Klimawandel

Insekten brauchen dringend Hilfe, um den Klimawandel zu überleben

Obwohl die Wissenschaft bereits vor einem alarmierenden Rückgang der Insektenpopulationen gewarnt hat, wurde bisher nicht viel getan, um dieses Problem auf globaler Ebene anzugehen.

Jetzt gibt ein internationales Expertenteam einen überzeugenden Überblick über die Rolle des Klimawandels und klimatischer Extreme beim Insektenrückgang.

Wenn keine Massnahmen ergriffen werden, um die Auswirkungen des Klimawandels auf Insekten besser zu verstehen und zu verringern, werden wir unsere Chancen auf eine nachhaltige Zukunft mit gesunden Ökosystemen drastisch einschränken„. So lautet die Warnung in einem Papier, das von 70 Wissenschaftlern aus 19 Ländern der Welt im Rahmen der Reihe „The Scientists‘ Warning“ verfasst wurde.

Der Klimawandel verschärft andere, vom Menschen verursachte Umweltprobleme„, sagt der Hauptautor Jeffrey Harvey vom Niederländischen Institut für Ökologie. „Dazu gehören der Verlust und die Fragmentierung von Lebensräumen, verschiedene Formen der Verschmutzung, Überfischung und invasive Arten.“

Insekten spielen in vielen Ökosystemen eine entscheidende Rolle, was dieses Problem äusserst dringlich macht, da der Verlust von Ökosystemen immer mehr zunimmt.

Der allmähliche Anstieg der globalen Oberflächentemperatur wirkt sich auf die Physiologie, das Verhalten, die Phänologie, die Verteilung und die Interaktionen zwischen den Arten aus. Aber auch mehr und länger anhaltende Extremereignisse hinterlassen ihre Spuren„, so Harvey.

Fruchtfliegen, Schmetterlinge und Mehlkäfer sind zwar in der Lage, Hitzewellen zu überleben, aber sie können sterilisiert werden und sich nicht mehr fortpflanzen. Vor allem Hummeln sind sehr hitzeempfindlich, und der Klimawandel wird inzwischen als Hauptfaktor für den Rückgang mehrerer nordamerikanischer Arten angesehen.

Kaltblütige Insekten gehören zu den Organismengruppen, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind, da ihre Körpertemperatur und ihr Stoffwechsel eng mit der Temperatur der Umgebungsluft verbunden sind“, so Harvey.

Insekten spielen auch eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung der Weltwirtschaft durch Dienstleistungen wie Bestäubung, Schädlingsbekämpfung, Nährstoffkreislauf und Abfallzersetzung. Diese lebenswichtigen Leistungen tragen zur Erhaltung der Menschheit bei und bringen der Weltwirtschaft jährlich Milliarden von Dollar ein.

Der verstorbene berühmte Ameisenökologe Edward O. Wilson sagte einmal: „Es sind die kleinen Dinge, die die Welt regieren“. Und das tun sie auch!“, sagte Harvey.

Die Fähigkeit der Insekten, sich an die globale Erwärmung anzupassen, wird durch menschliche Bedrohungen wie Lebensraumzerstörung und Pestizide weiter beeinträchtigt. Hitzewellen und Dürren können die Insektenpopulationen kurzfristig drastisch schädigen, so dass sich die Insekten weniger gut an eine allmähliche Erwärmung anpassen können.

Das Papier enthält Lösungen und Managementstrategien. Der Einzelne kann dazu beitragen, indem er verschiedene Wildpflanzen pflegt, die den Insekten bei extremen Klimabedingungen Nahrung und Schutz bieten. Ausserdem wird empfohlen, den Einsatz von Pestiziden und anderen Chemikalien zu reduzieren.

Insekten sind zähe kleine Kreaturen, und wir sollten erleichtert sein, dass wir unsere Fehler noch korrigieren können“, sagte Harvey. „Wir müssen wirklich politische Maßnahmen ergreifen, um das globale Klima zu stabilisieren. In der Zwischenzeit können wir alle, sowohl auf staatlicher als auch auf individueller Ebene, dazu beitragen, städtische und ländliche Landschaften insektenfreundlicher zu gestalten.“

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