Klimawandel

Dürre-Notstand in fünf Regionen in Italien

Die italienische Regierung um Premier Mario Draghi hat am 4.7.2022 bis zum 31.12. den Ausnahmezustand wegen der Wasserknappheit in fünf norditalienischen Regionen ausgerufen.

35 Millionen Euro zur Eingrenzung der negativen Auswirkungen der seit Monaten anhaltenden Dürre werden für die Regionen

  • Piemont
  • Lombardei
  • Venetien
  • Friaul Julisch Venetien
  • Emilia Romagna

locker gemacht, wie es nach einer Ministerratssitzung hieß.

Norditalien am stärksten betroffen

Den größten Betrag – 10,9 Millionen Euro – erhält die Region Emilia Romagna, in der sich die Mündung des Flusses Po befindet. Vor allem Norditalien erlebt derzeit heftige Trockenheit. Wegen der anhaltenden Wasserknappheit könnte der Ausnahmezustand bald auch in den mittelitalienischen Regionen Toskana, Umbrien und Latium beantragt werden.

Nach Angaben des Bauernverbands Coldiretti befinden sich 270.000 Landwirtschaftsbetriebe in den von der Dürre betroffenen Regionen. „Die Wasserknappheit ist ein nationaler Notstand!„, sagte der Chef des Bauernverbands, Ettore Prandini.

Der Wasserstand im Fluss Po – der längste Strom Italiens – ging so weit zurück, dass an der Meermündung Salzwasser kilometerweit in das Flussbett drang. Der Pegel ist an manchen Stellen so niedrig wie seit 70 Jahren nicht mehr. Große Seen wie etwa der Gardasee führen deutlich weniger Wasser als normalerweise zu dieser Jahreszeit. Städte wie Pisa und Verona schränkten unlängst die Wassernutzung ein. Venedig und Mailand drehten einen Teil der Brunnen ab.

Weitere Folge der Dürre: Die Stromerzeugung aus Wasserkraft ging deutlich zurück. Wasserkraftwerke gibt es vor allem in den Bergen im Norden des Landes. Sie liefern normalerweise fast ein Fünftel des in Italien benötigten Stroms.

Die Schwere und Wahrscheinlichkeit von Dürren haben durch den Klimawandel mit hoher Gewissheit im Mittelmeerraum und auch in anderen Weltregionen zugenommen.

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