Ein kürzlich veröffentlichter Bericht von SMACC dokumentiert, wie für kranke Tierquälerei geworben wird.

13 Monate lang wurden Videos auf den Social-Media-Plattformen TikTok, YouTube und Facebook analysiert.

Die vielleicht verblüffendste Enthüllung ist, dass die etwa 5’480 individuellen Videos, die dokumentiert wurden, zum Zeitpunkt der Erstellung des Berichts insgesamt 5’347’809’262 Mal angesehen wurden. 89,2 % davon wurden auf Youtube gehostet, weil sie dort einfacher gefunden werden.

Diese schwindelerregende Zahl ist für die betroffenen Tiere mit extremer Qual verbunden – und die Plattformen, die solche Inhalte hosten, haben davon mit Millionen profitiert, heisst es in dem Bericht. Die Daten bestätigen eindeutig, dass tierquälerische Online-Inhalte ein grosses, globales Problem sind.

Die fünf am häufigsten gezeigten Tierarten waren Vögel verschiedener Arten, Hunde und Katzen, Wildtiere, Schlangen und Primaten.

Social Media Animal Cruelty Coalition (SMACC)

Im Jahr 2020, gründete das Netzwerk Asia for Animals (AfA) – SMACC -, um die Hunderte von Anfragen zu beantworten, die seine Mitgliedsorganisationen erhalten haben.

Zu den wichtigsten Organisationen von SMACC gehören: Action for Primates, AnimalsAsia Foundation, Humane Society International, PETA Asia und World Animal Protection.

In E-Mails und Anrufen wurden den Organisationen entsetzliche Tierquälereien beschrieben, darunter die Beerdigung lebender Tiere, die Misshandlung von Begleittieren, das Anzünden von Tieren und die jüngsten gefälschten Rettungsvideos – alle frei in den sozialen Medien veröffentlicht.

Dem SMACC-Bericht zufolge zeigten die auf Social-Media-Plattformen gefundenen Videos, wie Tiere ertränkt wurden, wie ihnen Gliedmassen gebrochen wurden und wie sogar Mütter getötet und ihnen ihre Babys weggenommen wurden.

In dem Bericht heisst es, dass „Tiere zu stummen Opfern der Jagd nach Klicks und Werbedollars geworden sind, da Videos, die ihre Misshandlung fördern, ermutigen und von ihr profitieren, überhand nehmen„.

Jagd

Auf den Jagdvideos sind regelmässig Füchse, Hunderte von Vogelarten und Wildschweine zu sehen, sowie Tierkämpfe.

Von den 5’480 Videos, die aufgezeichnet wurden, waren 2’634 dem Thema „Jagd“ zugeordnet. Diese Videos zeigen oft langwierige Todesfälle, extremes Leiden und sowohl legale als auch illegale Jagd Methoden der Jäger.

Die Verfügbarkeit von Tausenden von Jagdvideos auf Social-Media-Plattformen fördert diese Grausamkeit. Sie wird aktiv gefördert und normalisiert, während die Aktivität als „lustig und aufregend“ verkauft wird, und das zu extremen Kosten für die Wildtiere.

Der Bericht zitiert Nick Stewart, Global Head of Wildlife Campaigns von World Animal Protection, mit den Worten: „Wildtiere sind keine Requisiten, Spielzeuge oder Unterhalter, sie sind fühlende Wesen mit einem Recht auf Leben.“

Adam Parascandola von Humane Society International sagte: „Die verheerenden Daten, die durch diese Untersuchung aufgedeckt wurden, kratzen nur an der Oberfläche, um das schockierende Ausmass der Tierquälerei in den sozialen Medien zu enthüllen.

Gefälschte Tierrettungsvideos

Das ist Tierquälerei in ihrer schlimmsten Form, die zur „Unterhaltung“ inszeniert wird, viele Zuschauer in die Irre führt und den Tieren unsägliches Leid zufügt. „Social-Media-Giganten wie YouTube, die Milliarden von Followern haben, tragen eine klare Verantwortung dafür, dass Tierquälerei kein Publikum findet„, fügte Nick Stewart hinzu.

Bislang hatten Tierschutzorganisationen nur wenig Erfolg bei der Bekämpfung von Tierquälerei-Videos, die auf YouTube, Facebook und TikTok veröffentlicht wurden.

Die Koalition fügte hinzu, dass Tierschutzorganisationen nicht in der Lage sind, einzelnen Tieren zu helfen, die in Videos von Tierquälerei zu sehen sind, da sie oft keine Informationen über die Zeit oder den Ort haben.

Gleichzeitig würden enorme Ressourcen benötigt, die die Möglichkeiten einer einzelnen Organisation übersteigen würden, um die schiere Menge an grausamen Inhalten auf diesen Plattformen zu bewältigen.

Unsere jüngste Untersuchung hat das schockierende Ausmass von gefälschten Tierrettungsvideos aufgedeckt, die auf YouTube auftauchen und Tiere in schrecklichen Situationen zeigen, die sichtlich verzweifelt und traumatisiert sind.

Nick Stewart
In einem der vielen inszenierten Tierrettungsvideos auf YouTube umschlingt ein Dunkler Tigerpython einen Gibbon. Der Menschenaffe wird von einem Mann befreit, der scheinbar zufällig mit Videokamera am Ort des Geschehens erscheint.

Compliance

SMACC wies auch darauf hin, dass das Problem auf diesen Plattformen nicht angegangen wurde. In seinem Bericht appellierte der SMACC an YouTube, Facebook und TikTok, „mit gutem Beispiel voranzugehen und entschlossene Massnahmen zu ergreifen, um grausame Inhalte ein für alle Mal zu entfernen„.

Sie forderten die sozialen Medienplattformen auf, ihre Vision einer verantwortungsvollen und freundlichen Welt zu teilen, in der solche Grausamkeiten weder in den sozialen Medien noch im wirklichen Leben vorkommen.

Sie appellierten auch an die Nutzer sozialer Medien, solche Inhalte nicht anzusehen, zu teilen oder sich damit zu beschäftigen.

SMACC Report 2021

Diskussion