Das Verfahren im sogenannten Katzenvideo-Fall ist unter hohen Auflagen eingestellt.

Ein im Herbst 2018 im Internet kursierendes Video zeigt mehrere Jagdhunde, die unter den Anfeuerungsrufen eines Hobby-Jägers eine lebende Katze schütteln, beissen und schliesslich auseinanderreissen. 

Die Tierrechtsorganisation PETA hat den Mann, der in Rheinland-Pfalz Jagdhunde züchtet, wegen Verstosses gegen das Tierschutzgesetz bei der Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach angezeigt, die daraufhin ein Ermittlungsverfahren eingeleitet hat. 

Der Angeklagte Patrick Norheimer gestand nun in einer Erklärung, dass er das besagte Video aufgenommen habe und es seine Hunde seien, welche die Katze töteten. Er glaubt aber weiterhin, nicht tierschutzwidrig gehandelt zu haben. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) begrüsst die hohen Auflagen, die Patrick Norheimer auferlegt wurden, verurteilt aber weiterhin die Tat aufs Schärfste und zeigt keinerlei Verständnis für die Uneinsichtigkeit des Angeklagten.

Das Tierschutzgesetz verbietet es, Tiere aufeinander zu hetzen. Auch das Töten der Katze war gesetzwidrig, denn diese dürfen von Hobby-Jägern nur dann getötet werden, solange sie erkennbar wildern.

Staatsanwaltschaft und Verteidigung einigten sich vor dem Amtsgericht Simmern auf die Einstellung des Verfahrens unter Auflagen gegen Patrick Norheimer, der im Herbst 2018 seine Hunde auf eine Katze hetzte, alles mit seinem Handy aufnahm und das Video via WhatsApp verbreitete. Die Auflagen sehen ein Geständnis, den Verzicht auf eine Jagdscheinverlängerung sowie auf gewerbliche Haltung und Führung jeglicher Tiere in den nächsten fünf Jahren vor. Zudem wurde eine Geldstrafe in Höhe von 5.000 Euro festgesetzt, die er an die Tierhilfe Rhein-Hunsrück e.V. zu zahlen hat. Patrick N. muss die Kosten für seine Anwälte selbst tragen. Die entsprechenden Verzichtserklärungen des geständigen Hundeführers müssen innerhalb von sechs Monaten vorliegen. Erst bei Vorlage der Erklärungen wird das Verfahren endgültig eingestellt.

Der LJV begrüsst die hohen Auflagen, die dem Angeklagten auferlegt wurden. „Wir können mit den umfangreichen Auflagen gegen Patrick N. zufrieden sein“, betont LJV-Präsident Dieter Mahr. „Aber die von ihm zur Schau getragene Reuelosigkeit in Anbetracht seiner Taten lässt uns sprachlos zurück.“ In seiner Erklärung, die von seinem Verteidiger vorgetragen wurde, gab Patrick N. zwar zu, dass er das Video gedreht habe und es auch seine Hunde seien, ist aber immer noch der Meinung, er habe im jagdrechtlichen Rahmen gehandelt. „Diese Tat ist durch keine jagdrechtliche Regelung gedeckt. Sie widerspricht allem, wofür Jägerinnen und Jäger stehen, nämlich einer tierschutzgerechten Jagd“, so Mahr.

Am 1. Dezember 2020 eröffnete das Amtsgericht Simmern das Hauptverfahren gegen den damaligen Jagdscheininhaber und Hundeführer Patrick N. Wegen eines massiven Verstosses gegen das Tierschutzgesetz erstatteten auch der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz (LJV) und Deutscher Jagdverband (DJV) Anzeige.

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