Klimawandel

Wegen Klimawandel fressen Eisbären Wale in Norwegen

Eine Gruppe von Filmemachern hat bemerkenswerte Bilder von Eisbären in einem abgelegenen Teil des Polarkreises aufgenommen, da die bedrohten Tiere durch die Klimakrise zunehmend in ihrem Überleben gefährdet sind.

Die Aufnahmen, die die Bären beim Fressen eines gestrandeten Pottwals zeigen, wurden auf der norwegischen Inselgruppe Svalbard aufgenommen.

Die Dreharbeiten waren Teil eines neuen Disney-Nature-Films mit dem Titel Eisbär, der das Leben einer Eisbärenfamilie in dieser abgelegenen Region dokumentiert.

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Das Glück in Svalbard kommt in Form von Manna vom Himmel„, erklärte Jeff Wilson, einer der Regisseure des Films.

Wilson fügte hinzu, dass die Bären bei so viel Nahrung weniger konkurrenzbetont und verspielter werden. „Es war einfach ein ganzer Haufen Bären, die sich in ihrer eigenen Haut wohlfühlten und miteinander spielten“, sagte er.

Diese Bären mögen sich zwar amüsiert haben, doch die gesamte Art befindet sich aufgrund der Auswirkungen der globalen Erwärmung in ernsten Schwierigkeiten.

Die Polarregionen verlieren aufgrund des Klimawandels, der vor allem durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe verursacht wird, grosse Mengen an Meereis, auf das die Eisbären angewiesen sind. Die minimale Meereisausdehnung in der Arktis ist nach Angaben der Nasa seit 1979 in jedem Jahrzehnt um 13 % zurückgegangen.

Eisbären brauchen das Meereis, um Robben zu fangen, eine ihrer wichtigsten Nahrungsquellen. Berichten zufolge könnte die zunehmende Hitze in der Arktis die Bären dazu zwingen, sich nach anderen Beutetieren wie NaRentieren umzusehen.

Eine heissere Arktis und schmelzendes Meereis bedeuten, dass viele Eisbärenpopulationen bis zum Jahr 2100 vom Aussterben bedroht sein könnten, so eine Studie aus dem Jahr 2020. Nach dem jüngsten Bericht der International Union for Conservation of Nature (IUCN) gibt es schätzungsweise 26’000 Eisbären in freier Wildbahn.

Forschungen aus dem Jahr 2018 ergaben, dass Eisbären in früheren, heisseren geologischen Epochen – als das Meereis reduziert und der Zugang zu Robben schwierig war – überlebten, indem sie sich von Walkadavern ernährten.

Aber das gilt möglicherweise nicht mehr, wenn sich der Planet erwärmt, so die Autoren der Studie. Zum einen vollzieht sich die globale Erwärmung viel schneller als in der fernen Vergangenheit, stellen sie fest.

Ausserdem hat der Mensch die Walpopulationen, auf die Eisbären potenziell angewiesen sein könnten, stark dezimiert.

Bevor sie vom 18. bis zum 20. Jahrhundert in grossem Umfang gejagt wurden, gab es nach Angaben der gemeinnützigen American Cetacean Society weltweit schätzungsweise 1,1 Millionen Pottwale. Heute gibt es noch etwa 360’000 Pottwale in freier Wildbahn.

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