Kriminalität

Hobby-Jäger manipuliert Euter einer Rehmutter

Aufgrund von Beweisen wurde dem ehemaligen Wildhüter letzten September das Jagdpatent entzogen.
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Vor etwa zehn Jahren war er Leiter der Wildhüter im Kanton Tessin.

Man könnte sagen, dass er damals seiner Kontrollpflicht gegenüber den Hobby-Jägern, auf die er seinen aufmerksamen Blick und Ohren richtete, stets treu war.

Dann, nach seiner Pensionierung, wechselte er auf die andere Seite des Zauns und wurde vom Kontrolleur zum Kontrollierten. Wie letzten September in Vergeletto. Im Val Onsernone, während der Hochjagd, erschoss er ein laktierendes Reh – nach Schweizer Jagdgesetz verboten. Er tötete mit dem Fehlschuss gleich mehrfach. Und was macht er? Man würde erwarten, dass er aufgrund seiner früheren Verantwortung und einer ihm gut bekannten Materie den Fehlschuss so schnell wie möglich bei der Kontrollstelle meldet.

Alles wäre regelkonform abgelaufen, auch wenn man von einem „Experten“ mehr Aufmerksamkeit und vor allem die Bereitschaft erwarten würde, die Anzeichen für die Anwesenheit eines weiblichen Huftieres mit Jungtieren zu erkennen, wie zum Beispiel ihre statischen Bewegungen, das Umdrehen, um den Nachwuchs zu versorgen und zu führen.

Der Fall landet vor dem Strafgericht

Nichts von alledem. Nachdem, was in dem Dossier, das ihn am 7. Mai 2021 vor Richter Marco Kraushaar beim Strafgericht Bellinzona bringen wird, zusammengetragen wurde, ging der Hobby-Jäger nach dem Abschuss des Tieres, obwohl er von einem Wildhüter kontrolliert wurde. Dieser bestätigte, dass es sich bei dem Reh um ein säugendes Weibchen handelte und ihn aufforderte, sofort zum obligatorischen Kontrollpunkt zu gehen. Der Hobby-Jäger ging jedoch auf andere Weise nach Hause, nur um am nächsten Tag doch noch zum Kontrollpunkt zu gehen.

Dort angekommen, bestreitet er seinen Fehlschuss und die Version des Wildhüters, um die Einsendung des Drüsenorgans in ein Labor zu erzwingen, wo spezifische Analysen durchgeführt werden. Das Labor erkannte sofort, dass etwas nicht stimmte: Am Euter des Tieres war „herumgepfuscht“ und die Milch entzogen worden. Im Inneren wurde eine Substanz nachgewiesen, die in der Natur nicht vorkommt. Ausserdem waren die Zitzen optisch verbrannt.

Nach den Ergebnissen der Analyse leitetet das Amt für Jagd und Fischerei in Bellinzona ein Verwaltungsverfahren ein, dass zu einer Anklageverfügung führte, in deren Folge dem ehemaligen Jagdleiter die Jagdlizenz für ein Jahr entzogen und eine Geldstrafe von über eintausend Franken verhängt wurde.

Ein Verfügung, gegen die sich der ehemalige Wildhüter wehrte und was ihn nun vor Gericht bringen wird. Die Tatsache vor Gericht zu gehen, wird das Bussgelder sicher übersteigen, das man für das Befahren für eine für Hobby-Jäger verbotenen Bergstrasse erhält.

Quelle

Tatort Natur

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2 Kommentare

  1. ja, dies ist uns auch bekannt. es ging darum, eine säugendes jungtier bei seiner mutter am euter darzustellen. leider gab die bilderdatenbank nicht mehr her. das reh ist übrigens in europa die kleinste art der hirsche.

  2. aneta krüger

    von einer seite wie wild beim wild erwarte ich, dass sie ihre beiträge auch entsprechend bebildert… es geht im beitrag um eine ricke, aber auf dem bild zu sehen ist eine hirschkuh. so macht man sich lächerlich und unglaubwürdig.

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