Law & Order

Wahlen 2019: Kalte Dusche für Hobby-Jäger

Dem abscheulichen Gedankengut und der sinnlosen Gewalt gegenüber von unschuldigen und teils geschützten Wildtieren wurde ein Dämpfer verpasst.

Für die Wahlen vom 20. Oktober 2019 unterstützte der militante Verband JagdSchweiz 25 Kandidaten als National- und Ständerat. Von den 9 bisherigen und der Jägerei nahestehenden Politiker wurden 3 abgewählt. 16 neu aufgestellte Hobby-Jäger hatten beim Stimmvolk keine Chance.

Die Partei BDP mit dem Präsidenten und Amateur-Jäger Martin Landolt wurde regelrecht ausgeweidet. Die Kleinpartei verliert erneut und kann keine eigene Fraktion mehr stellen. Hobby-Jäger Duri Campell – auf der Liste von Jagd Schweiz – wurde mit der BDP abgewählt.

Auch im Vorstand vom gewaltfördernden Verein Jagd Schweiz gab es übrigens im Wahljahr 2019 Veränderungen. Der umstrittene Präsident Hanspeter Egli wurde zusammen mit anderen Amateur-Jägern ersetzt.

Der ebenfalls abgewählte Hobby-Jäger Jean-Francois Rime (SVP) war mal Bundesratskanditat und zur Zeit damit beschäftigt, das Klischee des Sesselklebers beim Gewerbeverband zu bewirtschaften. Mit seiner Abwahl erübrigen sich wohl weitere Diskussionen um eine ausserordentliche Verlängerung seiner Amtszeit beim Dachverband des Gewerbes.

Ein weiteres prominentes Opfer ist der Glarner Hobby-Jäger Werner Hösli. Der SVP-Politiker politisierte in der kleinen Kammer. Er verlor seinen Sitz an den Grünen Mathias Zopfi. Dass die Grünen im Kanton Glarus einen Ständeratssitz erobern, kommt einer Sensation gleich.

Auffallend bei den Kandidaten vom Verband JagdSchweiz ist, dass sich ein Wildtierkiller – David Gerke – bei den Grünen im Kanton Solothurn eingenistet hat. Auch bei den Nationalratswahlen 2019 blieb David Gerke jedoch erneut chancenlos. Laut eigenen Angaben übrigens eine Person, die die Existenz Gottes (Atheist) verneint, sich aber in seiner Naivität mit einem Raubtier gleichsetzt.

“Umgekehrt sollten sich aber besonders die radikalen Tierschutzkreise vor Augen führen, dass der menschliche Jäger nichts anderes tut als das, worauf der natürliche Stoff- und Nahrungskreislauf aufbaut: Ein Tier frisst das andere. Der Jäger, der ein Reh erlegt und verwertet, tut nichts anderes als der Luchs, der ein ebensolches Tier reisst und frisst. Beide – Mensch wie Luchs – sind ein Teil der Natur und beide agieren auf ihre Art und Weise als Prädator. Das ist weder beim einen, noch beim anderen verwerflich, selbst wenn es beim betroffenen Reh mit Schmerz und Tod verbunden ist…. Aus diesen Gründen ist es gerade für mich als Natur-, Arten- und Tierschützer kein Wiederspruch, die Jagd und die Fischerei selber auszuüben, sondern vielmehr die einzig logische Konsequenz aus der Liebe zu Natur und Tierwelt.”

David Gerke

SVP-Nationalrätin und Hobby-Jägerin Silvia Flückiger aus dem Kanton Aargau gab ihren Rücktritt.

Aus den Reihen der SP war kein einziger Hobby-Jäger gelistet. Eine Frau bzw. Hobby-Jägerin wurde vom Verband Jagd Schweiz auch nicht unterstützt. Traditionell kommen Hobby-Jäger mehrheitlich aus dem rechten Lager.

Die Wahlen 2019 bringen Grünen und Grünliberalen im Nationalrat 26 Sitze zusätzlich.

Im Nationalrat steigt der Frauenanteil im Vergleich der Jahre überdurchschnittlich. Neu gibt es 85 Nationalrätinnen. Bisher gab es lediglich 63 Nationalrätinnen.

Damit liegt der Frauenanteil im Nationalrat neu bei 42,5 Prozent gegenüber zurzeit 32 Prozent. Das ist in Prozentpunkten ein weit stärkerer Anstieg als im Durchschnitt der letzten Jahre.

Wahlbeteiligung sinkt erneut auf 45.1 Prozent (-3.4 Prozentpunkte).

Jägerei-Kandidaten Verband Jagd Schweiz

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Der Philosoph Richard David Precht glaubt Jägern nicht, dass sie vor allem Naturschützer sind. Er würde die Hobbyjägerei am liebsten sofort verbieten.