Internationale Naturschützer und Wildtierexperten bezeichnen die Ausfuhr von 42 wilden Elefanten aus Namibia als möglicherweise illegal.

In einer Pressemitteilung erklärten Tierschutzorganisationen, dass Namibias Elefantenexporte gegen die internationalen Regeln des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) verstossen.

Humane Society International, die Franz Weber Stiftung, Born Free Foundation und fünf weitere Organisationen haben die namibischen Behörden aufgefordert, die Elefantenexporte sofort zu stoppen.

In einem Schreiben forderten die Organisationen das CITES-Sekretariat ausserdem auf, alle Erklärungen zurückzuziehen, die den Anschein erwecken, Namibias Elefantenexportabsichten zu unterstützen.

„Die namibische Regierung erklärte im August, dass sie 57 Elefanten an drei ungenannte Bieter für insgesamt weniger als 400.000 USD versteigert habe und 42 davon exportieren werde„, sagte Vera Weber, Präsidentin der Franz Weber Stiftung.

Obwohl wir die Identität der Käufer noch nicht kennen, ist es sehr wahrscheinlich, dass Namibia beabsichtigt, die Tiere in ausländische Zoos zu exportieren, was eine lebenslange Gefangenschaft für die exportierten Tiere und einen möglichen Zusammenbruch der fragilen, an die Wüste angepassten Elefantenpopulation in Namibia bedeuten würde„, sagte Weber.

Im Januar kündigte Namibia an, 170 Elefanten zu verkaufen, um Konfrontationen mit Menschen zu verringern und die steigende Elefantenpopulation zu kontrollieren.

Nach Angaben der Tierschutzorganisationen gibt es jedoch nur sehr wenige Elefanten in der betroffenen Kunene-Region. Die Elefantenpopulationen in diesem Gebiet seien bereits durch die Dürre, die hohe Kindersterblichkeit und die sehr geringe Zahl der verbleibenden erwachsenen Elefantenbullen bedroht, hiess es.

Namibia gibt gefährliches Beispiel

Der Fang und Export von namibischen Elefanten sollte aus rechtlichen und ethischen Gründen sofort gestoppt werden, so die Organisationen.

Namibia darf nur lebende Elefanten in Schutzprogramme innerhalb Afrikas exportieren, entsprechend den Bedingungen der Listung seiner Elefantenpopulation unter CITES.

Die Experten sagten, dass „Namibia eine umstrittene rechtliche Auslegung dieser Bedingungen verwendet, um den Versand von wild gefangenen Elefanten in Gefangenschaftseinrichtungen ausserhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets zu rechtfertigen. Diese Auslegung ist höchst umstritten und stellt einen gefährlichen Präzedenzfall für den künftigen Schutz wild lebender Elefanten vor den Auswirkungen des internationalen Handels dar„.

Dr. Mark Jones, Leiter der Politikabteilung der Born Free Foundation, bezeichnete Namibias Auslegung der Vorschriften für den Export von Wildtieren als „zweifelhaft„, da sie „ein Schlupfloch schaffe, das ihrem Zweck diene„.

Jones fügte hinzu, „dass die Regeln für den Export lebender Elefanten aus Namibia bei vernünftiger Betrachtung nicht klarer sein könnten. Das Gegenteil zu behaupten ist gefährlich unaufrichtig. Diese geplanten Exporte müssen gestoppt werden„.

Gefangennahme ist grausam

Afrikanische Elefanten sind intelligente, empfindungsfähige Tiere mit einer hoch entwickelten emotionalen Komplexität und starken sozialen und familiären Bindungen, die ein Leben lang halten„, sagte Jeff Flocken, Präsident der Humane Society International.

Es ist eine skrupellose Grausamkeit, diese Wildtiere einer brutalen und traumatischen Gefangenschaft auszusetzen, sie von ihren Familien zu trennen und sie zu lebenslanger Gefangenschaft zu verurteilen, nur um sich mit Menschen zu vergnügen„, fügte er hinzu.

2 Kommentare

  1. Der Mensch ist das grausamste Wesen und ich hoffe inständig, dass alles dafür getan wird, die Tiere in ihrem Lebensraum zu lassen.😥

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