Kunterbunt

Abschussmoratorium für den Wolf

Der Verein Wildtierschutz Schweiz fordert vom Bundesrat und die National-/ Ständerät:Innen in einem offenen Brief einen sofortigen Abschussstopp für sämtliche Wölfe und ein Moratorium solange es keinen zwingenden Herdenschutz gibt.
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Kaum ein anderes Tier / Thema polarisiert zurzeit mehr in der Schweiz als der Wolf.

Schlagzeilen füllen die Medien, Abschüsse werden gerade im halb dutzend gefordert und der Bundesrat ändert, eine vom Volk abgelehnte Jagdverordnung, nach freiem Gutdünken. Die Fronten sind enorm verfahren, sachlich wird schon längst nicht mehr diskutiert und ein Bündner Regierungsrat ruft öffentlich quasi zur Wilderei gegen den Wolf auf.

Auf dieser Basis eine vernünftige Wolfspolitik zu betreiben ist unmöglich, daher verlangen wir, als Verein Wildtierschutz Schweiz, von Ihnen Frau Bundesrätin Sommaruga, ein sofortiges Moratorium mit einem Abschussstopp zu erlassen. So lange die gesetzlichen Grundlagen für einen Abschuss nicht klarer definiert und überprüfbar sind, die Richtlinien zum Herdenschutz sehr viel Spielraum und Interpretationsmöglichkeiten bei derer Umsetzung zulassen, so lange müssen Abschussverfahren gegen Wölfe eingestellt werden.

Es kann nicht angehen, dass auf Grund von ungenauen Angaben, Desinformationen und unbestätigten Augenzeugenaussagen, wie sie in den letzten Monaten immer wieder verbreitet wurden und so gezielt gegen den Wolf Stimmung gemacht wird, Abschussbewilligungen erteilt werden. Immer wieder werden unbestätigte Risse, Angriffe oder Vorfälle publiziert und dem Wolf zugeordnet. Der Wildtierschutz Schweiz verurteilt diese unsachgemässe Informationspolitik auf schärfste und verlangt, dass der Schutz des Wolfes immer gewährt wird und fordert daher ein Abschussmoratorium.

Betrachtet man die aktuellen Zahlen mit denen der Vorjahre, so gibt es zurzeit eher weniger Risse. Was sich aber massiv verändert hat ist die Informationspolitik und diese zielt ganz klar darauf aus, den Wolf wieder auszurotten. Der Kanton Wallis kommuniziert dies offen. Eine Regierung, welche eine Initiative zur Ausrottung von Grossraubtieren unterstützt und über Jahre, Fälle von offensichtlicher Wilderei nicht geahndet hat, kann nicht mehr als unabhängig und glaubwürdig betrachtet werden. Deren Angaben zu Herdenschutz, Wolfsbegegnungen und Risse müssen alle in Frage gestellt werden. Auch die Informationspolitik des Amtes für Jagd und Fischerei Graubünden ist nicht seriös und objektiv. Aussagen wie «…plausibler Darlegung…» lassen stark an deren Korrektheit zweifeln, da die Interessen des Bauern und der Hirtin sicher nicht dem Schutz des Wolfes gelten. Hetzerische Aussagen wie «… Wölfen mit dem Potential zur Gefährdung von Menschen…» sind nicht förderlich für eine objektive Wolfspolitik und der Aufruf von Regierungsrat Mario Cavigelli, dass Einzelwölfe durchaus auch ohne Bewilligung geschossen werden können, tun das Seine dazu. Diese und weitere Aussagen, auch aus anderen Kantonen, von Verbänden und Gruppierungen, zur Ausrottung der Wölfe sind absolut inakzeptabel! Eine Koexistenz mit dem Wolf ist durchaus möglich, wie dies auf verschiedene Alpen tagtäglich bewiesen wird.

Der Verein Wildtierschutz Schweiz verlangt von Ihnen, Frau Bundesrätin Sommaruga, von den National-/ und Ständerät:Innen sowie den Kantonen ein klares Bekenntnis zum Wolf, eine verstärkte Aufklärung zum Wolfsverhalten für Personen, die direkt mit Nutztieren in der Sömmerung zu tun haben und eine rigorose Umsetzung des Herdenschutzes. Herden müssen auch dann geschützt sein, wenn keine Gefahr durch den Wolf besteht, ansonsten müssen die Sömmerungsbeitrage (Steuergelder) gekürzt werden. Die Schäden die der Wolf an Nutztieren (ca. 0.28 %) anrichtet sind im Verhältnis zu den Gesamtschäden durch Vernachlässigung bei der Sömmerung (ca. 1.8 %), marginal.

Solange diese Punkte nicht umgesetzt sind, muss der Wolf durch ein Moratorium geschützt werden. Die Berner Konvention «streng geschützt» ist unbedingt einzuhalten.

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