranführer aus Los Angeles, hatte 30.000 Dollar für die Safari mit Abschuss eines Elefanten bezahlt. Dazu zahlte er 10.000 Dollar, um den Kopf des Tieres inklusive Stosszähne als Trophäe für seine Wand zu Hause ausstopfen und präparieren zu lassen. Raby ist stinksauer über die Aktion der Politiker in seinem Staat, die ihm den Import eines Elefantenkopfs verbieten wollen: „Ich verstehe nicht, dass sie sich in meine Angelegenheiten einmischen. Ich habe nicht gegen bestehende Gesetz verstossen, alles war total legal. Sie haben nur dieses Jagdtrophäen-Gesetz erlassen, weil sie alle nur Heulsusen sind, die was gegen das Jagen haben.“

Hobby-Jäger prahlte mit Jagdvideos auf Social Media

Peta hatte sich das Jagdvideo mit Raby beschafft und mit der Öffentlichkeit geteilt. Darauf ist ein junger Elefant zu sehen, der im Krüger Nationalpark genau durch die sogenannte „Todeszone“ läuft – ein Gebiet, in der Grosswild geschossen werden darf. Raby feuert mit seinem Gewehr auf den Kopf des Elefanten, der danach auf die Knie fällt. Der Hobby-Jäger kommt daraufhin näher und feuert nochmindestens vier weitere Male auf den Kopf des Tieres. Der Elefantenbulle atmet schwer und versucht immer wieder vergeblich, aufzustehen. Wie lange der Todeskampf dauerte, ist nicht bekannt, schreibt der Berliner Kurier.

Ehe er sein Social-Media-Account nach einem Shitstorm auf privat stellte, gab Raby mit seinen Jagdabenteuern in Nordamerika, Afrika, Europa und in Russland an. Seine Seite war voller erlegter Wildtiere. Der Elefant war nach einem Löwen, einem Nashorn, Büffel und Leoparden das letzte Tier der „Big 5“, das Raby erlegte. Raby verteidigt seine blutige Leidenschaft: „Wir zahlen dafür eine Menge Geld, das den örtlichen Bewohner zugute kommt. Elefanten zerstören auch regelmäßig Felder, und Löwen reissen Nutztiere. Was wir machen, ist gut für alle!“

Es gibt keine Beweise dafür, dass die Trophäenjagd diese Vorteile bietet, und selbst wenn dies der Fall ist, stellen sie die Frage, ob das Töten und Zerstückeln solcher Kreaturen diese Ziele rechtfertigt. Darüber hinaus macht es Korruption in vielen Ländern und Regionen oft unmöglich zu wissen, wohin das Geld geht, an wen und wie die Jagden reguliert werden.

Ein noch grösseres Problem, sagte Chelsea Batavia, ein Naturschutzbiologe an der Oregon State University, ist Ethik.

Wir wissen, dass diese Tiere intelligent sind, emotionale Fähigkeiten haben und ein kompliziertes soziales Leben führen„, sagte sie. Selbst wenn Befürworter nachweisen könnten, dass die Trophäenjagd der Erhaltung zugute kommt, fügte sie hinzu: „Rechtfertigen die Ziele die Mittel?

Die Debatte müsse im Kontext des Kolonialismus gesehen werden, in dem den Afrikanern europäische Traditionen auferlegt wurden und werden. Was benötigt wird, sagte sie, sind alternative Erhaltungsmasnahmen, die nicht von oben oder von aussen herausgegeben werden, sondern von den lokalen Gemeinschaften unterstützt und angenommen werden.

Falls Gouverneur Gavin Newson den Gesetzesentwurf unterschreibt, will Raby den Staat sofort verlassen: „Die haben alle einfach keine Ahnung von Tieren und Jagen. Stattdessen werden wir als blutrünstige Monster dargestellt und online und persönlich attackiert. Mir reicht das wirklich!

2 Kommentare

  1. Avatar
    Gabriele Eireiner

    Wer nimmt sich das Recht raus, zu erlauben über Leben und Tod zu entscheiden? Mit Waffen auf Lebewesen zu schiessen, so dass das Gegenüber wehrlos ist? Sowas kann nur die schlimmste Kreatur vollziehen die der Planet hat und das sind Menschen. Gefühllose Bastarde!! Aus Spaß zu töten etwas was wehrlos ist stelle ich gleich mit Mördern, Kinderschänder, Tierquäler, Menschen die in Altenheimen Menschen schlagen. Ich denke, sich an was zu vergreifen, was wehrlos ist, das ist krank. Ich schäme mich zu der Gattung Mensch zu gehören aber Gott sei Dank habe ich mit dieser kranke Spezies nichts gemeinsam. Abscheulich solche Taten und wer es befürwortet ist nicht besser. Leben und leben lassen.

  2. Avatar
    Veronika Meyer-Zietz

    Töten als Hobby muss aufhören. Jagd ist Mord.

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