Kriminalität

Peta zeigt den Kanton Wallis an

Weil er für einen Hund-Wolf-Mischling gehalten wurde, schossen Wildhüter einen Wolf im Wallis.

Die Tierschutzorganisation Peta hat nun rechtliche Schritte eingeleitet.

Ende Januar schossen Wildhüter im Kanton Wallis einen Wolf mit spezieller, dunklerer Fellfärbung. Die Vermutung von Kanton, Bundesamt für Umwelt (Bafu) und der Raubtier-Fachstelle Kora war, dass es sich um einen Wolf-Hund-Mischling handelt. Ein Irrtum, wie Analysen später zeigten, denn das Tier, das geschossen wurde, war ein reiner Wolf.

Der Fehler hat nun ein rechtliches Nachspiel. Der deutsche Ableger der Tierschutzorganisation Peta verklagt nun nämlich den Kanton Wallis, wie es in einer Mitteilung heisst. Peta wirft den Verantwortlichen Verstösse gegen das Jagd- und Tierschutzgesetz vor.

Anzeige ist eingegangen

«Es ist erschütternd, dass allein aufgrund von Fotos ein streng artengeschütztes, nicht jagdbares Tier erschossen wurde. Doch selbst wenn es ein Hybrid anstelle eines Wolfs gewesen wäre: Ein Lebewesen zu töten, nur weil es nicht ‹reinrassig› ist, kann keinesfalls laut Tierschutzgesetz als ‹vernünftiger Grund› gelten, um ein Tier zu töten», wird Edmund Haferbeck von Peta im Communiqué zitiert. Es sei vor dem Abschuss anscheinend keine verantwortungsvolle Abwägung erfolgt.

Die Anzeige ging von der Rechtsabteilung von Peta Deutschland aus, die für Peta Schweiz juristische Angelegenheiten übernimmt, wie Mediensprecherin Jana Fuhrmann auf Anfrage von 20 Minuten erklärt. Die Walliser Generalstaatsanwaltschaft bestätigt gegenüber dem «Walliser Boten» den Eingang einer Anzeige durch Peta, kann aber aufgrund des Amts- und Untersuchungsgeheimnisses weder bestätigen noch dementieren, dass sich die Anzeige gegen den Kanton Wallis richtet.

Seit Herbst unter Beobachtung

Der betreffende Wolf stand seit Herbst 2021 unter Beobachtung. Auf Fotos und Videos waren seine Grösse und sein dunkles Fell aufgefallen. Sowohl Bafu als auch Kora stimmten dem Abschuss zu. Anschliessend wurde es am Tierspital in Bern untersucht. Das Labor für Populationsgenetik der Universität Lausanne und das Zentrum für Wildtiergenetik im deutschen Gelnhausen übernahmen die Gen-Analyse. Das Ergebnis zeigte, dass es sich um einen genetisch reinen Wolf handelte, der aus der italienisch-französischen Population stammt.

«Dieses Ergebnis zeigt, dass die äusseren Merkmale in Wolfspopulationen italienischer Herkunft in grösserem Ausmass variieren können als bisher angenommen», schreibt der Kanton Wallis in einer Medienmitteilung. Behörden und Fachleute gehen davon aus, dass in der Schweiz im Gegensatz zu einigen Nachbarländern bisher noch keine Wolf-Hund-Paarungen erfolgt sind. Deshalb sei es wichtig, dass bei begründetem Verdacht auf Wolf-Hund-Mischlinge diese auch in der Schweiz erlegt werden.

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