Klimawandel

Klimawandel treibt Vögel in den Norden

Das Auftreten seltener Vögel ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Klimanotstand auch England erreicht hat.

Vögel wie der Europäische Bienenfresser werden aufgrund der globalen Erwärmung voraussichtlich zu ständigen Besuchern auf der Insel werden.

Nach Ansicht von Umweltschützern sind die regenbogenfarbenen Bienenfresser, die in diesem Sommer an der Küste von Norfolk brüten, und drei seltene flügge gewordene Stelzenläufer in Yorkshire eine „unübersehbare Warnung„, dass der Natur- und Klimanotstand Großbritannien erreicht hat.

Keine einheimischen Rassen

Zwischen 1956 und 2001 haben Bienenfresser in England nicht gebrütet, aber dies ist der sechste Versuch in diesem Jahrhundert. 2002 brüteten die Vögel in der Grafschaft Durham, 2002 in Herefordshire, 2014 auf der Isle of Wight, 2015 in Cumbria und 2017 in Nottinghamshire, wo die Nester in den Steinbrüchen aufgrund des schlechten Wetters ausfielen.

Diese sieben Bienenfresser sind zweifellos die farbenprächtigsten und faszinierendsten Vögel, die man derzeit in Grossbritannien sehen kann„, sagte Mark Thomas vom RSPB. „Auch wenn dies ein schöner Anblick ist, dürfen wir nicht vergessen, dass das Auftauchen dieser Vögel an unseren Küsten auf die Veränderungen unseres Klimas und die daraus resultierenden Belastungen für die Tierwelt hier und in der ganzen Welt zurückzuführen ist.“

Durch den Klimawandel nach Norden gezogen, werden diese exotischen Vögel höchstwahrscheinlich in Zukunft zu festen Sommergästen werden, nachdem sie in den letzten zwei Jahrzehnten ein frühes und untrügliches Zeichen dafür waren, dass der Umwelt- und Klimanotstand unsere Küsten erreicht hat.

Die starengrossen Bienenfresser haben rote Rücken, blaue Bäuche und gelbe Kehlen und können dabei beobachtet werden, wie sie Bienen, Libellen und andere fliegende Insekten in der Luft fangen.

Ein unerwarteter Anblick

Im Naturschutzgebiet Potteric Carr in Doncaster sind diese Woche drei Stelzenläufer aus dem vermutlich nördlichsten Nest Grossbritanniens für eine Watvogelart flügge geworden, die hierzulande selten ist und nicht jedes Jahr hier brütet.

Wir haben lange darauf gewartet, aber wir sind begeistert„, sagte Andy Dalton, Betriebsleiter beim Yorkshire Wildlife Trust. „Potteric Carr ist ein grünes Schutzgebiet am Stadtrand von Doncaster, umgeben von stark befahrenen Autobahnen und industrieller Expansion – die Naturschutzarbeit, die wir hier leisten, hat einen grossen Einfluss auf die Tierwelt, insbesondere auf gefährdete Arten wie die Stelzenläufer.

Danny Heptinstall, Leiter der Abteilung Strategie und Partnerschaften beim Yorkshire Wildlife Trust, betonte, dass naturreiche Gebiete in ausreichendem Umfang geschützt und wiederhergestellt werden müssen, damit Arten, die durch die globale Erwärmung nach Norden getrieben werden, in Großbritannien Zuflucht finden können.

Der einzige Grund, warum sich die Stelzenläufer in Potteric Carr vermehren, ist, dass wir ein wunderbares Landschaftsschutzgebiet von einigen hundert Hektar haben, das erweitert werden soll. Diese Tiere werden nirgendwo hingehen können, wenn wir ihnen in Großbritannien keinen Lebensraum bieten„, so Heptinstall.

Gibt es Hoffnung?

Es ist ermutigend, aufregend und eine fantastische Bestätigung für die Arbeit, die wir in Potteric Carr geleistet haben, aber es ist auch ein Weckruf. Die andere Seite der Medaille ist, was wir gleichzeitig verlieren. Yorkshire ist besorgt über seine Seevogelpopulationen, darunter Dreizehenmöwen, Eissturmvögel und Papageientaucher.

24 der 25 brütenden Seevogelarten des Vereinigten Königreichs sind auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Vögel (birds of conservation concern) als rot oder gelb eingestuft, was bedeutet, dass sie vom lokalen Aussterben bedroht sind.

Mit dem Anstieg der Meerestemperaturen wandern die Fischpopulationen nach Norden oder verschwinden, was den Bruterfolg von Seevögeln weiter südlich verringert und die Arten zwingt, dorthin zu wandern, wo es Nahrung gibt.

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