Kunterbunt

Arosa: Dorf verbietet Werbung für Pelzprodukte

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Der mondäne Ferienort in Graubünden, bekannt für Schneesicherheit und herrliche Skipisten macht nun Schlagzeilen, weil sich die Gemeinde entschieden hat zukünftig jegliche Werbung im Dorf für Pelzprodukte zu verbieten. VIER PFOTEN gratuliert dem Gemeindevorstand von Arosa zu diesem Entscheid und beglückwünscht zu dieser mutigen, innovativen und weitsichtigen Aktion.

Damit liegt die Feriendestination voll im Trend. Denn auch grosse Luxusmarken wie Chanel, Burberry sowie Gucci verzichten schon seit einiger Zeit auf Pelze. VIER PFOTEN sieht das Werbeverbot für Pelzprodukte als wichtiges Signal für andere Tourismus-Orte, es Arosa gleichzutun. 

Pascal Jenny, Tourismusdirektor von Arosa begründet den Entscheid zur pelzfreien Werbung im Dorf so: «Arosa ist Vorreiter und zeigt bereits mit dem Arosa Bärenland auf, wie Tierschutz und Tourismus vorbildlich zusammenarbeiten. Dieses Werbeverbot ist ein logischer nächster Schritt auf diesem Weg.»

Der Entscheid zeigt nach Ansicht von VIER PFOTEN, dass ethische Mode und Tierschutz auch im Tourismus enorm an Bedeutung gewonnen haben. Anstatt Echtpelz-Tierquälerei wünschen sich moderne Konsumenten heute auch in diesem Bereich Nachhaltigkeit und Innovation. 

«Es ist wirklich eine zukunftsweisende Botschaft, dass Arosa keine Werbung mehr für Pelzprodukte zulässt. Hoffentlich folgen viele Schweizer Tourismusdestinationen und Gemeinden diesem Beispiel. Arosa wirbt mit nachhaltigem Tourismus und zeigt eindrücklich, dass sie den Worten Taten folgen lässt».

Alexandra Mandoki, Länderchefin von VIER PFOTEN Schweiz. 

Jedes Jahr werden mehr als 100 Millionen Tiere von der Pelzindustrie getötet. Nerze, Füchse und Marderhunde leiden auf Pelzfarmen in winzigen Drahtkäfigen, andere Arten sterben durch Fallen einen grausamen Tod. Für die Verarbeitung von Fellen zur Pelzmode werden hohe Mengen an gefährlichen Chemikalien eingesetzt. VIER PFOTEN arbeitet international seit vielen Jahren zum Thema Pelz und setzt sich in der Schweiz für ein Importverbot von Pelzprodukten ein. 

5 verbreitete Irrtümer über Pelz

Der Modetrend geht zwar weg von ganzen Mänteln oder Jacken, aber die Unmengen an Pelzkrägen, Verzierungen oder sonstigen «flauschigen» Accessoires aus Nerz, Maderhund oder Fuchs verursachen nicht weniger Tierquälerei. Dabei sind viele Irrtümer über Pelz im Umlauf.

1. Irrtum: «Es gibt ethischen korrekten Pelz.»

85 Prozent der weltweit gehandelten Pelze stammen aus Zuchtfarmen, in denen den Tieren ein artgemässes Leben vorenthalten bleibt. Auch wenn ein Pelz nicht aus den Farmen in Skandinavien, China, den Niederlanden oder anderen Ländern stammt, sondern aus Jagd und Fallenfang – immer ist mit der Gewinnung immenses Tierleid beispielsweise durch tierquälerische Jagdmethoden verbunden. Mit nachhaltiger Mode haben diese Produkte nichts zu tun.

Fakt ist: Pelz ist niemals ethisch korrekt!

2. Irrtum: «Europäischer Pelz ist tierfreundlicher.»

Manchmal wird behauptet, Pelz aus Europa sei tierfreundlicher als beispielsweise Pelz aus China. Das stimmt nicht: Selbst die völlig unzureichenden Vorgaben zur Pelztierhaltung in Europa werden regelmässig auf Pelzfarmen unterlaufen. Dies belegen zum Beispiel Recherchen aus Dänemark, Schweden oder Finnland. So werden immer wieder Tierschutzverstösse bei den Haltungsbedingungen und verhaltensgestörte, verletzte oder tote Tiere dokumentiert.

Fakt ist: Pelz ist niemals tierfreundlich – das gilt auch für Pelz aus Europa!

3. Irrtum: «Echtpelz ist immer gekennzeichnet.»

Echtpelz ist oft nicht gekennzeichnet oder der Verbraucher wird durch falsche Etikett-Angaben in die Irre geführt. Im Zweifel muss der Käufer versuchen selbst zwischen Echtpelz oder Kunstpelz zu unterscheiden. Doch selbst wenn die Tierart bei einem Produkt angegeben ist, fehlen in der Regel Angaben zur geographischen Herkunft oder der Tierhaltung. EU-weit müssen Teile tierischen Ursprungs an Textilien gekennzeichnet sein, doch die wichtige Information zur Tierhaltung und Herkunft fehlen weiterhin.

Fakt ist: Die Kennzeichnung von Pelz ist völlig unzureichend.

4. Irrtum: «Pelz mit bestimmten Labeln ist tierfreundlich.»

In den sogenannten Musterbetrieben der Pelzindustrie unterscheiden sich die Bedingungen für die Tiere nicht von herkömmlichen Pelzfarmen. Auch mit dem von der Pelzindustrie entwickelten Label «Origin Assured» werden absolute Minimalvorgaben an die Tierhaltung und tierquälerische Zustände auf Farmen legitimiert.

Fakt ist: Pelz aus Musterbetrieben oder mit Labeln ist nicht tierfreundlicher.

5. Irrtum: «Pelz ist ein Naturprodukt.»

Die Pelzbranche bewirbt ihre Produkte gerne als besonders umweltfreundlich und reines Naturprodukt. Die Wahrheit sieht anders aus: Schon die Tierhaltung auf Pelzfarmen ist mit enormen Umweltbelastungen verbunden und verschmutzt oft naheliegende Gewässer. Die Herstellung der Pelzmode ist wiederum extrem chemikalien- und energieaufwändig. Eine Studie hat gezeigt: Kinderbekleidung mit Pelz ist besonders schadstoffbelastet.

Fakt ist: Pelz belastet die Umwelt und ist oft extrem mit Chemikalien belastet.

1 Kommentar

  1. Vielen Dank für die ermutigende Nachricht! Das ist doch direkt ein Grund beim nächsten längeren Ausflug Arosa zu berücksichtigen. Freut uns sehr…

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