Kunterbunt

D: Belohnung für Überführung des Eichhörnchen-Quälers auf 3500 Euro

PETA setzt regelmässig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Täter zu helfen.

Mutmasslicher Tierquäler möglicherweise schon bald überführt: Am Mittwochmorgen vergangener Woche entdeckte eine 18-Jährige ein Eichhörnchen, das ein Unbekannter vermutlich lebendig an einen Baum in Bad Liebenwerda genagelt hatte. 

PETA setzte daraufhin eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise, die den Täter überführen, aus. Die Immobilien Schmidt GmbH aus Leinfelden-Echterdingen erhöhte PETAs Belohnung um weitere 1000 Euro. Jetzt unterstützen zudem zwei Privatpersonen die Suche nach dem Täter mit 1000 Euro beziehungsweise 500 Euro. Die Belohnung für Hinweise, die den Tierquäler überführen, beläuft sich daher nun auf insgesamt 3500 Euro. 

Es gingen bereits mehrere Hinweise auf mögliche Täter bei der Tierschutzorganisation ein. PETA hat diese an die Polizei in Bad Liebenwerda weitergeleitet. Die PETA-Rechtsabteilung prüft ausserdem, ob sie Strafanzeige gegen den beziehungsweise die Tierquäler erstattet.

Wir hoffen, dass der oder die Täter durch die Hinweise überführt werden können“, sagt Judith Pein im Namen von PETA. „Ein Tier bei lebendigem Leib an einen Baum zu nageln, ist ein schwerer Verstoss gegen das Tierschutzgesetz und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Nun muss die Polizei ermitteln, ob das Eichhörnchen tatsächlich noch lebte und ob die Hinweisgeber richtig lagen.

Für Nadja Michler, Fachreferentin Wildtiere bei der Tierschutzorganisation PETA, ist das „eine symbolische Tat.“ Erst im September sei ein Fall aus Heidenheim gemeldet worden. Da seien elf Igel an den Vorderläufen mit Kabelbinder zusammengebunden worden.

Zeugen können sich weiterhin telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierschutzorganisation melden – auch anonym.

Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren

Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Dr. Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ 

Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwälte, Richter, Polizeibeamte und Sozialarbeiter dient.