Klimawandel

Klimakrise tötet in Kenia 20 Mal mehr Elefanten als Wilderer

Die Dürre im östlichen Afrika trifft auch die Elefanten.

Teile Kenias, Somalias und Äthiopiens sind mit extremer Dürre konfrontiert, die die Lebensgrundlagen der Menschen und der Wildtiere bedroht.

In Kenia ist die Dürre zu einer noch grösseren Bedrohung für die riesigen Tiere geworden als die Jägerei, die seit langem eine grosse Gefahr für die Art darstellt.

Der kenianische Kabinettssekretär für Wildtiere und Tourismus, Najib Balala, erklärte diese Woche gegenüber der BBC, dass der Klimawandel 20 Mal so viele Elefanten tötet, wie die Wilderei.

Das ist ein roter Alarm„, fügte Herr Balala hinzu.

Die Trockenheit ist so verheerend, dass nach Berichten des Senders im vergangenen Jahr fast 180 Elefanten in dem Land an den Folgen der Dürre gestorben sind. Im Vergleich dazu wurden weniger als 10 gewildert.

Von der Dürre, von der auch Teile Äthiopiens und Somalias betroffen sind, sind nach Angaben der UN 15 Millionen Menschen betroffen. Drei Millionen Tiere sind verendet, und viele Gebiete sind von Unterernährung bedroht.

Einer Studie aus dem Jahr 2020 zufolge können Elefanten täglich Dutzende von Litern Wasser verbrauchen – und noch mehr, wenn es draussen warm wird. Die Autoren dieser Studie schätzten, dass Elefanten alle zwei oder drei Tage trinken müssten, um bei heissem Wetter einen kritischen Wasserverlust zu vermeiden.

In Teilen Kenias herrscht seit mindestens dem letzten Jahr eine anhaltende Dürre. Separate Aufnahmen der BBC vom Dezember 2021 zeigten tote Giraffen und verendete Rinder, während sich Wildtiere wie Warzenschweine und Tauben um Viehtränken scharten.

Der afrikanische Savannenelefant, der in ganz Afrika südlich der Sahara lebt, wird in der Roten Liste der Internationalen Union für die Erhaltung der Natur (IUCN), einer globalen Analyse der bedrohten Arten, als „gefährdet“ geführt.

Zu den Bedrohungen für die Art, deren Bestand rückläufig ist, gehören laut IUCN Wilderei, Lebensraumverlust und Folgen der Klimakrise wie Dürre.

Die Wilderei, die grösstenteils auf die Gewinnung von Elfenbein aus Elefantenstosszähnen abzielt, hat in Teilen des Kontinents ein „unhaltbares Ausmass“ angenommen, fügt die Gruppe hinzu. Und das, obwohl der Handel mit Elfenbein seit 1989 international weitestgehend verboten ist.

Der neue Bericht unterstreicht die wachsende Gefahr für wild lebende Tiere durch die Klimakrise. Neben der Dürre hat die Erwärmung des Planeten auch verheerende Auswirkungen auf einige arktische Wildtiere wie Eisbären, die auf das Eis im Norden des Planeten angewiesen sind, sowie auf Tiere wie Meeresschildkröten, deren Nistplätze am Strand durch den Anstieg des Meeresspiegels und die Erwärmung bedroht sind.

Mit der Beschleunigung der Klimakrise werden Dürren in vielen Teilen der Welt sowohl trockener als auch häufiger, so der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen der Vereinten Nationen (IPCC), die führende Autorität in der Klimawissenschaft.

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