Kriminalität

Hobby-Jäger schoss 42-jähriger Gattin in den Kopf

Während eine fünffache Mutter ahnungslos im Esszimmer sass, soll der Jagdscheininhaber mit einer Pistole von hinten auf ihren Kopf gezielt und abgedrückt haben.

Es müssen sich schreckliche Szenen bei dem Femizid in dem Haus in der oberösterreichischen Gemeinde Weissenkirchen im Attergau abgespielt haben: Denn das Paar hat fünf Kinder im Alter von sieben bis 18 Jahren, die während der Bluttat anwesend waren, schreiben österreichische Medien.

Am 8.1.2022 gegen 14.45 Uhr endet ein offenbar jahrelang schwelender Beziehungsstreit des Ehepaars Daniel (46) und Simone S. (42) jedenfalls in einer furchtbaren Gewaltexplosion. Das bisherige Ermittlungsergebnis: Der ehemalige Förster – bis vor Kurzem war er bei den Bundesforsten angestellt – nahm seine auf ihn registrierte Glock 17 und schoss seiner Gattin, die gerade am Esstisch sass, in den Hinterkopf. Danach verständigte der Mann den Polizei-Notruf und liess sich widerstandslos festnehmen.

Simone S. zeigte beim Eintreffen der Einsatzkräfte noch Lebenszeichen. Sie wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Kepler Uniklinikum nach Linz geflogen, wo die Ärzte aber um 18.51 Uhr den Kampf um ihr Leben verloren. Bei seiner Einvernahme zeigte sich der gebürtige Deutsche umfassend geständig. Als Motiv gab er ständige Konflikte an. Er sitzt in der Justizanstalt Wels ein. Am Tatort stellten Polizisten neben der Tatwaffe noch drei Gewehre sicher, die der Mann als Jagdscheininhaber allesamt legal besessen hatte.

Die IG Wild beim Wild fordert seit Jahren ein medizinisch-psychologische Gutachten für Hobby-Jäger – nach dem Vorbild von Holland – sowie auch eine Altersbegrenzung nach oben.

Nachbar geschockt: „Eine ganz tragische Geschichte“

Der Schock in der Zwölf-Häuser-Ortschaft Egg ist gross. Dort hatte sich das Ehepaar 2015 einen Baugrund gekauft und ein Fertigteilhaus hinstellen lassen, war 2016 eingezogen. Landwirt Josef R. (88) war mit Daniel S. befreundet: „Er stammt aus Norddeutschland, hat ursprünglich Büchsenmacher gelernt und dann umgesattelt, weil’s keine Zukunft hatte.“

Dass es hinter der heilen Familienfassade kriselte, war aber offensichtlich: Immer wieder hätten sich die Eheleute angeschrien. Das Abendritual von Daniel S.: Er kam heim, setzte sich dann in den Kofferraum seines Autos, hörte Musik und trank dabei Alkohol.

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