Justiz & Kriminalität

Wallis: Wolf im Val d’Anniviers gewildert

Im Val d’Anniviers im Wallis haben Unbekannte offenbar eine erwachsene Wölfin gewildert.

Das geht aus einer Medienmitteilung der Kantonspolizei Wallis hervor.

Demnach hat ein Spaziergänger das tote Tier in der Nähe der Ortschaft Pomi in Mayoux/Anniviers gefunden. Gemäss der Polizei wurde das Tier durch einen Schuss in die Schulter getötet.

Im Val d’Anniviers sind in jüngster Zeit ein männlicher Wolf (M73) und weiblicher Wolf (F16) bei gemeinsamen Streifzügen gesichtet worden. Da sich Wölfe zwischen Januar und März paaren, war die Wahrscheinlichkeit gross, dass sich dort nach dem Rudel in der Augstbord-Region ein zweites Rudel gebildet hätte.

Ob es sich beim gewilderten Beutegreifer um eines der beiden Tiere handelt, werden erst DNA-Analysen nachweisen können.

Damit wird innert Jahresfrist der zweite Fall von Wolfswilderei im Wallis bekannt. Im März 2016 wurde auf der Höhe von Raron ein erschossener Wolf an der Rhone entdeckt. Die Täterschaft ist bis heute unbekannt. Der illegale Abschuss eines Wolfes kann bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft werden.

Die enorme Zahl an Wilderei in der Schweiz zeigt auch, dass viel zu viele Waffen im Umlauf sind, vorallem bei Jägern, die niemals im Besitz deren sein sollten.

Polizei sucht Zeugen

Für eine Autopsie werde der Tierkadaver ins Institut für Pathologie der Universität Bern transportiert. Die kantonale Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet. Alle Personen, die sachdienliche Hinweise machen können, sind gebeten, sich bei der Kantonspolizei Wallis zu melden.

Der Wolf ist im Wallis ein Dauerthema (Wild beim Wild informierte). Erst kurz vor Weihnachten war ein weiblicher Jungwolf in der Augstbordregion geschossen worden – allerdings mit Erlaubnis des Bundesamts für Umwelt. So sollten einerseits das Rudel verkleinert und anderseits andere Wölfe abgeschreckt werden.

Initiative fordert ein Wallis ohne Grossraubtiere

Der strenge Schutz des Wolfs und anderer Grossraubtiere geht vielen jedoch zu wenig weit – insbesondere seit im vergangenen Herbst erstmals eins Wolfsrudel im Oberwallis bestätigt wurde. Vor Monatsfrist haben Exponenten aus den Reihen von CVP und CSP Oberwallis die kantonale Volksinitiative für ein «Wallis ohne Grossraubtiere» eingereicht.

Mit der Initiative soll der Bestand an Grossraubtieren reguliert werden können. Der Kanton könnte selbst entscheiden, wie viele Wölfe oder Luchse in den Wäldern des Kantons für eine ausgeglichene Fauna geduldet werden. Das widerspricht allerdings der Berner Konvention, die gewisse Wildtierarten wie den Wolf wegen ihrer geringen Anzahl schützt.