Einem Medienbericht zufolge hatte der Tierfotograf Rainer Schaaf über mehrere Wochen einen Fuchsbau in einem Waldstück bei Pfaffenhofen beobachtet.

Dort zog eine Fähe ihre sechs Kinder gross. Mitte Mai stellte er fest, dass jemand den Eingang der Fuchsbehausung zugeschüttet hatte, vermutlich mit einem Spaten. Wo die Fuchsmutter und ihre Jungen sind und wie es ihnen geht, ist bislang unklar. PETA hat wegen Verdacht auf Verstoss gegen das Tierschutzgesetz und das Bundesjagdgesetz bei der Staatsanwaltschaft Ingolstadt Strafanzeige gegen unbekannt erstattet. Zudem setzt die Tierrechtsorganisation eine Belohnung für Hinweise aus.

Auch wenn die Fähe und ihre Kinder durch einen weiteren Ausgang des Baues geflohen sein sollten, war der Vorfall für die junge Fuchsmutter unglaublich stressig. Die für die Tat verantwortliche Person muss hart bestraft werden. Es ist nicht auszuschliessen, dass jemand aus der Jägerschaft den Bau zugeschüttet hat. Denn insbesondere in diesen Kreisen sind Füchse als ‚Beutekonkurrenten‘ verhasst, werden als lebende Zielscheiben betrachtet und gnadenlos getötet. Daher freut es uns, dass auch die zuständige Jagdbehörde den Fall prüft.

Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei PETA

PETA setzt Belohnung aus

Um den Vorfall aufzuklären und die verantwortliche Person zu überführen, setzt PETA nun eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise aus. Die Polizei in Pfaffenhofen nimmt unter der Telefonnummer 08441-80950 Hinweise zu der Tat entgegen. Wer Informationen zu dem Fall hat, kann sich zudem telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation melden – auch anonym.

Fuchsjagd ist unnötig, kontraproduktiv und grausam

Allein in Bayern wurden im Jagdjahr 2019/20 über 100.000 Füchse getötet. Dabei sind Füchse ein wichtiges Glied im Kreislauf der Natur. Als Gesundheitspolizei sichern sie auch ihren Beutearten das Überleben, indem sie schwache und kranke Tiere ergreifen und Krankheitsherde somit sofort eliminieren. PETA fordert ein bundesweites Fuchsjagdverbot. Dafür hat die Organisation eine Petition gestartet. Denn es gibt weder aus wildbiologischer noch aus gesundheitlicher Sicht einen Grund, die Tiere zu bejagen. Die zum Teil noch immer geäusserten Bedenken beruhen auf längst widerlegten Annahmen: Deutschland ist seit 2008 frei von terrestrischer Tollwut und die durch den Fuchsbandwurm ausgelöste Erkrankung – die alveoläre Echinokokkose – ist eine der seltensten Parasitosen Europas. Die Jagd ist zudem nicht geeignet, um Fuchspopulationen zu regulieren. Verluste werden rasch durch Zuwanderung und steigende Geburtenraten ausgeglichen.

Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren

Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

Fachleute aus der Psychologie und Justiz sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Dr. Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“

Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei auf, die als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, die Richterschaft und Polizei sowie Angestellte im sozialen Bereich dient.

PETA setzt regelmässig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Verantwortlichen zu helfen.

1 Kommentar

  1. Schrecklich, was Menschen den Tieren antun. Stop die tierquäler und bestraft diese Bestien von Menschen.

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