Täter gesucht: Medienberichten zufolge wurde am vergangenen Sonntag ein erschossener Wolfswelpe in einem Maisfeld bei Plöwen in Mecklenburg-Vorpommern entdeckt.

Nach bisherigen Erkenntnissen, wurde der junge Wolf bereits vor einiger Zeit getötet. Zwei weitere Wölfe – beides Jungtiere – wurden am Dienstag, den 28. September, an der Elbe bei Boizenburg tot aufgefunden. All drei Tieren wiesen den Angaben zufolge mutmasslich Schussverletzungen auf. Es ist noch unklar, ob zwischen den Taten ein Zusammenhang besteht, woher die Wildtiere kamen und wie lange die beiden an der Elbe gefundenen Tiere in dem Fluss trieben. Die Tierkörper wurden für weitere Untersuchungen an Fachleute des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung übergeben. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen des Verdachts eines Verstosses gegen das Bundesnaturschutzgesetz.

PETA setzt Belohnung aus

PETA setzt eine Belohnung in Höhe von 3000 Euro für Hinweise aus, die den oder die Täter überführen. Zeugen werden gebeten, sich an die Polizei zu wenden und können sich telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierschutzorganisation melden – auch anonym

Leider befördert die Politik bis hin zur noch amtierenden Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner durch Forderungen nach Abschusserleichterungen Vorurteile gegen Wölfe. Wir alle müssen akzeptieren, dass Wölfe ein fester Bestandteil und eine Bereicherung unserer Natur sind. Eine friedliche Koexistenz muss das Ziel sein. Wir hoffen, dass der Mensch aus der Vergangenheit gelernt hat und die zurückgekehrten Wölfe nicht ein zweites Mal gejagt und ausgerottet werden.

Peter Höffken, Fachreferent bei PETA

Nachdem Hobby-Jäger Wölfe in Deutschland im 19. Jahrhundert ausgerottet hatten, dauerte es über 100 Jahre, bis sie sich hier wieder ansiedelten. Seit dem Jahr 2000 ist der Wolf hierzulande wieder ansässig – nicht zuletzt wegen der seit 1990 bestehenden strengen Schutzmaßnahmen. Aktuell leben hierzulande 128 Wolfsrudel. Der Wolf übernimmt eine wichtige Funktion im Ökosystem.

Der Abschuss streng geschützter Tierarten wie Wolf oder Luchs ist kein Kavaliersdelikt und kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Zahlen des Bund für Naturschutz belegen, dass sich die Anzahl aufgefundener toter Wölfe im Monitoringjahr 2019/2020 nahezu verdoppelt hat im Vergleich zum Vorjahr. Nach Verkehrsunfällen ist die illegale Jagd die zweithäufigste Todesursache. Von den insgesamt 126 tot aufgefundenen Tieren sind 98 im Verkehr gestorben. Elf Wölfe wurden illegal getötet; darüber hinaus wurde bei weiteren sieben verunfallten Tieren bei den Untersuchungen illegaler Beschuss festgestellt. Die Täter werden nahezu nie gefasst. PETA fordert eine fachkundige und regional unabhängige Ermittlungsbehörde zur Aufklärung illegaler Tötungsdelikte von geschützten Tierarten.

1 Kommentar

  1. Das ist schrecklich junge Wölfe einfach so zu erschiessen. Was sind das nur für Bestien von Menschen. Was Menschen den Tieren antun ist nicht zu ertragen. Hoffe, dass derjenige gefunden wird und seine Strafe bekommt.

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