Medienberichte zufolge wurde die Afrikanische Schweinepest am 15.6.2021 erstmalig bei sogenannten Hausschweinen in Brandenburg nachgewiesen.

Zuvor kursierte die Seuche unter Wildschweinen, 1’267 Wildtiere waren in Brandenburg infiziert. Nun werden Hunderte Zuchtschweine getötet. Weiterhin Tausende Wildschweine werden im Zuge der Hobby-Jagd erschossen mit dem Argument, somit die Ausbreitung des Virus eindämmen zu können. 

Besonders durch Drückjagden der Hobby-Jäger werden die Wildschweine aufgeschreckt und flüchten revierübergreifend. Dies trägt nicht zum ersten Mal zu einer schnelleren Verbreitung von Krankheiten bei. Die Jagd auf Wildschweine ist auch deshalb nicht zielführend, weil die Seuche hauptsächlich durch den Menschen, über kontaminierte Speise- und Schlachtabfälle, übertragen und verbreitet wird. In Tierhaltungsanlagen könnte dies auch durch Landwirte – die oftmals selbst jagen – und Arbeitende in den Betrieben erfolgen. PETA fordert einen Wandel zum veganen Ökolandbau und ein flächendeckendes Verbot von Drückjagden in Deutschland.

Die Ansteckung von Hausschweinen mit der Afrikanischen Schweinepest verdeutlicht, dass das System der industriellen Tierhaltung gescheitert ist. Durch die tierquälerischen Bedingungen sind Ställe und Schlachthöfe eine Brutstätte für tödliche Keime. Auch die verstärkte Wildschweinjagd hat die Ausbreitung des Virus nicht stoppen können, weil die Ausbreitung und Entstehung von Zoonosen Teil der Tierwirtschaft sind. Dringender denn je brauchen wir einen Wandel hin zum veganen Ökolandbau. Der vegane Ökolandbau unterstützt durch den geringeren Flächen- und Ressourcenverbrauch eine friedliche Koexistenz mit Wildtieren und vermindert Pandemie-Risiken.

Nadja Michler, PETAs Fachreferentin für Wildtiere und Jagd

Für viele Züchter sei die Situation ohnehin schwierig, der Preis für Schweinefleisch seit Wochen im Keller. Es bestehe die Gefahr, dass manche Halter nach einem Verkauf ihre Ställe lieber leer lassen, als neue Schweine hineinzustellen.

Der erste ASP-Fall in Hausschweinbeständen in der Bundesrepublik ist eine neue Eskalationsstufe bei der Ausbreitung dieser Tierseuche“, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping am Freitag.

Hintergrundinformationen:

Schon im September 2020 war die Afrikanische Schweinepest, aus Polen kommend, vermehrt in Brandenburg aufgetreten. Ein dafür errichteter Zaun entlang der Oder und Neisse konnte die Verbreitung nicht aufhalten, auch nicht der ohnehin sehr hohe Jagddruck. Bundesweit wurden im Jagdjahr 2019/2020 über 880’000 der Wildtiere durch die Jagd getötet; allein in Brandenburg über 100’000.

Doch betont das Friedrich-Löffler Institut für Tiergesundheit: „Eine Bejagung könnte Unruhe in die dort ansässigen Rotten bringen und unter Umständen zu ausgeprägten Wanderbewegungen führen, die das Risiko einer Verschleppung des Erregers erhöhen“.

Das Virus befällt ausschliesslich Haus- und Wildschweine. Es sorgt bei den Tieren für Fieber, Atemprobleme sowie Schwäche und führt in der Regel innerhalb von sieben bis zehn Tagen zum Tod. Für Menschen ist es ungefährlich.

In der Natur stecken sich Tiere meist nur an, wenn sie am Kadaver eines befallenen Wildschweins schnüffeln oder fressen. Es erkranken oft nur einzelne Tiere, aber das Virus hält sich lange und tritt immer wieder auf.

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